News

Kunststoff- und Gummimaschinen: Zweistelliges Plus für 2010 in Sicht

Das Jahresergebnis 2009 war für die im Verbund zusammengeschlossenen Länder mehr als ernüchternd: der Produktionswert ging auf 13,3 Mrd. Euro zurück, ein Minus von 24,5 Prozent gegenüber dem Rekordwert von 2008. Den rechnerisch stärksten Einbruch erfuhr der Kernmaschinenbau mit -30,2 Prozent. Die peripheren Ausrüstungen lagen um 27,7 Prozent unter ihrem Vorjahreswert. Geringere prozentuale Produktionsrückgänge zeigten die Werkzeuge und Formen mit -10,4 Prozent sowie die Flexodruckmaschinen mit -10,2 Prozent. Der Produktionsanteil der Euromap-Länder am Weltmarkt - jeweils gemessen am Kernmaschinenbereich - erreichte im vergangenen Jahr 45,5 Prozent, 2008 betrug dieser Anteil noch 50,3 Prozent. Der Weltproduktionswert ging in 2009 lediglich um 22,8 Prozent zurück.

Mit wenigen Ausnahmen zeigten alle Absatzmärkte europäischer Hersteller von Kunststoff- und Gummimaschinen 2009 Nachfrageschwächen. Zwar zog das Geschäft in Asien schon bald wieder an, konnte jedoch die Ausfälle der anderen Märkte nicht kompensieren. Das zeigte sich deutlich in den Jahresergebnissen, bei denen die Exportlieferungen der Euromap-Länder um 29,5 Prozent hinter den Rekord-Vorjahreswerten zurück blieben; der Exportwert ging auf 8,8 Mrd. Euro zurück. Auch im Export hat der Kernmaschinenbereich mit 33,7 Prozent den stärksten Rückgang. Der Anteil der Euromap-Länder am weltweiten Export von Kunststoff- und Gummimaschinen sank in 2009 von 56,9 auf 52,5 Prozent.

Anzeige

Im vierten Quartal 2009 schließlich, rund ein Jahr nach dem Einbruch, zeigte der Auftragseingang in allen Mitgliedsländern wieder positive Veränderungsraten. Diese Entwicklung setzte sich 2010 kontinuierlich und noch verstärkt fort. Die Bestellungen kommen besonders aus den europäischen Ländern und aus Asien - hier stechen China und Indien weiterhin heraus - aber auch in Brasilien und Mexiko zieht die Nachfrage wieder kräftig an. Sorgen bereitet den europäischen Herstellern von Kunststoff- und Gummimaschinen aktuell die Wechselkursentwicklung: Der relativ starke Euro verteuert in US-Dollar fakturierte Geschäfte.

Auf Basis steigender Nachfrage hatten die Euromap-Länder im Frühjahr dieses Jahres ein gewichtetes Produktionswachstum von über 6 Prozent prognostiziert. Nachdem die hohen Zuwachsraten auch über den Sommer hinweg anhielten, wird für das Gesamtjahr mit einem Plus zwischen 10 und 15 Prozent gerechnet. Auch für das kommende Jahr rechnet der Verbund mit einer Fortsetzung des Produktionswachstums.

Sorge bereitet die zunehmende Produktpiraterie: Nach einer aktuellen Umfrage haben die durch Produktpiraterie entstandenen Schäden in den letzten drei Jahren zugenommen. "Den Gesamtschaden für die europäischen Kunststoff- und Gummimaschinen-Hersteller schätzen wir auf etwa 800 Mio. Euro" berichtet Luciano Anceschi, Vize-Präsident Euromap. 18 Prozent der befragten Unternehmen gehen davon aus, dass die Schäden durch Produktpiraterie zwischen 10 und 20 Prozent ihres Umsatzes ausmachen; weitere 12 Prozent nehmen sogar größere Schäden an. China sei das Land, in dem nach Einschätzung der Befragten die größte Produktion von Plagiaten stattfindet, gefolgt von der Türkei und Indien.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige