PVC effizienter produzieren

Weichmacher mit Turbo

Ein spezieller Weichmacher soll die Herstellung von Weich-PVC-Produkten wie Fußbodenbelägen oder Tapeten beschleunigen und vereinfachen. Im Januar 2019 wurde die zweite Produktionskampagne gestartet.

Ohne Weichmacher wären viele Kunststoffprodukte nicht denkbar. In manchen Anwendungen beträgt ihr Anteil bis zu 40 Gewichtsprozent. Denn sie sollen flexibel, geschmeidig und vielfältig einsetzbar sein – besonders im Falle von Polyvinylchlorid (PVC). Es ist im Ursprung hart und spröde. Und erst durch den Zusatz von Weichmacher wird PVC zu einem modernen Kunststoff mit sehr breitem Anwendungsspektrum. Diese wirken wie ein molekulares Schmiermittel, dessen Moleküle sich zwischen die Polymerketten des PVC-Pulvers legen und so aus der starren eine bewegliche Struktur generieren.

Fast alle Weichmacher kommen – wegen ihrer polaren Struktur – aus der Familie der Ester. Ein besonders vorteilhaftes Preis-Leistungsverhältnis bieten die Ester der Phthalsäure. Sie sind in Kettenlängen von 4 bis 13 Kohlenstoffatomen erhältlich. Dazu gehört zum Beispiel DINP (C9), das Evonik in Europa als Vestinol 9 vermarktet.

Um den Anforderungen der Verarbeiter zu entsprechen und an der entsprechenden Marktentwicklung zu partizipieren, arbeitet Evonik seit einiger Zeit an der Entwicklung von Weichmachern der neuen Generation. Mit dem neuen Elatur DPT (Diisopentylterephthalat) sei eine echte Produktinnovation im Bereich Schnellgelierer gelungen. Hergestellt auf der Basis von Pentanolen aus dem C4-Verbund, verbessere das Produkt aufgrund seines polaren Charakters die Interaktion mit dem PVC und beschleunige so den Verarbeitungsprozess. Den Kunden biete der neue Schnellgelierer zudem eine Reihe weiterer Vorteile. Dazu gehöre zum Beispiel eine bessere Pumpbarkeit/Fließfähigkeit bei tiefen Temperaturen.

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Die Produktkomponenten sind zudem unkritisch im Hinblick auf Emissionen im VOC- (volatile organic compounds; flüchtige organische Verbindungen) und SVOC-Bereich (semi-volatile organic compounds; schwer-flüchtige organische Verbindungen), so dass keine zusätzliche emissionsmindernde Beschichtung des Weich-PVC-Produkts nötig ist. Der Effekt seien Energieeinsparungen und/oder erhöhte Produktionsmengen in bestehenden Anlagen.

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