Kunststoff statt Stahl oder Beton

Strommast aus Polyurethan

Mit einem speziellen Faser-Wickelverfahren lassen sich Freileitungsmasten produzieren, auch unter schwierigen Witterungsbedingungen beispielsweise in Katastrophengebieten schnell aufgestellt werden können.

Im Kern bestehen die Masten aus einem in einem speziellen Faser-Wickelverfahren verarbeiteten Polyurethan. © BASF

Typischerweise kennen wir Strommasten als geschweißte und geschraubte Gitterkonstruktionen aus Stahlprofilen oder als Betonmasten. Um das Stromnetz resistenter zu machen und die Versorgung nach Ausfällen rasch wiederherzustellen bietet sich eine Alternative an: Unter der Marke Boldur bietet die BASF sehr leichte, in einem speziellen Faser-Wickelverfahren aus dem Polyurethan Elastolit hergestelle Masten an. Sie sollen auch harten Wetterbedingungen widerstehen und die zuverlässige Stromversorgung in Katastrophengebieten sicherstellen. Die Strommasten werden seit Kurzem von einem japanischen Großhändler vermarktet.

12 Meter hohe Kunststoffmasten wiegen etwa 220 Kilogramm. Trotzdem halten die Masten laut Anbieter starkem Wind stand und stürzen nicht kaskadenförmig um. Dieses Phänomen tritt auf, wenn herkömmliche Strommasten aus Beton, wie Dominosteine umfallen und wodurch großflächige Versorgungsausfälle entstehen. Ein 12 Meter langer Betonmast mit mehr als 850 Kilogramm ist schwer zu transportieren und kann ohne Maschinen wie Kräne, Ausleger oder Hubsteiger kaum aufgestellt werden. Für den Transport von Boldur Masten seien dagegen lediglich vier Mann und deutlich weniger Hebemaschinen nötig. Im Gegensatz zu Masten aus Holz, Stahl oder Beton sind ihre Pendants aus Kunststoff korrosionsbeständig und erfordern keine regelmäßigen Inspektionen auf Fäulnis und Insektenbefall. Sie sind mit einer UV-beständigen Deckschicht überzogen, die ihre Lebensdauer verlängert. Dank dieser Merkmale können Netzbetreiber ihre Wartungskosten senken und die Betriebsdauer des Stromnetzes verlängern.

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Produziert werden die Masten derzeit in Südkorea. Sie können hinsichtlich Länge, Festigkeit und Steifigkeit an die Anforderungen von Händlern und Energieversorgern angepasst werden. Die Längen reichen von knapp 8 bis 12 Meter bei einer mittleren Bruchfestigkeit von unter 4 bis über 20 Kilonewton. Darüber hinaus seien die Masten feuerbeständig und schnell selbstlöschend.

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