Werkstoffe mit mehr Leistung

Neue Materialien für industrielle 3D-Druck-Anwendungen

Auf der Konferenz der Additive Manufacturing Users Group (AMUG) im April 2018 wurden verschiedene neue Materialien für den 3D-Druck vorgestellt. Gemeinsam mit Essentium Materials baut die BASF-Devision 3D Printing Solutions außerdem ein globales Vertriebsnetzwerk für Kunststoff-Filamente auf. Beide Unternehmen fassen daher gezielt einen großen Teil ihrer industriellen Filament-Materialien unter dem Namen Ultrafuse zusammen.

Das Photo-Resin eignet sich für bruchfeste Teile – hier zum Beispiel nachträglich gefärbte elektrische Steckverbinder. (Bild: BASF)

Alle Filamente der Ultrafuse-Familie seien für industrielle Anwendungen entwickelt worden. Zum Angebot gehört auch eine umfassende Expertise in der Anwendungsentwicklung und Know-how in der Fused Filament Fabrication (FFF). Die überregionale Vertriebsvereinbarung umfasst verschiedene Produkte, darunter Ultrafuse Z. Dieses funktionalisierte Filament soll Bauteile mit hohen Festigkeiten in Z-Richtung ermöglichen. Noch für das laufende Jahr sind weitere, gefüllte und schwer entflammbare Filamente angekündigt.

Niedrigschmelzendes PA6 für Standard-Maschinen
Unter der Marke Ultrasint wird ein PA6 LM X085 ist ein neues Material zum Einsatz in Selective Laser Sintering-Prozessen (SLS). Das graue Polyamid 6-basierte Pulver schmilzt bei etwa 193 Grad Celsius und lässt sich leicht auf den meisten im Markt verwendeten SLS-Maschinen verarbeiten. Diese Eigenschaften zielen vor allem auf Kunden in der Automobil- oder Konsumgüterindustrie, die heute zumeist nur aus verschiedenen PA11 oder PA12-Varianten wählen können. Die hergestellten Teile zeichnen sich durch hohe Steifigkeit und Festigkeit aus. Voraussichtlich wird das Ultrasint PA6 LM im Spätsommer zur Verfügung stehen.

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Auch im Bereich der UV-reaktiven Materialien für den 3D-Druck sind Neuentwicklungen im Gange. Seit kurzem verfügbar ist das Photo-Resin X004M, das speziell für Stereolithographie (SLA), Digital Light Processing (DLP) und LCD-Drucker optimiert wurde, bei denen jeweils die Lichtquelle unter dem Baumaterial angebracht ist. Das neue Material überzeugt durch hohe Bruchfestigkeit bei gleichzeitig hohem Elastizitätsmodul. Außerdem sind neue Materialentwicklungen im Bereich Photopolymere angekündigt, die höherfeste Bauteile ermöglichen sollen. Weitere Entwicklungen für UV-reaktive Materialien kommen aus dem Bereich der keramischen Photopolymere, die das additive Fertigen von Metallguss-Formen für Anwendungen zum Beispiel in der Luftfahrt- und Automobilbranche ermöglichen.

Um besser auf Kundenbedürfnisse eingehen zu können, richtet die BASF 3D Printing Solutions künftig ihre Aktivitäten auf die Branchen Automobil, Luftfahrt, Konsumgüter sowie Medizin- und Dentaltechnik aus. Seit Februar ist das Unternehmen Mitglied im Direct Manufacturing Research Center an der Universität Paderborn (DMRC). Ziel des DMRC und seiner Industriepartner ist es, additive Fertigungsverfahren zu verbessern. Seit 2009 arbeiten dort interdisziplinäre Teams in technologieübergreifenden Projekten daran, 3D-Druckverfahren für Endanwendungen weiterzuentwickeln.

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