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NewsPremiere auf der Fakuma

Warum es Bayer Material Science nach Friedrichshafen zieht
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News: Premiere auf der Fakuma
Ihren guten Ruf hat sich die ­Fakuma über Jahre erarbeitet. Das Messegelände ist komplett ausgebucht. Mit Bayer Material Science nimmt in diesem Jahr ein weiterer renommierter Aussteller teil. Was treibt die Unternehmen nach Friedrichshafen?

Wenn die Fakuma 2005 ihre Pforten öffnet, präsentieren rund 1400 Aussteller ihre Produkte und Dienstleistungen – angefangen von Maschinen und Anlagen über Werkzeuge und Formen bis hin zu Rohstoffen oder zur Qualitätssicherung. Mit von der Partie ist dieses Mal auch die Bayer MaterialScience AG als einer der weltweit größten Hersteller von Polymeren und hochwertigen Kunststoffen, die mit dem Thermoplastics Testing Center (TTC) seit etwa zwei Jahren auch ein akkreditiertes Prüfzentrum bietet. Dr. Bahman Sarabi, Leiter des TTC, möchte den Kunden vor allem helfen, die „time-to-market“ bei der Produkt- und Anwendungsentwicklung zu verkürzen und dabei hohe Ansprüche an die Qualität und Sicherheit zu erfüllen.

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Herr Dr. Sarabi, Bayer Material Science stellt dieses Jahr zum ersten Mal auf der Fakuma aus, wobei die Initialzündung vom TTC ausging. Was versprechen Sie sich von dieser Veranstaltung?

Das Spektrum der Fakuma ist für das Thermoplastics Testing Center verglichen mit speziellen Prüftechnik-Fachmessen weitaus vielfältiger. Ich gehe davon aus, dass wir dort viele Kunden aus dem In- und Ausland erreichen, die uns bislang nicht kennen.

Können Sie einen Vergleich zwischen Fakuma und der K in Düsseldorf hinsichtlich Ihres Unternehmens TTC ziehen?

Im Gegensatz zur K mit ihrem äußerst breiten Angebot für die gesamte Kunststoffindustrie treffen sich auf der Fakuma hauptsächlich die Spritzgießer und Extrudeure. Wir bauen unser Geschäft derzeit gerade auf diesem Sektor aus und nutzen diese Veranstaltung als Ergänzung zu unseren bisherigen Messeaktivitäten.

Was präsentieren Sie in Friedrichs­hafen?

Neben dem generellen Leistungsspektrum des TTC werden vor allem Neuentwicklungen zu sehen sein, zum Beispiel das Verfahren zum Ermitteln von Crash-Kennwerten oder die Herstellung von Platten in optischer Qualität. Wie marktorientiert unsere Ingenieure forschen, zeigen wir in Friedrichshafen beispielhaft mit der Messung der lokalen Wärmeleitfähigkeit. Die Besucher der Fakuma sollen als Botschaft mit nach Hause nehmen, dass es ein Service-Center für die Compoundherstellung bis 100 Kilogramm gibt, das alle Prüfkörper im Spritzgießverfahren produziert und sämtliche Thermoplaste testet.

Vor kurzem hat das TTC sein Angebot speziell für die Automobilindustrie erweitert. Was unterscheidet diese Branche von anderen?

Für die Automobilindustrie bieten wir eine besondere Methodik zum Ermitteln von Kennwerten für Crash-Simulationsprogramme. Ein Ziel ist es, in diesem äußerst kostengetriebenen Marktsegment die „time-to-market“ zu verkürzen und gleichzeitig mit den Crash-Kennwerten den Insassenraum für einen Unfall möglichst sicher zu gestalten.

Welche Bedeutung hat das TTC innerhalb von Bayer Material ­Science?

Sämtliche Prüfaktivitäten aus dem Ressort „Global Innovation & Product Management“ für Polycarbonate und Polycarbonat-Blends finden im Thermoplastics Testing Center statt. Eine weitere wichtige Aufgabe des TTC ist das Errichten von Prüflabors in den weltweiten Produktionsstandorten. Schließlich sind für globale Produkte auch einheitlich gemessene Daten, also standardisierte Verfahren und Methoden, notwendig.

Außerdem gibt es einige Sonderaktivitäten, zum Beispiel die zeitraffende künstliche Bewitterungen von oberflächenbehandelten Makrolon-Scheiben für die Automobilindustrie. Hinzu kommen Testverfahren zum Brandverhalten von Bayblend für viele Anwendungen, etwa Gehäuse für die Datentechnik und Einhausungen bei extrem hoher Brandgefahr.

Für einige Business Units, zum Beispiel Coatings Adhesives Sealants und Thermoplastic Polyurethanes, übernimmt das TTC darüber hinaus komplizierte Prüfungen, um die Werkstoffqualität sicherzustellen. Hier messen wir zum Beispiel den Ableitwiderstand beim antistatischen Ausrüsten von Schuhsohlen, die Durchschlagfestigkeit bei Tankbeschichtungen und Isolatoren sowie die Widerstände bei Kabelgussmassen.

Wie die Endprodukte von unserer Qualitätssicherung profitieren, zeigen meine Kollegen aus den anderen Business Units ebenfalls in Halle 11, Stand 27 auf dem Friedrichshafener Messegelände.

Wo sehen Sie das TTC in fünf Jahren?

Das TTC wird sich in ein Profitcenter entwickeln mit jährlichen Zuwachsraten von über 20 Prozent in einem selbstständigen Geschäft.

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