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Kraussmaffei und Netstal mit positiver Perspektive

Mindestens einen Umsatz auf dem Vorjahrsniveau von rund 750 Millionen Euro erwartet Dr. Dietmar Straub für die Krausmaffei-Gruppe im laufenden Geschäftsjahr. "Für das nächste Jahr gehen wir von einer deutlichen Steigerung aus. Darauf deutet der Auftragseingang schon heute hin." Der liege aktuell rund 25 Prozent über Vorjahresniveau und dürfte gut 800 Millionen Euro erreichen. Allerdings habe die Krise die Märkte dramatisch verändert: Regionale Schwerpunkte hätten sich verschoben und die durchschnittliche Komplexität der Anlagen deutlich erhöht. Die schon vor der Krise begonnene Entwicklung habe sich in den vergangenen 18 Monaten rapide beschleunigt: Zum eine komme das Wachstum überwiegend aus den aufstrebenden Ländern in Asien und Osteuropa, zum anderen werde auch dort zunehmend Hochtechnologie gefragt. Für seine Gruppe schätzte Straub den Anteil am Auftragseingang aus diesen Ländern auf inzwischen rund 40 Prozent. Komplexe Produktionssysteme, vielfach bestehend aus mehreren integrierten Produktionstechnologien wie Spritzguss und Reaktionstechnik, mit aufwendiger Automatisierung und Sonderlösungen, werden auch in diesen Regionen stärker nachgefragt. Hier habe Kraussmaffei rechtzeitig mit seinem Konzept angesetzt, die drei "großen" Verarbeitungstechnologien Spritzgießen, Extrudieren und die Reaktionstechnik nicht nur unter einem Dach zu halten, sondern intelligent zu verknüpfen, um ganz neue Lösungen zu ermöglichen. Dazu trage die eigene Automatisierungsabteilung bei. Eine Fülle weiterentwickelter Maschinen und Verfahrenskombinationen soll im K-Jahr die Aufwärtsentwicklung weiter beschleunigen. Das gelte im Übrigen auch für das ebenfalls zur Gruppe gehörende Extrusionsgeschäft der Kraussmaffei Berstorff.

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Nicht ganz so gravierend wie bei Wettbewerbern sei der Einbruch bei Netstal dank weniger anfälliger Kundenbranchen wie Medizintechnik und Verpackung gewesen, berichtet CEO Bernhard Merki. Bei rund 20 Prozent Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2008/2009 sei man zwar nicht an Kapazitätsanpassungen vorbei gekommen, aktuell sei die Fertigung aber weitestgehend ausgelastet. Und das obwohl der Geschäftsbereich Optical Discs, in dem noch vor wenigen Jahren rund 40 Prozent der Umsätze erzielt worden seien, nahezu komplett eingestellt sei. Das habe man jedoch weitgehend mit Wachstum in den anderen Geschäftsbereichen kompensieren können, unter anderem mit dem deutlich gestiegenen Service-Anteil, der im laufenden Geschäftsjahr erstmals mehr als 20 Prozent zum Umsatz beitragen wird. Zur Stabilisierung des Unternehmens hat das auch im Krisenumfeld wachsende PET-Geschäft mit voraussichtlich 26 Prozent Umsatzanteil beigetragen. In diesen Bereichen setzt man noch mehr als bisher auf Systemlösungen statt auf "nackte" Technik und arbeitet in Teams aus Anwendungstechnikern, Vertriebsspezialisten und Projektleitern. Auch wenn er entsprechend der Unternehmenspolitik keine absoluten Zahlen nennen will: Bernhard Merki rechnet im laufenden Geschäftsjahr mit einem deutlichen Umsatzplus, allein in den letzten acht Monaten sei der Auftragseingang um rund 25 Prozent gestiegen. Bei einem Exportanteil von 90 Prozent werden etwa zwei Drittel der Umsätze in Europa getätigt, in Amerika etwa 15 Prozent.

"Abgekündigt" wurde die Baureihe rein hydraulischer Maschinen. Deren Anwendungen will man künftig vor allem mit Hybridmaschinen abdecken. Im Vorfeld der K wurden bereits zwei neue Typen mit 2200 und 2800 kN Schließkraft angekündigt, die mit verschiedenen Kombinationen elektrischer und hydraulischer Komponenten betrieben werden können. Insgesamt will man auch weiterhin vor allem den Markt für Hochleistungsanwendungen abdecken und sieht hier, ähnlich wie die Muttergesellschaft, komplette Systemlösungen mit garantierter Ausstoßleistung und ebenso garantierter Energiebilanz und damit besonders günstigen Kosten pro Teil auf dem schnellen Vormarsch. So will man mit Zykluszeiten im Zwei-Sekunden-Bereich beispielsweise bei Verpackungsanwendungen und Verschlüssen weitere Marktanteile gewinnen. Als spezielles High-light kündigte Netstal eine neue Steuerung an, die mit ihrer neuen Bedienphilosophie Mitarbeitern aller Qualifikationsstufen sehr viel mehr Effizienz und Sicherheit geben soll. Diese Steuerung soll im kommenden Jahr Standard an allen Netstal-Maschinen (www.netstal.com) werden.

Links im Bild: Dr. Dietmar Straub erwartet für die Kraussmaffei-Gruppe im kommenden Geschäftsjahr einen um 25 Prozent steigenden Auftragseingang. Bernhard Merki, rechts im Bild, setzt bei Netstal weiterhin vor allem auf prozesssichere Systemlösungen für Hochleistungsanwendungen.

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