Neue Technologien nutzen

Tagung: Hybridartige – Impulse für den Mittelstand

Nanostrukturierte Hybridmaterialien, gezielt modifizierte Oberflächen und neuartige Fügeprozesse: Werkstoffwissenschaftler wollen dem Mittelstand branchenübergreifend Ideen für neue Produkte und Verfahren an die Hand geben. Eine Tagung im thüringischen Zeulenroda informiert Mitte März Entwickler und Innovationsstrategen mit Blick unter anderem auf Automotive, Medizin-, Umwelt- oder Verpackungstechnik.

Mitarbeiterin der TU Chemnitz beim Beschichten von Metallsubstraten mit nanostrukturierten organisch-anorganischen Hybridmaterialien via Zwillingspolymerisation am Spin Coater. (Bild: TUC, Hendrik Schmidt)

Effiziente und ressourcenschonende Lösungen für den Leichtbau, Energiegewinnung, –speicherung, Elektronik und andere Technologiefelder erfordern die Kombination unterschiedlicher Materialien wie Kunststoffe, Leichtmetalle und/oder Naturstoffe. „Neue Möglichkeiten für diese Schlüsseltechnologie erschließen innovative Produktionsstrategien unter Nutzung hybridartiger Nanostrukturen. Dafür sind innovative Methoden zur Modifizierung der Grenzfläche gefragt“, umreißt Polymerchemie-Experte Stefan Spange von der TU Chemnitz, eine zentrale Herausforderung für die Forschung.

Impulse für Produktionsanwendungen

Geballten Nutzwert für Praktiker soll rund ein Dutzend Expertenvorträge zur gezielten Herstellung solcher Strukturen und zu neuen wissenschaftliche Erkenntnisse ihrer mechanischen Eigenschaften liefern. So referiert Michael Mehring, ebenfalls von der TU Chemnitz, zur Erzeugung metall- und metalloxidhaltiger Hybridmaterialien durch Zwillingspolymerisation, mit der über etablierte Klebesysteme hinausgehende Fügefestigkeiten erzielbar sind.

Anzeige

Materialsparend gegen Bakterien & Co.

Auch der Gastgeber, die Forschungseinrichtung Innovent Technologieentwicklung aus Jena, kommt mit nutzwertigen Nanostruktur-Erkenntnissen nach Zeulenroda. Mit Blick auf Hersteller und Nutzer antimikrobieller Oberflächen etwa für medizintechnische, Hygiene- oder Desinfektionszwecke, das Holz oder Holz-Kunststoff-Komposite verarbeitende und veredelnde Gewerbe sowie auf Holzschutz- und Restaurationsanwendungen befasst Sven Gerullis sich mit antimikrobiellen Dünnschichten für Holzwerkstoffe. Die sehr dünnen Beschichtungen werden mit Atmosphärendruckplasmatechnik erzeugt und sind sehr materialsparend. Die Wirkstoffe gegen Bakterien oder Schimmelbefall werden abriebfest nur dort platziert, wo sie tatsächlich benötigt werden – an der Oberfläche. Björn Kretzschmar, ebenfalls Innovent, referiert zur beispielsweise für dentalkeramische Metall-Kunststoff-Verbindungen relevanten Porosität von SiOx Schichten aus dem Flammenpyrolyseprozess. Weitere Vorträge widmen sich metallfluoridbasierten, transparenten Nanocompositen, mit Metall- / Metalloxid-Nanopartikeln dekorierten Hybridmaterialien sowie hochgradig omniphoben Beschichtungen auf Sol-Gel-Basis.

Die zwölfte ThGOT Thementage Grenz- und Oberflächentechnik stellen Mittelständlern eine Vielzahl weiterer Oberflächentechnik-Trends vor. Fraunhofer Umsicht aus Oberhausen schildert etwa, wie verfahrenstechnische Bauteile per Laser-Oberflächenstrukturierung optimiert werden können. Ein Laser-Mikrotechnologe aus Berlin will die Tagungsteilnehmer mit der Laser-Hybridbearbeitung von Oberflächen vertraut machen.

Die 12. ThGOT Thementage Grenz- und Oberflächentechnik, finden vom 14. bis 16. März 2017 in Zeulenroda statt. Weitere Informationen unter www.thgot.de.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

UV-Lacke fördern

Abrasive UV-Lacke sicher fördern

Aus eigener Produktion stammen die Faltenbalgpumpen nach Angaben des Lackieranlagen-Herstellers Dete. Die unter dem Produktnamen Uvfix entwickelte Pumpen-Baureihe sei auf das scher- und verschleißarme Fördern von UV-Lacken und andere hochviskose...

mehr...