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Thüringer Kunststoffindustrie: Durchatmen

Die konjunkturelle Entwicklung der Thüringer Kunststoffindustrie 2009 verlief weit weniger dramatisch als erwartet: Sie konnte ihren Platz als viert stärkste Industriebranche im Freistaat halten und verbucht deutlich geringere Einbußen als die anderen Industriezweige in dieser Größenordnung.

Die "Nullerjahre" waren für die Thüringer Kunststoffindustrie "Verdoppelungsjahre": Von 2000 bis 2008 wuchs die Branche um 112,6 Prozent; 2009 erwirtschaftete sie einen Umsatz von 2,1 Mrd. EUR. Damit liegt die Kunststoffindustrie beim Umsatz gleichauf mit den Herstellern elektronischer und optischer Erzeugnisse, besser bekannt als "die optische Industrie". 2008 betrug der Umsatz jedoch 2,7 Mrd. EUR.

Die Beschäftigtenzahl wuchs im selben Zeitraum um 50 Prozent und liegt aktuell bei mindestens 15.000 Beschäftigten, das entspricht rund 10 Prozent der Beschäftigten in der Thüringer Industrie. Entsprechend wettbewerbsfähig ist die Industrie in Hinblick auf den Umsatz pro Beschäftigten, der weit höher liegt als der Durchschnitt des verarbeitenden Gewerbes in Thüringen. Das vergangene Jahrzehnt war auch von der Hinwendung zu Exportmärkten geprägt - der Exportanteil stieg um mehr als 300 Prozent auf heute 38 Prozent des Umsatzes. Das ist Platz zwei beim Exportanteil hinter der Automobilindustrie (Hersteller und Zulieferer).

Allen hier genannten Zahlen liegen Daten des Thüringer Landesamtes für Statistik zugrunde. Diese weisen nur die 101 Betriebe ab 50 Mitarbeitern aus. Insgesamt zählt Thüringen aber über 200 Betriebe, die Kunststoffe herstellen, veredeln, verarbeiten oder recyceln. Vorsichtig geschätzt kann man für die Betriebe mit weniger als 50 Mitarbeitern einen Umsatz von zirka 100 Mio. annehmen. Damit dürfte die Kunststoffindustrie sogar auf Platz drei der wichtigsten Thüringer Industriebranchen vorrücken.

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PolymerMat e.V. versteht sich als Netzwerk der Kunststoffindustrie in Thüringen. Das Ziel des Vereins ist es, seine Mitglieder zu unterstützen, durch gemeinsame Innovationen ihren Handlungsspielraum zu vergrößern sowie ihre Marktposition zu stärken und auszubauen. Als Schnittstelle zwischen Unternehmen der Kunststoffindustrie und Politik leistet der Verein einen Beitrag zur Förderung von Wissenschaft, Forschung, Ausbildung und Innovation sowie Entwicklung der Wirtschaftsregion Thüringen.

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