Maschinen für die Medizintechnik

Besser spritzgießen für die Medizintechnik

Sicherheit und Wirtschaftlichkeit im Fokus
Präzision und Reinraumtauglichkeit sind zwei wichtige Voraussetzungen für den Spritzguss im Bereich Medizintechnik. Dazu kommt das Thema Sicherheit des Gesamtsystems aus Maschine, Werkzeug, Handlingsystemen und Materialfluss



Präzision und kompakte Bauweise – letztere Eigenschaft kann die Kosten in der Reinraumproduktion aufgrund des geringeren Platzbedarfs drücken – sind laut Hersteller ohnehin vorhandene Eigenschaften der vollelektrischen Spritzgießmaschinen der Micropower und Ecopower-Baureihen. Gute Bedienbarkeit, modularen Aufbau und Energieeffizienz sowie Konzept einer Gesamtlösung nach dem Prinzip „Alles aus einer Hand“ seien weitere Eigenschaften. Zahlreiche Peripheriegeräte und Roboter sind kompakt integriert. Ebenfalls allen Maschinen gemeinsam ist die Unilog B6-Steuerung, die ein durchgängiges Steuerungs- und Bedienkonzept zur einfachen Handhabung der Spritzgießmaschinen inklusive aller integrierten Peripheriegeräte bietet. Dies ist ein wichtiges Merkmal, spezifisch auch für Reinraumanwendungen. Die unter Windows XP laufende Steuerung macht die Einbindung der Maschinen in BDE-Systeme, aber auch vor allem die internetbasierte Serviceunterstützung einfach. Dies ermöglicht die Bedienung der Maschinen von außerhalb des Reinraumes.

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Aufgrund ihrer Bauweise zeichnen sich diese vollelektrischen Maschinen durch Sauberkeit, Präzision und Wirtschaftlichkeit aus – und sind damit für Anwendungen in der Medizintechnik und Reinraumanwendungen geeignet. Die hohe Prozesssicherheit der Anlagen, Geschwindigkeit und Energieeffizienz als auch der niedrige Geräuschpegel sind weitere Merkmale dieser Baureihen. Zur Messe Medtec in Stuttgart ist die Produktion eines Medizin-Clips aus einem POM von Ticona 0,003 Gramm auf einer Micropower 15/7,5 in einem 4-fach Werkzeug von Microsystems UK angekündigt. Die Zykluszeit soll bei vier Sekunden liegen. Die Teile entnimmt ein Wittmann-Roboter Typ W8VS2 mit einem Handhabungsgewicht von zwei Kilogramm, der speziell für die hochdynamische und präzise Entnahme von Kleinteilen entwickelt wurde. Er legt die Teile einer in die Produktionseinheit und Maschinensteuerung integrierten Kamera zur Überprüfung vor. Im Anschluss folgt die Ablage der Teile kavitätengetrennt in einem Ablagemodul. Die Maschine – verfügbar im Schließkraftbereich von 50 und 150 kN – arbeitet vollelektrisch und weist laut Anbieter außerordentliche Wirtschaftlichkeit, Prozesssicherheit und Geschwindigkeit auf: Beste Voraussetzungen für den Einsatz in Mikrospritzguss und Medizintechnik.

Von besonderem Interesse ist bei dieser neuen Maschinengeneration das zweistufige Schnecken-Kolben-Spritzaggregat mit 0,05 bis 3 cm³ Schussvolumen. Über dieses Spritzaggregat wird thermisch homogene Masse eingespritzt, mit dem Resultat qualitativ hochwertigster Teile bei stabiler Produktion und kurzen Zykluszeiten. So seien Kosteneinsparungen im Vergleich zu Standardmaschinen von 30 bis 50 Prozent realisierbar. Damit amortisiere sich die Maschine in kurzer Zeit. Zur Wirtschaftlichkeit trage zudem die Abstimmung der gesamten Peripherie auf die Fertigung von Kleinst- und Mikroteilen bei. Das modular aufgebaute System der Maschine besteht aus einer Basis-Plattform, die je nach Kundenbedürfnis mit Drehteller, Entnahmehandling, integrierte Qualitätsprüfung mit Bildverarbeitung und Reinraummodul bis zur vollwertigen Produktionszelle erweitert werden kann. Für Medizinanwendungen sind das reinraumtaugliche Design sowie das Reinraummodul, das Reinluft der Klasse 6 nach ISO 14644-1 ermöglicht, ideal. Die Teile werden bei dieser Anwendung im Reinraum gespritzt, geprüft und abgelegt.

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