Standort Großostheim

Annina Schopen,

Maag Germany feiert 75-jähriges Jubiläum

Maag Germany feiert in diesem Jahr 75-jähriges Bestehen. Das Unternehmen wurde kurz nach Ende des zweiten Weltkrieges gegründet und liefert heute integrierte Systeme für die Kunststoffverarbeitung.

Automatik auf der K-Messe 1959 © MAAG

1947 von Hans Hench sen. in Aschaffenburg gegründet, entwickelte sich das Unternehmen über die Jahrzehnte zum globalen Anbieter integrierter Lösungen für die kunststoffverarbeitende Industrie. Bereits 1948 lieferte das Unternehmen, damals unter dem Namen Automatik H. Hench und J. Kaupp KG, erste Maschinen und Apparate für die Kunststoffverarbeitung. In den 1950-er Jahren wurde die Betriebsstätte stetig erweitert und das erste Konstruktionsbüro eingerichtet. Nach dem Verkauf des ersten Stranggranulators zeigte sich die Automatik erstmals auf der Kunststoffmesse K` in Düsseldorf.

In den 1960-er Jahren standen die Zeichen auf Innovation. Erste Gebrauchsmuster- und Patentanmeldungen erfolgten durch den Gründer Hans Hench. Dem ersten Automatik-Strang-Granulator (ASG) folgte ein selbsteinfädelnder Unterwasser-Granulator (USG). Für die Produktion moderner Synthetikfasern lieferte das Unternehmen Spinnpumpenantriebe, Extruder und Spinnbalken. Aus Platzmangel zog das Unternehmen Ende des Jahrzehnts nach Ringheim/Großostheim, wo es auch heute noch ansässig ist.

Wachstum prägte die folgende Dekade. Nicht nur am neuen Standort, wo neue Fertigungshallen, Büro- und Konstruktionsgebäude und ein eigenes Ausbildungszentrum entstanden, sondern auch auf dem Weltmarkt machte die Automatik immer mehr von sich reden. Durch die Vergabe von Herstellerlizenzen nach USA und Japan und die Gründung der ersten Tochtergesellschaft in Charlotte, USA war der Grundstein für den heutigen Global Player gelegt.

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1983 übernahm die schwedische AB Nils Dacke Gruppe das Unternehmen und formte daraus die Automatik Group. 1988 wurde das Technikum eingeweiht, wo heute noch gemeinsam mit dem Kunden Komponentenvarianten entwickelt werden, um den Prozess und die erforderlichen Leistungskriterien vor dem Kauf neuer Anlagen zu optimieren.

Auch die 1990-er standen im Zeichen des Wachstums. Nach Übernahme durch den Schweizer Rieter Konzern firmierte man künftig unter dem Namen Rieter Automatik. Mit der Gründung von Vertriebs- und Serviceplattformen in China und Malaysia verfolgte die Rieter Automatik das Ziel der Nähe zum Kunden. 1994 präsentierte das Unternehmen erstmals einen Primo Stranggranulator, der auch heute noch Herzstück vieler Granuliersysteme ist. Neue Wege ging man mit der Vertropfungsanlage Droppo, die aus besonders niedrigviskosen Schmelzen und Flüssigkeiten perfektes Kugelgranulat erzeugen kann.

In den 2000-ern bot das Unternehmen erstmals ein drittes Granulierverfahren an – die Unterwassergranulierung. Neben der Stranggranulierung und der Vertropfung konnte man mit dem neuen Verfahren von nun an wesentlich mehr Anwendungsbereiche der Kunststoffindustrie bedienen. Gleich drei Granulattrocknungsverfahren wurden entwickelt und zur Serienreife gebracht.

Seit 2010 gehört das Unternehmen zur Maag Group, die mit der Maag Pump Systems ihren Hauptsitz in der Schweiz hat und 2012 vom US-amerikanischen Dover Konzern übernommen wurde. Mit OTP (optimized temperature pelletizing) gelang es der Automatik Plastics Machinery 2015 ein Granulierverfahren zu entwickeln, mit dem technische Kunststoffe in makellose Pellets geformt werden können. Die Eröffnung neuer Schleifzentren und Servicecenter in Taiwan, Brasilien und Indien tragen auch heute noch dazu bei, dass Kunden schnell bedient und Ersatzteile schnell verfügbar sind. 2015 wurde der Siebwechslerhersteller Maag Pump Systems aus Wettringen mit der Automatik Plastics Machinery zur Maag Automatik verschmolzen. Seitdem werden auch die Schmelzefilter in Großostheim konstruiert und gefertigt.

Alaaddin Aydin, General Manager Maag Germany mit dem zweiten Bürgermeister von Großostheim, Horst Müller bei der Jubiläumsfeier am 25.06.2022 © MAAG

Heute entwickelt Maag Germany Systeme, die es erlauben möglichst viel Kunststoff im Kreislauf halten, d.h. Kunststoffmüll wieder in qualitativ hochwertige Produkte einbringen zu können. Auch in Sachen Digitalisierung schreitet die Entwicklung mit großen Schritten voran. Von remote Inbetriebnahmen bis Echtzeit-Maschinendaten auf dem Handy ist schon jetzt einiges möglich.

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