Vielseitiges Halbzeug

Meinolf Droege,

Magnetgummi für 2D-Formteile

Magnetgummi steht als flexibel einsetzbares Halbzeug zur Herstellung von Bauelementen mit magnetischen Eigenschaften zur Verfügung. Es handelt sich um ein elastisches Polymer mit anisotropem Gefüge, das mit Strontiumferritpulver angereichert ist. Das Material sei erheblich kostengünstiger als keramische Magnete und soll hohen Haftkraft und einfacher mechanischer Bearbeitung überzeugen.

Schallenkammer Magnetsysteme fertigt aus dem Magnetgummi 150/180 in seinem eigenen Maschinenpark auch kundenspezifische Bauteile wie dieses einbaufertige Frästeil mit Bohrungen. © Schallenkammer

Für viele Hersteller und Zulieferer, die ein Material zur Fertigung von flachen Ringen, Ronden, Bändern oder Streifen mit hoher magnetischer Haftkraft benötigen, kann das anthrazitfarbene Magnetgummi 150/180 von Schallenkammer Magnetsysteme eine Basis sein. Der Werkstoff lässt sich laut Hersteller dank seines homogenen, gerichteten (anisotropen) Gefüges in der Bearbeitung splitterfrei stanzen, bohren, sägen und schneiden – auch per Wasserstrahl – und erweist sei witterungs- und alterungsbeständig. Zudem sei er gegenüber Wasserdampf, Ozon und verdünnten Chemikalien unempfindlich. Aufgrund dieser Eigenschaften finden sich Bauelemente und Formteile aus dem Magnetgummi in zahlreichen technischen Anwendungen: Als Impulsgeber in Hydraulikzylindern, Stoppkontakte in Türen und Toren, Abschalter in Roboterarmen, Schallschutz-Elemente in Rohrleitungen, Kontaktgeber in Aufzügen, zur Befestigung von Ablagewinkeln, Fixierung von magnetischen Wasserwaagen und in anderen. Zudem kann das Material als preiswerte Alternative zu keramischen Magnetwerkstoffen sein.

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Es sind vorkonfektionierte platten- und bandförmige Halbzeuge, aber auch kundenspezifische Bauteile lieferbar. Auf Wunsch werden diese Formteile ein- oder beidseitig mit Farb- oder Klebefolien beschichtet oder erhalten einen oberflächenschonenden Filz. Es stehen die beiden Varianten A und C jeweils in mehreren Dicken zur Verfügung. Sie unterscheiden sich in der Haftkraft und der Art der Magnetisierung. Typ A ist axial in Richtung der Höhe magnetisiert und erreicht beispielsweise bei 1,5 Millimeter Dicke 22 g/cm2 magnetische Haftkraft. Er wird in Zuschnitten mit 140 Millimeter Breite geliefert. Typ C verfügt über eine einseitige mehrpolige Flächenmagnetisierung und bietet bei gleicher Dicke 45 g/cm2 Haftkraft. Er ist in 440 Millimeter breiten Zuschnitten lieferbar. Wenn für eine Anwendung besondere hohe Haftkräfte benötigt werden, kann der Magnetgummi Typ C mit einem zusätzlichen Eisenrückschluss aus Stahlblech versehen werden. In diesem Fall lässt sich Haftkraft abermals erheblich steigern – bei 2,0 Millimeter Materialdicke verdoppelt sie sich beispielsweise von 75 auf 155 g/m2.

Bauelemente und Formteile aus dem Magnetgummi eignen sich für Anwendungen mit Dauertemperaturen bis 100 Grad Celsius und vertragen kurzzeitig Spitzentemperaturen bis 150 Grad Celsius. Wird dieser Wert längere Zeit überschritten, verliert der Werkstoff seine Flexibilität und es setzt seine Erstarrung (Bakelisierung) ein.

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