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Kunststoff – Branche mit Innovation und Organisation

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Artikel und Hintergründe zum Thema

Aktives Kunststoff-NetzwerkKunststoff – Branche mit Innovation und Organisation

Ausgerechnet in Nordrhein-Westfalen, einem der ehemaligen europäischen Zentren von Bergbau und Stahlindustrie, hat sich eine breit aufgestellte Kunststoffbranche mit Unternehmen etabliert, die die gesamte Wertschöpfungskette abbildet.

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Aktives Kunststoff-Netzwerk: Kunststoff – Branche mit Innovation und Organisation

Passend dazu wurde mit dem Verein Kunststoffland NRW eine Organisation geschaffen, die mit vergleichsweise hohem Organisationsgrad deren Interessen vertritt und Verbindungen schafft. Im Vorfeld zum Auftritt auf der K 2016 haben wir Geschäftsführerin Bärbel Naderer zum aktuellen Stand der Entwicklung befragt.

Dr. Bärbel Naderer

Frau Naderer, Industrieverbände, branchenübergreifende und themenspezifische, finden sich auch anderenorts. Können Sie und drei Gründe liefern, warum ein Unternehmen zwingend Mitglied beim Kunststoffland NRW werden muss?
In der Tat, bei uns herrscht an Verbänden und Vereinen aller Art kein Mangel. Kein Wunder, dass manches Unternehmen fast den Überblick verliert und vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr sieht. Trotzdem, der Verein Kunststoffland NRW sticht hier aus folgenden Gründen hervor: Erstens: Wir öffnen Horizonte und bringen Menschen und Unternehmen zusammen – nur bei uns ist die gesamte Wertschöpfungskette Kunststoff von der K-Forschung über die K-Erzeugung und den K-Maschinenbau bis hin zur K-Verarbeitung und zu den kunststoffbezogenen Dienstleistern an Bord. Zweitens: Wir sind DAS anerkannte Sprachrohr der Branche,ob Richtung Medien oder Richtung Politik. So sind wir zum Beispiel erster Ansprechpartner der NRW-Landesregierung bei allen Fragen, die Branche und Werkstoff betreffen. Und schließlich Drittens: Kunststoffland NRW setzt Themen und bringt Top-Player aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik zu strategischen Runden und Zukunftsdiskussionen zusammen, ohne dabei die Bodenhaftung zu verlieren – ganz im Sinne besonders unserer Mittelständler, die es zu Recht konkret und praxisorientiert haben wollen.
Wer davon für sich und sein Unternehmen profitieren will, sollte Mitglied bei uns werden – wer nicht dabei ist, verpasst Wichtiges.

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Aktives Kunststoff-Netzwerk: Kunststoff – Branche mit Innovation und Organisation

Verhindern Sie mit der Beschränkung auf die Kunststoff-Branche nicht gerade den immer wichtiger werdenden Austausch bzw. die Kooperation zwischen den „Fraktionen“, zum Beispiel zum Thema Leichtbau?
Unsere Mitglieder definieren sich ganz klar über den Wertstoff Kunststoff – alle Unternehmen oder Einrichtungen, die bei Kunststoffland NRW aktiv sind, haben mit diesem Werkstoff in irgendeiner Weise zu tun, gemeinsam stehen sie für unsere hochinnovative Kunststoffbranche. Aus Vereinssicht ist der Werkstoff Kunststoff die wichtigste Klammer oder – wenn Sie so wollen – der gemeinsame Nenner, der die teilweise durchaus unterschiedlichen Interessen zu bündeln hilft. Was alle wollen: Die starke Kunststoffindustrie an unserem Standort soll noch stärker werden – daran arbeiten wir gemeinsam mit aller Kraft.
Dass wir dabei nicht im eigenen Saft schmoren, versteht sich von selbst. Nie war der Austausch mit anderen Werkstoffgruppen, aber auch mit den zahlreichen Anwendungsindustrien wichtiger als heute, wo etwa Hybrid-Lösungen auf der Tagesordnung stehen. Hier gilt: Ein starker Verein Kunststoffland NRW mit seinen kompetenten Mitgliedern ist ein gefragter und stets offener Gesprächs- und Kooperationspartner für alle „Fraktionen“.

Welche Themen haben den Verband und die Mitgliedsunternehmen in den beiden letzten Jahren am meisten bewegt?
Als Mitgliederverein passen wir die thematischen Schwerpunkte von Kunststoffland NRW jeweils flexibel an die wechselnden Bedürfnisse unserer Unternehmen und Einrichtungen an. Ganz oben auf der Tagesordnung standen daher in den beiden letzten Jahren die Themen Leichtbau, Fach- und Führungskräftemangel und steigende Energiekosten der Verarbeiter infolge der EEG-Reform.

