Plast-Szene

I Die globale Finanzkrise hat die Kunststofferzeuger in Deutschland nicht verschont. Gemäß der Zahlen, die Dr. Günter Hilken, Vorsitzender von Plastics Europe Deutschland e.V., am 6. Mai in Frankfurt am Main der Wirtschafts- und Fachpresse vorlegte, ging die Kunststoffproduktion im vergangenen Jahr um 2,5 Prozent auf 20 Millionen Tonnen zurück. Ein glimpflicher Ausgang angesichts des dramatischen Einbruchs im Dezember 2008: Der Produktionsindex sank in diesem Monat um knapp 30 Prozent. In der Konsequenz sank auch der Umsatz der Kunststofferzeuger – im Gesamtjahr um 2 Prozent auf 22,8 Milliarden Euro, in den Monaten November und Dezember um 30 Prozent. Von den Einbußen waren nicht alle Abnehmerbranchen gleichermaßen betroffen. So verzeichnete im Dezembervergleich 2007/2008 die E&E-Industrie ein Minus von 5,5 Prozent und die Automobilindustrie ein Minus von 18 Prozent, während im Verpackungsbereich keine Rückgänge verzeichnet wurden. Der Export verlor in der Menge gegenüber dem Vorjahr um 2,2 Prozent auf 13,1 Millionen Tonnen, der Import verlor um 2,3 Prozent auf 8,4 Millionen Tonnen. Von überragender Bedeutung im Außenhandel, so Hilken, waren die Staaten der EU mit einem Anteil von 70,4 Prozent am Export und 88 Prozent am Import. Beschäftigt wurden 47.480 Mitarbeiter. Die Kunststofferzeuger, so der Verbandsvorsitzende weiter, hätten sich zum Standort Deutschland bekannt. Nun sei die Politik gefordert, die positiven Standortfaktoren weiter zu verbessern. Hilken: „Die Industriepolitik muss wieder ins Zentrum des politischen Handels rücken, die Unternehmen entlastet werden.“ Deutschland müsse wieder attraktiver für Investitionen aus dem In- und Ausland werden. Dazu gehöre der Abbau der Bürokratie und der Verzicht auf deutsche Sonderwege in der Energiepolitik. Gleichzeitig forderte der Verbandsvorsitzende die Einführung steuerlicher Anreize zur energetischen Sanierung von Gebäuden: „Wer Kunststoff einsetzt“, so Hilken wörtlich, „handelt nachhaltig.“ Einen Blick in die Zukunft wagend, erklärte Hilken, dass mit einer konjunkturellen Aufhellung nicht vor dem Jahr 2010 zu rechnen sei. Es gebe Marktsegmente, wie Konsumverpackungen, die sich schneller erholen werden, und solche, in denen die goldenen Zeiten erst einmal passé seien, wie die Automobilindustrie. Eine Prognose für das Gesamtjahr 2009 vermochte Hilken dennoch nicht zu stellen. In den ersten Monaten seien Kunststoffe für Verpackungen im Consumerbereich gut laufen, während im Verpackungssektor für technische Produkte sowie im Automobil- und E&E-Bereich nach wie vor Rückgänge verzeichnet wurden. Im Baubereich beobachtete der Verband derweil gegenläufige Entwicklungen: Produkte für Energiesparmaßnahmen fanden demnach guten Absatz, während man die Ergebnisse im osteuropäischen Fenstermarkt als unbefriedigend bezeichnen müsse.

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