Kundencenter

Innovationen gegen die Krise setzen

Eine ganze Reihe von auf den ersten Blick verborgenen Werten offenbart das in dieser Woche eingeweihte Arburg-Kundencenter. So wurde im neuen Gebäude mit rund 10.000 m² Nutzfläche das Thema Energieeffizienz gleich von mehreren Seiten angepackt: Von der Geothermietechnologie zur Beheizung und – erstmals – auch zur Kühlung der weitgehend verglasten Räume bis zur energiesparenden Klimatisierung reichen die Maßnahmen.

Der Kern des Neubaus, eine Halle mit mehr als 30 Spritzgießmaschinen und Peripherieeinrichtungen, zeigt erstmals das gesamte Arburg-Produktspektrum – nicht als Ausstellungshalle, sondern als funktionsfähige und laufende Spritzgießfertigung. Hier lassen sich neue Ideen erproben und weiter entwickeln oder Serienteile produzieren, beispielsweise für den Eigenbedarf von Arburg. Auch hier liegen einige sehenswerte Innovationen im Verborgenen, nämlich eine Etage tiefer: Die gesamte Maschinenver- und <nonbreaking-hyphen>entsorgung findet sich unterhalb der Produktionsebene, ist damit gut zugänglich und sorgt für eine aufgeräumte Fertigung. Zudem werden erstmals Reinraumanwendungen, Pulvertechnologien sowie Fertigungsmanagement und <nonbreaking-hyphen>überwachung in separaten Bereichen gezeigt. Die hier realisierten Ideen bietet viele Ansätze zur Optimerung der Produktion bei den Verarbeitern – von der Logistik bis zur Energieeinsparung. Zudem ist es möglich mit Hilfe der Krananlage jederzeit jede Maschine aus dem Kundencenter abzubauen – um sie beispielsweise kurzfristig an einen Kunden zu liefern – und durch eine andere zu ersetzen.

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Geplant und weitgehend gebaut wurde das Kundencenter allerdings in einer sehr viel günstigeren Marktsituation. Ein Minus von 14 Prozent gegenüber dem Rekordjahr 2007 erwartet der Geschäftsführende Gesellschafter Michael Hehl für 2008. Mit den weltweit tätigen Tochterunternehmen entspricht das etwa 350 Mio. Euro konsolidierter Umsatz, davon knapp die Hälfte in Deutschland generiert. Vor allem die Probleme der Automobilbranche hätten hier durchgeschlagen, während Sondermärkte oder Nischen wie der Pulverspritzguss, in dem sich Arburg als einer der Pioniere sieht, relativ stabil. Das gelte ebenso für die Medizintechnik. Gesteigert hat Arburg trotz der problematischen Märkte die Investitionen, die mit rund 13 Mio. Euro etwa 30 Prozent über dem Vorjahr lagen, sowie die Zahl der Mitarbeiter: Sie lag mit einem Plus von 2 Prozent zum Jahresende 2008 bei 2066. Der Ausbau des Mitarbeiterstamms erforderte allerdings einige Anpassungen an die Auftragslage: Mit flexiblem Einsatz der Zeitkonten habe man den laufenden Betrieb der schwierigen Auftragslage zum Jahresende 2008 bereits angepasst. Trotzdem wurde im Februar 2009 Kurzarbeit angemeldet. Man werde jedoch, so Michael Hehl, alles tun, um die qualifizierten Mitarbeiter so lange wie irgend möglich komplett im Haus zu behalten. Insgesamt sieht er gute Chancen, besser durch die Krise zu kommen als andere: Zum einen habe man im letzten Jahr erneut Marktanteile gewonnen, zum anderen in der Vergangenheit die Gewinne sinnvoll reinvestiert, und zwar ebenso in Technologie wie in den Ausbau des internationalen Vertriebsnetzes. Die Substanz des Unternehmens sei so stark, dass man auch weiterhin innovativ tätig sein könne, auch wenn das Ergebnis negativ werden sollte.

Und die Beweise werden gleich mitgeliefert: Es wurden nicht nur bestehende Baureihen erweitert, sondern parallel mit der „Hidrive“ ein neues Maschinenkonzept vorgestellt. Die Hybrid-Maschine mit hydraulischen und servoelektrischen Achsen soll trotz hoher Leistungsfähigkeit und damit möglichen kurzen Zykluszeiten besonders energieeffizient arbeiten. Außerdem biete sie aufgrund ihrer standardisierten Bauweise besonders attraktive Preis/Leistungs-Verhältnisse. Konzept und Kosten scheinen Kunden zu überzeugen: Der Technische Geschäftsführer Herbert Kraibühler konnte jedenfalls schon die ersten Früchte der Innovation ernten – und die ersten Abschlüsse melden.

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