News

Solvay und INEOS bündeln ihre Kräfte

Solvay und INEOS geben heute bekannt, dass sie eine Absichtserklärung unterzeichnet haben, um ihre europäischen Chlor-Vinyl-Aktivitäten in einem geplanten 50/50-Joint Venture zusammenzulegen. Aus dieser Zusammenlegung würde einer der drei weltweit führenden Polyvinylchlorid(PVC)-Hersteller hervorgehen, der sich auf die Stärken unserer beiden Unternehmen hinsichtlich Produktionsanlagen, der Kompetenzen unserer Teams und die sich ergänzende geografische Präsenz stützt, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern

Ausgehend von den Zahlen von 2012, würde das Joint Venture einen Pro-Forma-Nettoumsatz von 4,3 Mrd. Euro und ein REBITDA(1) von 257 Mio. Euro haben. Der gemeinsame Geschäftsbereich würde ca. 5.650 Mitarbeiter in 9 Ländern beschäftigen und die Vermögenswerte beider Unternehmen über die gesamte Chlor-Vinyl-Kette bündeln. Darin sind PVC, der weltweit am dritthäufigsten verwendete Kunststoff, Natronlauge und Chlorderivate enthalten. RusVinyl, Solvays Chlor-Vinyl-Joint Venture mit Sibur, ist von der Transaktion ausgenommen.

Rohre aus PVC

"Diese geplante Partnerschaft ist ein ehrgeiziges und Werte schaffendes Industrieprojekt. Wir wollen eines der weltweit führenden Unternehmen aufbauen, das von den erstklassigen Vermögenswerten beider Unternehmen profitiert. Das Joint Venture wird die Wettbewerbsfähigkeit des operativen Geschäfts in einem äußerst herausfordernden Umfeld hinsichtlich der Rohstoff- und Energiekosten in Europa verbessern. Wir sind überzeugt, dass dies das richtige Projekt ist, um die langfristige Entwicklung der europäischen Chlor-Vinyl-Aktivitäten von Solvay, unserer Mitarbeiter und unserer Anlagen zu gewährleisten", sagt Jean-Pierre Clamadieu, CEO von Solvay. "Darüber hinaus würde diese Transaktion unser Aktivitäten-Portfolio deutlich verändern und uns in die Lage versetzen, Solvays Umbau in ein Chemieunternehmen, das sich auf Wachstum und Geschäftsfelder mit hohen Margen konzentriert, zu beschleunigen."

"Diese Vereinbarung wird zum Aufbau eines wettbewerbsfähigen und nachhaltigen Geschäftes führen, von dem die Kunden erheblich profitieren werden, wie zum Beispiel durch den zuverlässigen Zugang zu PVC", sagt Jim Ratcliffe, Vorsitzender von INEOS AG. "Das zusammengelegte Geschäft wird zu den weltweit führenden zählen und in der Lage sein, besser auf die sich rasch verändernden europäischen Märkte zu reagieren und dem steigenden Wettbewerbsdruck durch globale Hersteller entgegenzutreten."

Das Joint Venture würde erhebliche Kostenvorteile erzeugen dank:

  • gemeinsamer Best Practices, die Produktionsprozesse verbessern, insbesondere um den Energieverbrauch zu optimieren;
  • eines verschlankten Produktmixes und einer höheren Spezialisierung der Werke;
  • optimierter Beschaffung und Nutzung von Rohstoffen und Energie;
  • niedrigerer Logistik- und Transportkosten
  • sowie gemeinsamer Marketing- und Vertriebsaktivitäten.
Anzeige

Solvay würde seine Vinylaktivitäten, die Teil von Solvin sind(2) sowie sein Chlorchemie-Geschäft einbringen, das in Europa über sieben voll integrierte Standorte verteilt ist. Diese Standorte umfassen fünf Elektrolyse-Einheiten, die auf die energieeffizientere Membrantechnologie umgerüstet wurden und damit die nachhaltige PVC-Produktion sichern.

Kerling, Tochtergesellschaft von INEOS und größter PVC-Hersteller Europas, würde seine Chlor-Vinyl-Aktivitäten und dazugehörigen Geschäftsbereiche beisteuern, die drei große moderne Membran-Elektrolyse-Einheiten umfassen. Diese Anlagen befinden sich an zehn Standorten in sieben europäischen Ländern.

Die Absichtserklärung sieht Ausstiegsmechanismen vor, wonach INEOS den Solvays 50-Prozent-Anteil am Joint Venture zu einem Wert kaufen würde, der auf dem 5,5-fachen Mid-Cycle-REBITDA basiert. Die Ausstiegsvereinbarungen müssten zwischen vier und sechs Jahre nach der Gründung des Joint Ventures ausgeübt werden; danach würde INEOS alleiniger Eigentümer des Geschäfts. Solvay würde nach Abschluss der Transaktion eine Vorauszahlung in Höhe von 250 Mio. Euro erhalten.

Die geplante Transaktion unterliegt den geltenden Informations-/Anhörungsverfahren mit den Arbeitnehmervertretern in den betroffenen Ländern. Nach Abschluss dieser Verfahren würden die Parteien rechtsverbindliche Vereinbarungen eingehen, die die üblichen Abschlussbedingungen enthalten würden, einschließlich die Genehmigung durch die Wettbewerbsbehörden. Bis zum Abschluss der Transaktion, deren Zustandekommen und Zeitplan von der Genehmigung sowie den vorgenannten Verfahren abhängig ist, werden Solvay und INEOS ihre PVC-Geschäfte weiterhin separat führen.

(1) recurring EBITDA
(2) Solvin ist ein Joint Venture zwischen Solvay (75%) und BASF (25%)

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige