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Schweizer Kunststoffindustrie mit leichtem Umsatzrückgang

Wie der Kunststoff Verband Schweiz (KVS) meldet, machten sich nach einem verheissungsvollen Start ins Jahr 2011 in der zweiten Jahreshälfte belastenden Faktoren wie Frankenstärke und konjunkturelle Unsicherheiten im Euroraum wegen der Schuldenkrise zunehmend bemerkbar. Die Schweizer Kunststoffindustrie erzielte im vergangenen Jahr von 15,5 Mrd. Franken Umsatz (-1,8 Prozent). Die Zahl der Unternehmen blieb mit 850 stabil. Diese Firmen beschäftigten 2011 34.530 Mitarbeiter, 1,6 Prozent weniger als im Vorjahr. Dementsprechend blieb die Produktivität mit 450.000 Franken Umsatz pro Mitarbeiter gleich. In der gesamten Kunststoffindustrie wurden im vergangenen Jahr 917.000 Tonnen Kunststoff und Kautschuk (+0,8 Prozent) verarbeitet. Für das laufende Jahr rechnet der Verband mit einer gleichbleibenden Branchen-Konjunktur.

Die Präsidentin des Kunststoff Verbandes Schweiz (KVS), Doris Fiala, stellt fest, dass im vergangenen Jahr die teilweise äußerst schwierige Rohstoffbeschaffung zu enormem Wettbewerbsdruck bei den Schweizer Unternehmen führte. Der wichtigste einheimische Hersteller, Ems Chemie, habe zwar die Kapazitäten für Spezialitäten und Hochleistungskunststoffe kräftig ausgebaut, was auch ein Bekenntnis zum Standort Schweiz sei. Die großen zusätzlichen Kapazitäten für Standardkunststoffe entstehen jedoch vorwiegend im Mittleren Osten, und diese Kapazitäten seien stark auf den chinesischen Markt ausgerichtet.

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Rahmenbedingungen

Zusätzlich werde die energieintensiven Produktionen durch steigende Energiekosten überproportional belastet. Die Umsetzung der Energiewende verfolge der KVS mit Besorgnis. Die zuverlässige und kostengünstige Versorgung mit elektrischer Energie sei für die Betriebe ein entscheidender Standortfaktor. Diese sei auch in Zukunft sicherzustellen und zu gewährleisten.

Angesichts des Mangels an Fachkräften sei zudem der freie Personenverkehr für die Kunststoffindustrie lebenswichtig. Einschränkungen in diesem Bereich würde eine existentielle Bedrohung bedeuten. Wie andere technische Branchen haben die Betriebe der Kunststoffindustrie wachsende Schwierigkeiten bei der Nachwuchsrekrutierung. Manche Lehrstelle für Kunststofftechnologen blieben unbesetzt. Und bei Ingenieuren müsse der Nachwuchs vermehrt im Ausland gesucht werden.

KVS-Geschäftsführer Dr. Ernesto Engel betont die negativen Auswirkungen des starken Franken auf die exportorientierte Schweizer Kunststoffwirtschaft. Viele Zulieferfirmen aus der klein- und mittelständischen Industrie sehen sich aufgrund des Wechselkurses einem massiv steigenden Wettbewerb aus dem Ausland gegenüber gestellt. Firmenschließungen oder -verlagerungen ins Ausland seien oft zwangsläufige Konsequenzen. "Denken wir dabei daran, dass sich beispielsweise die Lohnkosten in Tschechien auf etwa 25 Prozent des Schweizer Niveaus bewegen!">

Der KVS

Der Kunststoff Verband Schweiz vertritt die Interessen der Kunststoffindustrie gegenüber Behörden und in der Öffentlichkeit. Sein Ziel ist es laut Stauten, den verantwortungsvollen Umgang mit der Ressource Kunststoff zu fördern, seinen Mitgliedern moderne, zielgerichtete Möglichkeiten zur beruflichen Aus- und Weiterbildung sowie branchen-spezifische Dienstleistungen anzubieten. Zurzeit gehören dem KVS nach eigenen Angaben knapp die Hälfte aller in der Schweizer Kunststoffindustrie tätigen Unternehmen an. Im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung wurde Nationalrätin Doris Fiala einstimmig in Ihrem Amt als Präsidentin für die nächsten drei Jahre bestätigt.

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