PVC-Aufbereitung Ferrara

Chemische PVC-Aufbereitung wird ausgebaut

Außer Kabelresten und andere anspruchsvollen PVC-Abfällen lassen sich demnächst Folien mit hohen Anteilen an Verstärkungsfasern aufbereiten.

Ein neu installierter Zentrifugendekanter vereinfacht das Filtern im Prozess erheblich und sorgt für noch reinere Compounds.

Mit über 9000 Tonnen Jahresproduktion ist die auf komplexe PVC-Abfälle ausgerichtete Aufbereitungsanlage der Solvin-Gruppe im norditalienischen Ferrara voll ausgelastet. Eine Kapazitätserweiterung, die gleichzeitig dazu dient, das Verarbeiten von Abfällen mit bis zu 30 Prozent Faseranteil wie Bodenbeläge, Lkw-Planen und Dachbahnen zu ermöglichen, ist derzeit im Gange.

Die unter dem Verfahrensnamen Vinyloop arbeitende Anlage ist laut Betreiber die einzige in Europa, die aus unbehandelten und heterogenen Abfällen homogene, regenerierte hochwertige PVC-Compounds herstellt. Derzeit werden hier vor allem Kabel aufbereitet. Die mit einem chemischen Prozess arbeitende und als Pilotanlage konzipierte Technik ist seit mehreren Jahren in Betrieb und wurde mehrfach optimiert. Zuletzt wurde ein Zentrifugendekanter installiert, der das Filtern im Prozess erheblich vereinfacht und noch reinere Compounds mit verbesserten mechanischen Eigenschaften erzeugt. Produziert werden Werkstoffe, die sich ebenso wie Neu-Werkstoffe Extrudieren oder Spritzgießen lassen.

Inzwischen arbeite die Anlage trotz der problematischen Energiekostensituation am Standort Ferrara und der bisher nur unzureichend organisierten Rohstofflogistik in der Region im laufenden Betrieb kostendeckend, verlautet aus der Unternehmensspitze. Offenbar denkt man nun über die Umsetzung des patentierten Prozesses im größeren Maßstab nach: Dafür werde ein Standort definiert, der zum einen die Energieversorgung bietet, zum anderen ausreichende Mengen an minderwertigen PVC-Abfällen bietet. Sicher haben die Verantwortlichen dabei auch einen deutschen Standort wie Rheinberg im Auge. Aber auch die Lizensierung der Technologie an andere Unternehmen scheint möglich.

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Details zum Verfahren wird das Kunststoff Magazin in einer der nächste Ausgaben vorstellen.

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