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Zhafir: Montagewerk für Spritzgießmaschinen nimmt Betrieb auf

Vollelektrische Spritzgießmaschinen der Venus-Serie mit Schließkräften zwischen 400 und 4100 kN für den europäischen Markt produziert die Zhafir Plastics Machinery GmbH ab sofort in ihrer neuen, großzügigen Montagehalle im oberpälzischen Ebermannsdorf nahe Amberg. Bei der offiziellen Einweihung wurde zudem eine als völlig neue vollelektrische Maschinenreihe die Mercury-Serie mit Schließkräften zwischen 350 und 5000 kN angekündigt - und Prototypen gezeigt.

Von europäischen Zulieferern und der chinesischen Haitian-Gruppe zugelieferten Komponenten produziert das deutsche Zhafir-Werk die bereits im letzten Jahr im chinesischen Zhafir-Werk angelaufene Venus-Serie. Davon sind laut Unternehmen bereits rund 350 Maschinen am Markt platziert worden.

Alles im - sehr speziellen - Rahmen
Mit einer neuartigen Rahmenkonstruktion soll die zur K2010 angekündigte und mit Prototypen präsentierte Mercury-Baureihe die Vorteile holmloser Maschinen mit denen konventioneller Bauart verbinden - und einige zusätzliche Features bieten. Die massiven Seitenwände übernehmen die Funktion der üblichen Säulen und nehmen die Zugkräfte aus den Reaktionskräften der Schließeinheit auf. Außerdem bilden sie die Maschinenverkleidung. Das bringt einen extrem großen Einbauraum für die Form bei sehr hoher Steifigkeit. Zudem sei die Maschinengesamtbreite aufgrund der nicht notwendigen zusätzlichen Verkleidungen besonders gering, was erheblich Aufstellfläche einspare.

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Zweites Kernelement der Neukonstruktion ist die Trennung von Plastifizieren und Einspritzen. Höchste Dynamik und Einspritzgeschwindigkeiten werden so möglich. Unterschiedliche Durchmesser von Schnecke und Einspritzkolben sind möglich und damit auch schwierige Werkstoffe effizienter verarbeitbar. So sei bereits PP mit einem MFI von 100 problemlos gespritzt worden, was beispielsweise in der Verpackungstechnik völlig neue Möglichkeiten eröffne. In der erstmals als rein elektrische Variante gebauten Einspritzeinheit seien Probleme bereits am Markt befindlicher hydraulischer Einheiten wie das Thema Undichtigkeiten gelöst worden. Weitere Konstruktionsdetails wie völlig schmierungsfreie Bolzen im Kniehebelantrieb und andere stehen als Bestandteile der Serie fest. Im Übrigen sollen die Maschinen schon im Standard weitgehend komplett ausgestattet sein, kündigt Dr. Helmar Franz an. Ende 2009 sollen 550-kN-Vorserienmaschinen an Pilotkunden geliefert werden, um Optimierungen vornehmen zu können und zur K2010 den Serienstand und Ende 2010 die Produktionsfreigabe zu ereichen. Geplant sind Maschinen mit Schließkräften bis 5000 kN.

Wer ist Zhafir?
Gegründet wurde Zafhir als ein Unternehmen der chinesischen Haitian Gruppe zur der chinesische Werk zu 100 Prozent gehört. An der deutschen Zhafir Plastics Machinery GmbH ist die Haitian Gruppe zu 91 Prozent beteiligt, 9 Prozent liegen bei Prof. Helmar Franz. Gleichzeitig ist Zhafir eine Marke, unter der alle vollelektrischen Maschinen entwickelt, gebaut und vertrieben werden. Nach eigenen Angaben produzierte Haitian im Jahr 2008 etwa 16.000 Spritzgießmaschinen in mehreren Bauweisen und Schließkräften bis 40.000 kN mit insgesamt etwa 370 Mio. Euro Umsatz. Im 1. Halbjahr 2009 sank der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 33 Prozent auf etwa 120 Mio. Euro. Zur Jahresmitte und vor allem danach habe sich jedoch eine deutlich steigende Tendenz gezeigt, ergänzt Prof. Helmar Franz die vorgestellten Unternehmenskennzahlen. Entgegen dem Branchentrend seien zu jeder Zeit deutlich schwarze Zahlen geschrieben worden, die Rücklagen sogar erhöht worden. Für das kommende Jahr sieht er dank moderner Maschinenkonzepte eine weitere erhebliche Erholung. So seien die Verkaufszahlen der energiesparenden Mars-Baureihe sogar während des schwierigen aktuellen Jahres gestiegen.

Bild: Haitian-CEO Zhang Jianming und Prof. Helmar Franz erwarten einen deutlichen Auftragsschub.

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