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Wirtschaftspressekonferenz zur Kunststofferzeugung 2012

Wie viel Kunststoff wird in Deutschland jährlich produziert? Wie hoch liegt die Verwertungsquote bei gebrauchten Kunststoffprodukten? Welche Beiträge zum Energiesparen und Klimaschutz leisten Kunststoffe in diversen Anwendungsbereichen? Darüber informierten sich Wirtschafts- und Fachpressejournalisten bei der diesjährigen Wirtschaftspressekonferenz von PlasticsEurope Deutschland e.V. Das Fazit des neuen Vorsitzenden des Verbandes, Dr. Josef Ertl (Vinnolit GmbH & Co. KG) zur wirtschaftlichen Situation der Kunststofferzeugung in Deutschland fiel eindeutig aus: Die rasante Aufholjagd, nach der Krise 2009 gestartet, ist zunächst einmal gestoppt.

Hier die konkreten Zahlen: Die Produktion von Kunststoff in Deutschland gab im Jahr 2012 um 3,4 Prozent nach und sank auf 19,5 Millionen Tonnen. Auch der Umsatz war rückläufig. Er lag 2012 mit 25,1 Milliarden Euro um 0,5 Prozent niedriger als im Vorjahr. Der Export war in der Menge 2012 gegenüber dem Vorjahr mit einem Zuwachs von 0,5 Prozent knapp im Plus. 12 Millionen Tonnen wurden exportiert, 22,5 Milliarden Euro wurden erlöst. Importiert wurde erneut etwas weniger als im Vorjahr, nämlich 8,3 Millionen Tonnen (- 0,4 %) im Wert von 14,6 Milliarden Euro (+ 0,8 %). Per Saldo ergibt sich ein Exportüberschuss von rund 3,7 Millionen Tonnen und 7,9 Milliarden Euro. Bei Export wie Import waren die 27 Staaten der EU von überragender Bedeutung. Sie waren mit 72 Prozent am Export sowie rund 87 Prozent am Import beteiligt. Damit ist und bleibt Europa mit weitem Abstand wichtigster Markt der Kunststofferzeuger.

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Der Vorsitzende des PlasticsEurope Deutschland e.V., Dr. Josef Ertl

Dr. Ertl betonte in seinen Ausführungen, dass Kunststoffe viel zu einem ökologisch und ökonomisch sinnvollen Handeln beitragen. Würden zum Beispiel Kunststoffverpackungen durch andere Materialien ersetzt, wäre die Masse der nötigen Verpackungen im Schnitt um einen Faktor 3,6 höher, der Energieverbrauch um den Faktor 2,2, die ausgestoßenen Treibhausgase um den Faktor 2,7. Kunststoff leistet somit einen ganz entscheidenden Beitrag zur Reduzierung des Ressourcen­verbrauchs. Und auch bei der Energieeffizienz ist der Werkstoff vorn dabei. Kunststoff hilft ganz entscheidend, in einer Vielzahl unterschiedlichster Anwendungen ein Vielfaches dessen an Energie zu sparen, was zu seiner Herstellung und Verarbeitung nötig ist. Und auch am Ende ihres Lebensweges sind Kunststoffprodukte noch zu schade zum Wegwerfen: Von den im Jahr 2011 angefallenen 5,4 Millionen Tonnen Kunststoffabfällen wurden 99 Prozent stofflich und energetisch verwertet.

Der wirtschaftliche Ausblick für das laufende Jahr fällt positiv aus: Aus heutiger Sicht rechnen die Kunststofferzeuger in Deutschland für das Gesamtjahr 2013 mit einem Wachstum um 1,5 Prozent. "Aufgrund des schwierigen wirtschaftlichen Umfeldes und insbesondere der zahlreichen Unwägbarkeiten rund um den Euro blicken wir verhalten optimistisch in die Zukunft", so Dr. Ertl abschließend.

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