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Willkommen in der Welt der Metalle

1962 gründeten Radomir und Luise Bikar in dem malerischen Ort Bad Berleburg im Rothaargebirge einen Metallhandel für Aluminium, Kupfer, Messing, Rotguss, Bronze und Kunststoffe. Die Nachbarregionen Siegerland, Sauerland und Mittelhessen waren das Zielgebiet des kleinen Zweimannbetriebes. Mit einer alten, gebrauchten Bügelsäge für 100 DM wurde eine Messingstange von 60 mm Durchmesser in sage und schreibe 30 Minuten auf die Länge von einem Meter geteilt. Der anfängliche Lagerbestand: 800 kg; bunt gemischte Buntmetalle – von jedem etwas. Und damit der Kunde nicht lange auf sein Material warten musste, stand ein VW-Pritschenwagen bereit, der die benötigten Materialien schnell dorthin brachte, wo sie benötigt wurde.

Werk in Korbußen

„Meine Eltern sagten damals: wenn man erfolgreich sein will, muss man sehr viel arbeiten und immer den Blick nach vorn haben.“ so Konstantin Bikar, der heute mit seinem Bruder Aleksandar die Firmengruppe BIKAR führt. Die Nähe zum Kunden und das Ohr immer am Markt ist die Devise, die die beiden Brüder mit auf den Weg bekommen haben. Und das sollte sich auszahlen.

Heute ist BIKAR ein Unternehmen, das weltweit tätig ist. 170 Mitarbeiter kümmern sich täglich um die großen und auch kleinen Wünsche und Anforderungen der Kunden. Der alte VW und die gebrauchte Bügelsäge sind dabei längst Vergangenheit. Und der Warenbestand hat sich von 800 kg auf rund 10.000 to. erhöht. Täglich stehen dutzende Sattelzüge auf den Werksgeländen und verladen riesige Mengen Metalle und Kunststoffe.

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Doch nicht nur die Zeiten haben sich geändert, auch die Anforderungen unterliegen einem ständigen Wandel. So ist es für die Brüder ein Muss, ständig in neueste Maschinentechnologien zu investieren. „Heute brauchen wir für den Abschnitt einer Aluminium-Rundstange von 320 mm Durchmesser eine Zeit von 16 Sekunden“ so Konstantin Bikar mit einem Lächeln. Werk I lagert Stangen: Rund, flach, vierkant und sechskant. Und das aus fast allen erdenklichen NE-Metalllegierungen sowie Kunststoffen.

Im Werk II werden gewalzte Platten und Bleche verarbeitet. Mit modernsten CNC-gesteuerten Präzisionskreissägen fertigt man hier Zuschnitte bis zu Materialdicken von 300 mm. Dabei sorgt ein computergesteuertes Hochregal für reibungslose und schnelle Materialversorgung. Wie von Geisterhand gesteuert, zieht das System eine der 1900 Kassetten aus einem Fach und bringt diese in Sekundenschnelle zum Bearbeitungsplatz. Mit Vakuumsaugern nimmt ein Mitarbeiter das Material schonend auf und legt es auf den Sägetisch, um den benötigten Zuschnitt zu fertigen. Dabei ist es egal, ob die Größe einer Briefmarke gesägt werden soll oder ein Format von 6000 mm Länge. Auch für Ronden und Ringe hat das Unternehmen besondere Sägen, die fast jede gewünschte Abmessung anfertigen können. Ein weiteres Highlight befindet sich in Werk III. Hier werden spezielle Aluminiumplatten für den Werkzeug-, Formen- und Modellbau gefertigt. Eine riesige Horizontal – Bandsäge kann Formate bis zu 4000 mm Länge, 2200 mm Breite und 1000 mm Dicke sägen. Daran angegliedert sind Vertikalsägen, die das Material automatisch übernehmen und den Zuschnitt auf die passende Breite bringen.
Den Blick nach vorn und das Ohr am Markt haben, heißt für BIKAR aber auch, in Materialforschung zu investieren. Und dieser Teil hat in letzter Zeit einen besonderen Stellenwert eingenommen. FORMODAL® nennen sich die Produkte, deren Legierungen und Eigenschaften speziell für Blas- und Spritzgussformen entwickelt wurden. Neben dem üblichen Aluminiumguss aus EN-AW 5083 liefert das Unternehmen auch hochfeste Sonderwerkstoffe wie FORMODAL®BM-400 oder FORMODAL®060. Hierbei handelt es sich um Aluminium-Platten, die gewalzt/geschmiedet sind. Hohe Kernfestigkeiten und Spannungsarmut sind dabei von besonderer Bedeutung. Doch damit nicht genug. Die größte Investition in der Geschichte der BIKAR-Gruppe steht kurz vor dem Abschluss. Im Januar 2011 wird das neue, 17,5 Mio. € teure Fräszentrum der BIKAR-ALUMINIUM GmbH in Korbußen bei Gera offiziell in Betrieb gehen. „Die Produktionsstätte wird aber kein Wettbewerb für unsere Kunden sein“ betont Konstantin Bikar ausdrücklich. Und der Grund wird schnell plausibel. Die Fräse hat einen gigantischen Messerkopf von 2.700 mm Durchmesser. Schon jetzt werden hier die ersten plangefrästen Präzisionsplatten für den Werkzeugbau gefertigt. Von 5 mm bis 150 mm Dicke und zurzeit noch 2200 mm Breite und bis zu 6000 mm Länge fertigt der Messerkopf in einem Durchgang mit einer Genauigkeit von 0,1 mm Dickentoleranz.

Das Material FORMODAL®030-plan basiert auf der Legierung EN-AW 5083 – Guss, ist thermisch speziell behandelt und spannungsarm.

Den Blick nach vorn und das Ohr am Markt haben. Wo kann man das besser als auf einer Messe wie der EuroMold, für BIKAR eine der bedeutendsten Messen. „Es ist eine Drehscheibe, ein Treffpunkt und eine Kontaktbörse.“ so Konstantin Bikar. Auch in diesem Jahr ist man wieder dabei. In Halle 8, Stand E58 hat das Unternehmen die Standfläche von einstmals 70 m² auf 100 m² erhöht. Ein Beweis dafür, wie wichtig diese Messe ist.

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