Innovative Werkstoffe

Von GfK zu PUR

Gemeinsam mit dem in Westerstetten bei Ulm beheimateten Streutechnik-Hersteller Lehner Agrar wurde ein Salzstreubehälter aus Polyurethan (PUR) entwickelt, der die Herstellungs- und Montagekosten signifikant senken soll.

Riesenteile aus einem Stück: Die Streusalzbehälter gehören zu den größten und schwersten PUR-Formteilen. Aufnahmen für diverse Funktionsteile werden während des Gießprozesses integriert. (Quelle: Thieme)

Nicht für den Frühstückstisch, sondern den Einsatz an Räum- und Streufahrzeugen des Straßendienstes entwickelt wurden die „Salzstreuer“, genauer: der neue Streubehälter namens Polaro. Er wird in zwei Größen mit 380 oder. 550 Litern Volumen gefertigt, was Salzfüllungen von 550 oder 720 Kilogramm entspricht. Bisher wurden derartige Streubehälter überwiegend aus Stahlblech oder GfK gefertigt. Auch das Vorgängerprodukt von Lehner bestand aus einem Glasfaser-Handlaminat, das vergleichsweise aufwendig nachgearbeitet und montiert werden musste. Das habe zur Entscheidung beigetragen, die neue Generation als PUR-Konstruktion zu entwickeln.

Auch die Lagerung auf dem Transportfahrzeug vereinfache sich mit den neuen PUR-Behältern. Mussten die Vorgängervarianten in ein Metallgestell eingebaut werden, dienen der Lagerung und Befestigung nun in ebenfalls aus PUR gefertigten Aufnahmeträgern. Lediglich zwei Metallstreben auf den Behälterseiten werden noch benötigt. Somit werde das Gesamtgewicht und die Zahl korrosionsanfälliger Metallteile erheblich reduziert.

Beide Polaro-Größen werden jeweils in einem Stück aus dem schwarz eingefärbten Polyurethan Baydur GS hergestellt, eine anschließende Oberflächenbehandlung ist nicht mehr erforderlich. Er wird nicht geschäumt, sondern gegossen. Damit hergestellte Formteile weisen hohe Steifigkeit, Schlagzähigkeit, Chemikalienbeständigkeit und Verrottungsfestigkeit auf, wie sie im rauen Winterdienst mit dem stark korrosiven Streumittel Salz verlangt werden.

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Trotz ihrer Stabilität und Größe – die größere Variante misst 1400 x 1170 x 800 Millimeter – sind die Teile mit 43 Kilogramm für die große und 35 Kilogramm für die kleinere Type relativ leicht. Trotzdem gehören die Streubehälter zu den größten von Thieme hergestellten PUR-Formteilen Trotz des Öffnungswegs der Großformenträger von 2,80 Meter wäre eine Entformung nicht möglich gewesen. Deshalb wurde ein Schiebetisch entwickelt, mit dem das Formunterteil aus dem Formenträger gefahren und so eine problemlose Entformung sichergestellt werden kann.

Außer der guten Haltbarkeit und dem geringen spezifischen Gewicht der damit hergestellten Teile bietet der PUR-Prozess einen weiteren Vorteil: die Möglichkeit der erhöhten Funktionsintegration. So werden die Aufnahme für das Schneckengetriebe, die Führungsschienen für den Metallrahmen, der die Abdeckplane trägt, sowie die Gewinde für die Befestigungsringe bereits während des Herstellungsprozesses integriert, was die Endmontage vereinfacht. In der Summe ergeben sich laut Hersteller erhebliche Einsparungen durch die Umstellung von GfK auf PUR.

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