Aktives Kunststoff-Netzwerk: Kunststoff – Branche mit Innovation und Organisation

Und an welchen Themen arbeiten Sie aktuell und im Vorlauf für die nächsten zwölf Monate?
Völlig klar, dass manche Fragestellungen Dauerbrenner sind, deshalb bleiben sie auch in nächster Zeit gesetzt. Dies gilt für die Top-Themen Leichtbau und Fach- und Führungskräftemangel, der sich besonders in den ländlichen Regionen noch verschärften könnte. Zusätzlich auf unserer Agenda steht das Thema „3D-Druck – wo liegen hier künftig Herausforderungen und Chancen für die Wertschöpfungskette Kunststoff?“ Daneben gilt unser Augenmerk neuerdings verstärkt der „Ressource Kunststoff“, die am Ende des Produktlebenszyklus möglichst neuen Verwendungen zugeführt werden sollte. Der branchenübergreifende Dialog, den wir dazu seit kurzem mit der Abfall- und Recyclingwirtschaft führen, stößt auf enormes Interesse, und zwar weit über die Landesgrenzen hinaus.

Veranstaltung

Verbände sind häufig auch Schnittstelle zwischen Unternehmen und Politkern bzw. politischen Gremien. Welche Position nimmt das Kunststoffland in dieser Hinsicht wahr?
Wenn man – wie wir – den Industrie- und Kunststoffstandort NRW stärken will, muss man zwingend den Schulterschluss mit der Politik suchen, und zwar nicht nur mit dem Wirtschaftsministerium, sondern mit allen Ressorts, die die Rahmenbedingungen für unsere Unternehmen entscheidend gestalten. Zu allen pflegen wir exzellente Kontakte auf sämtlichen Ebenen. Besonders deshalb, weil wir – nach dem Willen der Landesregierung – das Landescluster Kunststoff managen und dafür auch anteilig Fördermittel des Landes und der Europäischen Union erhalten.

Haben Sie eine Zielgröße hinsichtlich der Mitgliederzahl und sehen sie aktuell bestimmte Unternehmensgruppen unterrepräsentiert?
Natürlich haben wir eine Zielgröße – aber die werde ich Ihnen jetzt nicht verraten. Seit der Gründung von Kunststoffland haben wir jährlich stetig neue Mitglieder gewonnen. Gerade in den letzten Monaten haben wir einen noch stärkeren Mitgliederzuwachs verzeichnet. In unseren Reihen findet sich das „who-is-who“ der deutschen Kunststoffindustrie. Mit aktuell über 140 Mitgliedern sind wir eine ernstzunehmende Größe und werden auch als solche wahrgenommen. Abgesehen von den großen Playern ist das Gros der deutschen Kunststoffindustrie mittelständisch geprägt. Gerade die mittelständischen Unternehmen sind stark bei Kunststoffland vertreten.

Zum Abschluss: der nächste größere Auftritt des Kunststoffland NRW ist der Gemeinschaftsstand zur K 2016 – welche Highlights erwarten die Besucher?
Der Landesgemeinschaftsstand „Kunststoffland NRW“ wird auch dieses Mal wieder einer der größten Messestände auf der gesamten K sein. Wir freuen uns sehr über die zahlreichen Aussteller: 34 Unternehmen, darunter viele „hidden champions“, sind an unserem Stand vertreten. Sie bilden die gesamte Wertschöpfungskette Kunststoff ab und vermitteln einen hervorragenden Einblick in die Innovationskraft der Kunststoffindustrie in NRW, Europas Kunststoffstandort Nr. 1. Konkret erwarten die Besucher viele spannende Exponate, vom textilen Flugzeugrumpf über das selbstfahrende Concept Car bis zur live auf dem Stand gefertigten Bio-Kunststoff-Flasche.

K 2016, Halle 6, Stand D76


Kunststoffland NRW

10 Jahre Kunststoffland NRW
Nachdem im Jahr 2004 einige Vertreter der Kunststoff-Industrie zunächst eine Brancheninitiative ins Leben riefen, um Innovationskraft des Werkstoffs Kunststoff über die eigene Branche hinaus bekannt zu machen, gründeten 18 Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Bildung den Verein Kunststoffland NRW e.V. Das Land NRW beteiligte sich als aktiver Partner und unterstützt bis heute einen Großteil der Aktivitäten mit Fördermitteln des Landes und der EU. Zurzeit weist der Verein mehr als 140 Mitgliedsunternehmen aus.

Am 8. Dezember 2016 findet der kunststoffland-Branchentag 2016 und 10 Jahre Kunststoffland NRW beim Unternehmen gwk Gesellschaft Wärme Kältetechnik in Meinerzhagen statt:

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