WB-1250

Von der PET-Flasche zum Designmodel

Mit dem laut Anbieter ersten Blockmaterial aus recycelten PET-Flakes sollen besonders robuste Modellbauplatten entstehen, die nicht nur die Anforderungen der Nutzer, sondern zusätzlich einen ökologischen Aspekt erfüllen.

Etwa 800 Millionen Flaschen aus Polyethylenterephtalat (PET) sind pro Jahr in Deutschland im Umlauf. Ihr Recycling erschließt eine bedeutende Rohstoffquelle. Aus den zurückgegebenen, recycelten PET-Flaschen entstehen bislang nur zu geringen Teilen neue PET-Flaschen, überwiegend sind es Textilien, Verpackungsbänder und viele andere Produkte. Dass daraus auch Blockmaterialien für den Modellbau gemacht werden, ist laut Hersteller Rampf ein Novum: Die hellgrüne Werkzeug-Platte Raku-Tool WB-1250, ein Polyurethan-Blockmaterial, entsteht nicht wie üblich aus einem Polyetherpolyol, sondern aus einem aromatischen Polyesterpolyol – aus recyceltem PET. Mit erstaunlichen Effekten, so der Anbieter: Die Substitution habe verbesserte Abrasionsbeständigkeit und Flammwidrigkeit mit sich gebracht. Die überdurchschnittliche Schlag- und Kantenfestigkeit des Materials komme hinzu. Mit dieser Charakteristika eigne sich das Blockmaterial für die Herstellung von Formplatten und Kernbüchsen in der Gießereibranche. Zudem ist auch eine Verwendung für Klopfmodelle, Metallumformwerkzeuge, Vakuumtiefziehformen und Hilfswerkzeuge möglich.

Der neue Werkstoff reiht sich in die bestehenden Modellbau- und Werkzeugblockmaterialien ein. Die Produkte lassen sich gut fräsen und manuell bearbeiten. In Kombination mit Klebstoff oder Reparaturspachtel eröffnen sie effiziente Möglichkeiten, Modelle herzustellen. Mit der Neuentwicklung erweitert der Hersteller sein Portfolio an „grünen“ Blockmaterialien. Angeboten werden bereits das Modellbau-Board MB-0540 und das Werkzeug-Board WB-1450 – beide sind überwiegend aus Recyclingpolyol hergestellt. Die sogenannten Recypole wie auch die Polyesterpolyole aus PET-Flakes stammen vom Schwesterunternehmen Rampf Ecosystems, das sich auf die Wiederverwertung von Polyurethan- und PET-Reststoffen spezialisiert hat. Durch den Einsatz thermischer Glykolyse bereitet der Systemanbieter die Materialien wieder zu Recyclingpolyolen auf, die erneut in die Herstellung von Polyurethan einfließen.

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Für mehr Effizienz und mehr Ökologie steht auch die konturnahe Produktreihe: Spezielle Anwendung finden die Close Contour Pasten im Automobil- und Schiffsbau, sowie in der Windenergie und der Luftfahrt. Sie lassen sich besonders schnell und einfach verarbeiten. Die Pasten aus Polyurethan oder Epoxid werden auf einen vorgefrästen Unterbau aufgetragen, der bereits die Kontur des zu fertigenden Modells áufweist. Einige der Materialien lassen sich bereits nach zwölf Stunden Aushärtung weiterverarbeiten.

Auch beim Close Contour Casting spart der Anwender Zeit und Kosten. Dabei werden konturnahe Modelle oder Formen durch ein spezielles Gießverfahren hergestellt. Das Ergebnis ist ein dreidimensionaler Gießling, welcher bereits nahe an der Endkontur vergossen ist. Zehn Produkte stehen für diverse Anwendungsgebiete wie Modellbau, Metallumformung, Legewerkzeuge, fugenlose Galvanobadmodelle und die Gießereibranche zur Verfügung. Dadurch fallen weniger Fräsarbeit und auch weniger Abfall an.
„Wer mehr Freiraum für seine Idee benötigt, dem liefern wir seit kurzem auch den Close Contour Block – maßgefertigt, rechteckig und unbearbeitet“, erläutert Peter Kimmerle. Gespannt blickt der Vertriebs- und Marketingleiter von Rampf Tooling der Euromold 2010 entgegen. Denn das Umfeld könnte besser nicht sein.

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