Fügen von Kunststoffbauteilen

Es fügt sich …

Trotz zunehmend komplexer Bauteilgeometrien, Mehrkomponententechnik und Funktionsintegration: Das Fügen von Kunststoffbauteilen ist und bleibt eine große Herausforderung - in technologischer und wirtschaftlicher Hinsicht.

Schweißtechnische und mechanische Fügeverfahren der Kunststofftechnologie haben das Kunststoff-Netzwerk Franken (KNF) und der Cluster Neue Werkstoffe (CNW) in den Mittelpunkt einer Fachtagung gestellt. Rund 100 Experten aus ganz Deutschland fanden sich laut Veranstalter in Bayreuth ein, um sich über Fügetechnologien, deren Möglichkeiten und Perspektiven, auszutauschen. Diese Veranstaltung war der Auftakt zu einem neuen gemeinschaftlichen Angebot mit dem Titel Treffpunkt Kunststoff.

Neuartige Materialkombinationen stellen immer höhere Qualitäts- und Leistungsanforderungen an die Bauteile. Im Rahmen des zunehmenden Innovationsdrucks durch den internationalen Wettbewerb sind sowohl Kunststoffverarbeiter als auch Systemintegratoren gezwungen, vielfältige Bedarfe im Fügebereich mit praktikablen und wirtschaftlichen Lösungen zu bedienen. Ganzheitliche Prozessbetrachtung sei die Voraussetzung für erfolgreiche Fügeergebnisse. Für die Auswahl einer geeigneten Technik müssen vielfältige Parameter berücksichtigt werden.

Anzeige

Konturnahes Laserdurchstrahlschweißen, die Anwendung temperierter Ultraschall-Sonotroden, das Vibrationskleben von faserverstärkten Duroplasten, das Heizelementeschweißen von Hochtemperaturthermoplasten und konturgeformte Infrarotstrahler sind nur einige der zu nennenden Stichworte. Aber auch die Direktverschraubung von Polymerwerkstoffen bietet eine Fülle von Möglichkeiten, Fragen zur Auslegung und Validierung von Schraubstellen lassen sich mit den Experten klären. Eine weitere Alternative im Bereich des mechanischen Fügens sind Clipverbindungen, mit ihren Vorteilen beispielsweise beim Toleranzausgleich und der Möglichkeit weitere Funktionen, wie Dichtungen zu integrieren. Es zeichnet sich laut Roger Schweigert gerade bei der Verbindung von CFK-Bauteilen ein Trend zum Einsatz von Clips ab. Bei diesen Werkstoffen hat sich das Kleben bereits etabliert, wie Alexander Wörner bei einer Live-Vorführung des sekundenschnellen, lichthärtenden Fixierens von Schraubdomen demonstrierte. Die Möglichkeiten und Innovationen bei der Verklebung von Kunststoff seien vielfältig, dabei sei das Kleben ein komplexer Prozess. Dieser Vortrag diente daher auch als Überleitung zur Folgeveranstaltung am 27. November 2012 im Kloster Banz. Die Federführung dieser nächsten Veranstaltung mit einem Schwerpunkt Kleben von Kunststoffen wird der Cluster Neue Werkstoffe übernehmen.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige

Heißnieten für feste...

Enge Bindung

Mit exakter Prozessführung und kontinuierlichem Monitoring sind im Heißnietverfahren beim verbinden von Kunststoffen und anderen Werkstoffen hohe Festigkeiten erreichbar, wie eine Untersuchung mit Unterstützung der TU Chemnitz zeigte.

mehr...

Kunststoffschweißen

Auf ewig verbunden

Kunststoff-Schweißverfahren richtig wählenKunststoffverarbeitern steht heute eine ganze Reihe unterschiedlicher Fügeverfahren zur Verfügung. Sie alle haben Vor- und Nachteile und oft braucht es umfassende Erfahrung, um den richtigen Weg zu finden.

mehr...

Fügeverfahren Lifetec

Feste Verbindung

Ein neues Verfahren beschert randlosen Brillen ein längeres Leben: Laser verbinden Metallbügel und Kunststoffgläser sicherer miteinander. Auf der Messe Productronica stellen Forscher die Technik vor.Vor allem bei randlosen Kunststoffbrillen lockern...

mehr...
Anzeige

PET-Kompetenz erweitern

Krones übernimmt Formenbauer MHT

Krones, Hersteller von Abfüll- und Verpackungslösungen, hat die MHT Holding AG (MHT) übernommen. Die MHT mit Sitz in Hochheim am Main liefert zusammen mit ihren Tochtergesellschaften Spritzgießwerkzeuge und Dienstleistungen für die PET-Industrie....

mehr...