Direktcoating-Anwendungen

Hochwertiges Auto-Dekor in einem Schritt

Oberflächen im Fahrzeug-Innenraum sollen hochwertig aussehen, sich gut anfühlen und im Alltag robust und unempfindlich sein. Gleichzeitig setzt die Automobilindustrie bei der Herstellung der Bauteile auf Kostensenkungen und eine deutliche Steigerung der Produktivität. Eine von Bayer Materialscience mitentwickelte Technologie soll diese Forderungen erfüllen.

Entsprechend den Wünschen der Kunden können laut Entwickler Oberflächen verschiedener Bauteile in einem weiten Bereich frei gestaltet werden. Es stehen transparente oder farbige Lacke zur Verfügung, deren Aussehen von matt über hochglänzend bis zu Klavierlackoptik variieren kann. Die Haptik kann hart oder weich eingestellt werden. Bei entsprechender Formgebung des Werkzeugs sind auch genarbte und strukturierte Oberflächen möglich.

Wie das Verfahren funktioniert, soll live auf der K präsentiert werden. Zudem werde am Stand von Kraussmaffei in Halle 15 ein beispielhaftes Designbauteil für den Innenraum aus dem Polycarbonat-Blend Bayblend gefertigt und mit zwei verschiedenen Hartlacken überzogen.

Beim Directcoating-Verfahren wird ein thermoplastischer Träger in der ersten Kavität eines Zwei-Komponenten-Werkzeugs spritzgegossen. Mit verschiedenen Techniken kann er direkt im Werkzeug in die zweite Kavität überführt werden. Dabei entsteht ein schmaler Spalt, der mit einer zweikomponentigen Polyurethan-Beschichtung geflutet wird. Entsprechend der gewünschten Eigenschaften eignet sich dafür entweder ein Bayflex System von Bayer, oder Beschichtung, die auf Rohstoffen der Reihen Desmodur und Desmophen basiert. Nach dem Öffnen des Werkzeugs kann das fertig beschichtete Teil sofort entnommen und weiterverarbeitet werden. Die Oberfläche des Werkzeuges übertrage sich perfekt auf das Polyurethan.

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Angeboten werden verschiedene Trägerwerkstoffe aus dem Sortiment Makro-lon (Polycarbonat, PC) sowie aus den PC-Blend-Reihen Bayblend und Makroblend. Neben Wärmeformbeständigkeit und Schlagzähigkeit weisen die Werkstoffe gute Haftung zu den Polyurethan-Systemen aus, die auch bei Bewitterung erhalten bleibe.

Während die Trägerwerkstoffe für die geringes Gewicht und Robustheit der Bauteile verantwortlich sind, sorge die Lackschicht für dekorative Optik und angenehme Haptik. Partner von Bayer Materialscience bieten verschiedene lösemittelfreie Lacksysteme an, die sich durch gute Witterungs- und Chemikalienbeständigkeit sowie Kratzfestigkeit auszeichnen. Auf Wunsch können auch selbstheilende Systeme eingesetzt werden.

Entsprechend den Anforderungen stehen transparente und farbige Lacke zur Verfügung, die auf Wunsch hochglänzende, matte oder strukturierte Oberflächen aufweisen. Oder haptische Beschichtungen für den Innenraum, die in verschiedenen Weichheitsgraden eingestellt werden können. Ein Beispiel ist ein Polyurethansystem, mit dem ein Schubfach im Innenraum einer Serienlimousine nach dem Directskinning-Verfahren mit Naturlederoptik und Haptik verkleidet wird.

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