Soziales Engagement

Oni-Chef Wolfgang Oehm erhält das Bundesverdienstkreuz

Vor allem für sein soziales Engagement wurde Wolfgang Oehm das Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen – die höchste Würdigung, die die Bundesrepublik Deutschland zu vergeben hat. Überreicht wurde es von NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin.

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin zeichnete den Lindlarer Unternehmer Wolfgang Oehm mit dem Bundesverdienstkreuz aus. (Bild: Bernd Vorländer)

NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin ließ es sich nicht nehmen, die Würdigung von Wolfgang Oehm mit der besonderen Auszeichnung selbst vorzunehmen. „Das ist mir ein Anliegen, dieses Verdienstkreuz 1. Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland persönlich zu überreichen“, sagte der Minister und stimmte ein Loblied auf den Geehrten an. Letzterer habe in der Vergangenheit so viel Gutes getan, dass die Zeit nicht reiche alles hinreichend zu würdigen.

Aus kleinsten Ansätzen habe der Mann ein 420 Mitarbeiter umfassendes, hochmodernes Unternehmen geschaffen und nie seine soziale Verantwortung vergessen. „Engagement ist für ihn kein Lippenbekenntnis“, so Garrelt Duin. Der neue Würdenträger aus Lindlar zeige Herz, wo andere wegschauten, er helfe, wo dies alles andere als selbstverständlich sei. Die Mitarbeiter lägen ihm am Herzen, deren Wohlergehen und Zufriedenheit hätten Priorität. Dabei setze er auf einen gesunden Mix von jüngeren und erfahrenen Beschäftigten und bilde weit über dem Durchschnitt aus. „Ich ziehe meinen Hut vor ihnen“, sagt er und erwähnt auch die Initiative des Unternehmers, zehn Flüchtlingen zusätzlich die Möglichkeit zu bieten, in seiner Firma eine qualifizierte Ausbildung zu starten.

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Wolfgang Oehm dankte seinem Mitarbeiter-Team und seiner Familie, ohne die sein Lebensweg nicht funktioniert hätte. (Bild: Bernd Vorländer)

Dann kommt der große Moment, Duin schreitet zur Tat, heftet das Verdienstkreuz ans Revers des Geehrten. Wolfgang Oehm, obwohl nicht eben unerfahren in der Entgegennahme von Ehrungen, zeigt sich hier sichtlich gerührt – und stolz. Beides verbirgt der emigrierte Westfale mit rheinischer Lockerheit. „Ich empfinde das als Ritterschlag für mein Team und mich“, sagt er leise.

Er sehe nicht die Rentabilität seiner Mitarbeiter, wiege Wertschätzung nicht in Zahlen auf, sondern begreife den inneren Kern der Menschen als Wert. Und warum das Ganze? Die Großmutter sei schuld: Sie habe Wolfgang Oehm, der in einfachen Verhältnissen groß geworden war, eines mit auf den Lebensweg gegeben. Sollte er einmal zu Einkommen und Einfluss kommen, „dann nutze es, um Gutes zu tun.“ Er habe diese Ansage nie vergessen. Danach lebt er seit Jahrzehnten und freut sich diebisch, wenn er anderen eine Freude machen kann. „Ein Haus auf Mallorca oder Sylt, nein, das bin ich nicht.“

Wolfgang Oehm sei nicht nur Pionier beim Einsatz von Energie gewesen, sondern auch beispielgebend für den respektvollen Umgang mit Menschen, meinte Landrat Jochen Hagt, der gemeinsam mit Lindlars Bürgermeister Georg Ludwig und weiteren Vertretern des Unternehmens nach Düsseldorf geeilt war und dem neuen Würdenträger gratulierte.

Von links: IHK-Präsident Werner Görg, Landtagsabgeordnete Serap Güler, Wolfgang Oehm und IHK-Hauptgeschäftsführer Ulf Reichardt. (Bild: Bernd Vorländer)

IHK würdigt Oni als „Chancengeber“
Bereits kurz zuvor hatte die IHK das Unternehmen Oni Wärmetrafo den Titel „Chancengeber des Jahres 2016“ verliehen, der auch auf die außergewöhnlichen und effizienten Anstrengungen zur Integration von Flüchtlingen honoriert. Knapp eine Million Euro investierte der Mittelständler in ein umfassendes Maßnahmenpaket: Unter anderen wurden Sprachkurse für 50 Flüchtlinge finanziert. Über die ohnehin weit überdurchschnittlichen Ausbildungsaktivitäten wurden zehn zusätzliche Ausbildungsplätze für Flüchtlinge eingerichtet und ein weiterer Ausbilder eingestellt. Darüber hinaus gibt es ein Mentoring-Programm, das die jungen Menschen unter anderem bei Behördengängen unterstützt.

„Viele Unternehmen in unserer Region engagieren sich bei der beruflichen Integration von Flüchtlingen. Das Engagement der Oni-Wärmetrafo ist dafür ein absolut herausragendes Beispiel“, sagte Werner Görg, IHK-Präsident und Vorsitzender des Stiftungsrats.

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