PVC schützt

Flexibel einsetzbarer Werkstoff mit vielen Funktionen

In der Diskussion um Nachhaltigkeit hat Polyvinylchlorid (PVC) ein Imageproblem obwohl die Recyclingfrage besser beantwortet ist, als bei vielen anderen Werkstoffgruppen. Zudem liefert PVC als sehr universeller Werkstoff Lösungen für ein außerordentlich breites Anforderungsspektrum.

Sicher im Griff und sicher im Blick –PVC dient dem Komfort und der Arbeitssicherheit. © Kremer

Rundkappen, Knickschutztüllen, Schalterabdeckungen, Zangengriffe und andere Teile produziert das Unternehmen Kremer im hessischen Wächtersbach. Die Vielseitigkeit ist enorm, dementsprechend finden die PVC-Experten immer mehr Anwendungsmöglichkeiten. So gibt es doppelschichtige Ummantelungen von Metallteilen, die den Grad der Abnutzung anzeigen, oder nachleuchtende Tauchkappen, die bei plötzlich eintretender Dunkelheit für Sicherheit sorgen.

PVC ist im Ursprung ein harter und spröder Werkstoff, der durch Zugabe von Weichmachern seine Flexibilität erhält. Dadurch erst wird PVC zum Werkstoff der Wahl für unzählige Anwendungen und ein extrem breites Eigenschaftsspektrum. Der thermoplastische Werkstoff bietet gute Beständigkeit gegen Laugen, Säuren, Öl und Alkohol sowie gute isolierende Eigenschaft. Ein weiterer Vorteil ist die schwere Entflammbarkeit. Anders als bei anderen technischen Stoffen mit niedrigerem Chlorgehalt, wie Polyethylen oder Polypropylen, verlischt ein auftretender Brand nach Entfernung der offenen Flamme schnell wieder. Mit entsprechenden Additiven können außerdem weitere Eigenschaften wie erhöhte Licht- und Witterungsbeständigkeit für den Außeneinsatz oder eine spezielle Einfärbung für die Signalwirkung, speziell im Bereich Arbeitsschutz erzielt werden.

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Schutzkappen aus PVC lassen sich in nahezu beliebiger Form und Farbe produzieren. © Kremer

In flüssiger Form – als sogenanntes Plastisol – dient PVC als Grundlage für die Herstellung getauchter Schutzkappen. Dies lässt sich kostengünstig mit vielen vorhandenen Standardwerkzeugen oder auch individuell nach Zeichnung gefertigten Tauchwerkzeugen umsetzen. Für die Herstellung von Rund- und Rechteckkappen stehen sechs Standard- und weitere Sondermaterialtypen der Marke Krevosol zur Verfügung.

Individuelle Ummantelung und Beschichtung
Die Produktreihe Krevosol besteht aus bislang zwölf Rezepturen für Standard- oder Spezialanforderungen. Variante 1649 ist laut Hersteller ein phthalatfreier und biokompatibler Werkstoff mit sehr guter Beständigkeit gegenüber Desinfektionsmitteln, was besonders wichtig ist für den Einsatz im medizinischen und therapeutischen Bereich. Auch Metallteile werden standardmäßig mit PVC ummantelt oder getaucht, um zum Beispiel Zangengriffe oder Schutzüberzüge herzustellen. Dazu werden metallische Rohlinge nach dem Aufheizen über eine vordefinierte Zeit in Plastisol getaucht. Das PVC lagert sich an und bildet eine elektrisch isolierende Schicht – oder, unter Beimischung von Additiven, eine für ESD-Anwendungen geeigneten Arbeitsschutz für Zangen und andere Werkzeuge.

Beliebige Geometrien sind vergleichsweise einfach im Tauchverfahren zu beschichten. © Kremer

Farben-Vielfalt und Sondermaterialien
Ausgangspunkt für die Herstellung aller Tauchteile ist ein naturtransparentes PVC-Grundmaterial. Es kann transparent bleiben, um zum Beispiel als Spritzwasserschutz zu dienen, der zugleich den Blick auf eine dahinterliegende Anzeige ermöglicht. Soll eine farbliche Signalwirkung erzielt werden, bietet sich die Einfärbung des Tauchteiles an. Bei Kremer stehen zwanzig RAL-Standardfarben zur Verfügung und darüber hinaus können Farben auch individuell gemixt werden. Vielerlei ummantelte Metallteile - im Einsatz als Griffe, Halterungen oder Klinken – stellen erhöhte Anforderungen an die Griffigkeit des Materials. Damit nichts rutscht oder aus den Händen gleiten kann, lassen sich Oberflächen auch mit spezieller, matter Perlstrukturoberfläche ummanteln.

Es gibt auch Anwendungen, bei denen eine höhere Temperaturbeständigkeit gefordert wird – beispielsweise bei Lackierschutz-Abdeckkappen für das Pulverbeschichten. Siemüssen Temperaturen zwischen 180 und 225 Grad Celsius standhalten, so dass Bereiche, die nicht pulverbeschichtet werden sollen, zuverlässig geschützt werden. Kremer verwendet dafür ein hochtemperaturbeständiges PVC Material mit der Bezeichnung HT.

Nachleuchtende PVC-Kappen
Mithilfe eines speziellen Farbpigmentes lässt sich der Effekt des Nachleuchtens erzielen. Dies kann, beispielsweise bei einem Stromausfall, zur Arbeitssicherheit beitragen. Hebel, Türklinken und Griffe – am Tag unauffällig in einer milchig weißen Farbe gehalten – leuchten bei plötzlich eintretender Dunkelheit noch eine ganze Zeit in einem intensiven Grün nach. So kann auch bei Extremsituationen wie beispielsweise einem Arbeitsunfall mit Säuren in der chemischen Industrie, das geschädigte oder erblindende Auge bis zuletzt diese Farbe erkennen.

Hinterschnittene Geometrien flexibler Kappen erleichtern verschiedene Anwendungen. © Kremer

Eine Beimischung dieses Farbpigments ist ohne sonstige Beeinflussung der Materialeigenschaften des Ausgangsmaterials in jedem PVC-Krevosol durchführbar, mit Ausnahme von ESD-Anwendungen, dessen niedriger elektrischer Widerstand nur mit der Farbe schwarz erreicht werden kann.

Anwendungsbeispiel Arbeitsschutz
Der Schutz von Metall- oder wichtigen Funktionsteilen ist ein elementarer Aspekt für eine Beschichtung. Allerdings liefert auch das Thema Arbeitsschutz ein deutliches Argument dafür. Mit PVC-Ummantelung werden von Kremer beispielsweise metallische und stumpf endende Wandhalterungen beschichtet, anstatt sie rein mit Endkappen zu versehen, die nach und nach verloren gehen können. Die weiche PVC-Ummantelung reduziert die Verletzungsgefahr erheblich.

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