Weiterbildung im Wandel

Verändert Corona die Art des Lernens nachhaltig?

E-Learning, Fernunterricht, digitale Bildung, all das hat durch die Corona-Krise neuen Schwung bekommen. Dabei ist die Idee nicht neu. Bereits Ende der 1960er Jahre wurde Fernunterricht angeboten; damals noch über verschiedene Fernsehformate. Bekanntestes Beispiel sind wohl die Sprachkurse, die man zuweilen ja noch als Wiederholung oder jetzt über das Internet sehen kann. Auch die Zusendung von VHS Kassetten war eine Methode, mit der auch früher schon zu Hause gelernt werden konnte. In Deutschland war so beispielsweise sogar das Erreichen der Fachhochschulreife durch Kombination von zugesandten Begleitmaterialien und Fernsehsendungen möglich.

Ein großer Teil der Präsenzveranstaltungen zur Weiterbildung wurde mit digitalen Formaten ersetzt. Künftig wird noch mehr als bisher das der jeweiligen Lehr- und Lernsituation beste Format – und Kombinationen daraus – genutzt. © Shutterstock, Lisa-S

Heute stehen uns weitaus bessere Möglichkeiten zur Verfügung. Tatsache ist aber auch, dass sich manche Aspekte, die in der Bildung eine nicht zu unterschätzende Rolle spielen, kaum online abbilden lassen. Menschen lernen immer noch am liebsten von Menschen. Der direkte Kontakt und die Interaktion zwischen Lernenden und Lehrenden bieten wichtige Vorteile. Gerade bei beruflichen Weiterbildungen spielt auch der Auf- und Ausbau eines persönlichen Netzwerks eine Rolle, der in einer Kaffeepause vor Ort ungezwungener und angenehmer funktioniert als im Chat oder beim virtuellen Match-Making.

Dennoch verfügt digitales Lernen über zwei Kernargumente, die auch außerhalb eines pandemiebedingten Lockdowns gelten. Die Ersparnis von Zeit und – mit den richtigen Formaten – die permanente, terminunabhängige Verfügbarkeit. Eine gewisse Zeitersparnis steht außer Frage, da sich die Inhalte bequem im Büro oder zu Hause aufnehmen lassen. Übernachtung und Anfahrt werden eingespart, wodurch auch nach der Weiterbildung der Schreibtisch nicht überquillt.

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Die Unabhängigkeit von Terminen bei unentwegt abrufbaren Formaten, wie professionellen Web-based Trainings (WBT) oder Youtube-Videos, kommt aber mit einem Nachteil: Kein Experte kann direkt Fragen beantworten oder konkret auf ein Problem in der eigenen Produktion eingehen. Andererseits lässt sich bei Standardthemen sehr schnell Wissen aufbauen; eine gewisse autodidaktische Veranlagung natürlich vorausgesetzt.

Interaktion kann auch bei digitalen Formen der Weiterbildung sinnvoll sein. © FSKZ

Auch eine Rolle für das Etablieren digitaler Formate spielt die immens gesunkene Hemmschwelle, ein Meeting über Teams, Zoom, Skype und andere Systeme durchzuführen. Während der Corona-Pandemie waren Mitarbeiter in fast allen Unternehmen und Funktionen gezwungen, sich mit diesen Techniken intensiv zu beschäftigen. Somit stehen Mitarbeiter auch digitalen Weiterbildungen inzwischen offener gegenüber.

Wohin geht also die Reise? Die Antwort ist, wie aufgezeigt, nicht einfach schwarz oder weiß, sondern liegt irgendwo dazwischen. Beide Lehrmethoden, das Präsenz- und das Distanz-Lernen, werden künftig eine Daseinsberechtigung haben, und zwar gerade dort, wo die jeweilige Methode Vorteile bietet. Dies zeigt das Beispiel des Kunststoff-Zentrums – SKZ in Würzburg Würzburg. Mit seinen Standorten in Horb, Halle, Peine, Selb und Obernburg lässt sich die Weiterbildung oft vergleichsweise nahe den Kunden und überwiegend in Präsenzkursen anbieten. Speziell theorieintensive Schulung bietet das SKZ aber auch online an.

„Wir haben bei unseren Online-Kursen aktuell noch feste Termine, da unsere Kunden großen Wert auf den direkten Austausch mit unseren Experten legen. Auch in der Krise, war es für uns kein Thema die Qualität zu reduzieren, indem wir einfach einen Präsenzkurs abfilmen. Digitale Weiterbildung benötigt ein völlig anderes didaktisches Konzept, dazu gehören eine kürzere Dauer und eine geschickte Interaktion mit dem Teilnehmer, um ihn bei der Stange zu halten“, so Alexander Hefner, Leiter des Bildungsmanagements am SKZ. Durch den hohen Praxisanteil im Großteil der Schulungen setzt das SKZ aber auch weiter auf Präsenzunterricht direkt an den Verarbeitungsmaschinen – getreu dem Motto „Begreifen kommt von Greifen“. Es werde also ein paralleles Angebot von Inhalten in beiden Formaten geben, um die Kundenwünsche im Detail zu erfüllen. Künftig sollen Inhalte auch auf Abruf zur Verfügung stehen, sowohl zur Auffrischung von Detailwissen als auch um theoretische Inhalte ort- und zeitunabhängig zur Verfügung zu stellen.

Die Unternehmen der Kunststoffbranche können sich also 2021 auf eine größere Auswahl bei den Lernmethoden freuen und damit die optimale Inhaltsvermittlung entsprechend den aktuellen Bedürfnissen auswählen.

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