Fränkisches Modell liefert weiterhin Perspektiven

Kunststoffberufe – Interesse wecken

Mit der Initiative „MyPlastics“ betreibt das Kunststoff-Netzwerk Franken bereits seit mehreren Jahren gezielte Nachwuchsfindung und -förderung für die Mitgliedsunternehmen.

Eine gut gemachte Homepage allein dürfte nur begrenzten Erfolg haben, das Erstinteresse muss zumindest teilweise über persönliche Ansprache in den Schulen geweckt werden. (Bild: KNF)

Statt über die Schwierigkeiten zu klagen, vor allem für die anspruchsvolleren technischen Ausbildungsberufe eine ausreichende Zahl von Bewerbern zu gewinnen, hat das Kunststoff-Netzwerk Franken (KNF) bereits im Jahr 2009 reagiert: Unter dem, Label MyPlastics rückt es aktiv an die Zielgruppen heran, statt auf Bewerbungen zu warten.

Die Probleme der Branche, auch mittel- und langfristig genügend geeignete Bewerber zu finden, zeichneten sich schon einige Jahre zuvor ab, sie ähneln denen anderer Regionen: Bei vergleichsweise hoher Dichte an kunststoffverarbeitenden Unternehmen sind diese und die von ihnen angebotenen Ausbildungsberufe häufig kaum bekannt. Die Unternehmen sind oft „nur“ als Zulieferer aktiv, die Produkte treten nicht im Endkundenmarkt in Erscheinung. Selbst regionale aber auch international besonders erfolgreiche Unternehmen nimmt die regionale Bevölkerung nicht als attraktive Arbeitgeber wahr.

Auf Initiative von mehr als 50 Unternehmen wurde im März 2009 das auf drei Jahre ausgelegte Projekt „MyPlastics – Deine Zukunft mit Kunststoff“ ins Leben gerufen. Wichtigstes Ziel war, Jugendlichen Zukunftsperspektiven in der regionalen Branche aufzuzeigen und mit einer Vielzahl von Aktivitäten gemeinsam mit den Unternehmen die Quantität und Qualität des Bewerbungseingangs zu verbessern.

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Als Projekt des Ausbildungsstrukturprogramms Jobstarter wurde MyPlastics bis Dezember 2012 gemeinsam von KNF und das BF/M-Bayreuth koordiniert. Die Jobstarter-Vorgabe, gemeinsam mit den Kooperationsunternehmen 50 neue, zusätzliche Ausbildungsplätze zu schaffen, wurde lange vor Ende der offiziellen Laufzeit erfüllt: Mit mehr als 150 Kooperationsfirmen wurde die Initiative im März 2012 um weitere 10 Monate verlängert. MyPlastics schloss die offizielle Förderlaufzeit im Dezember 2012 mit großem Erfolg ab und verzeichnete mehr als 125 neu geschaffene Ausbildungsplätze (bei 90 geforderten über die gesamte Projektlaufzeit).

Seit Januar 2013 wird MyPlastics und die damit verbundenen Aktivitäten durch das Kunststoff-Netzwerk Franken weitergeführt. Aufgrund des Wegfalls der öffentlichen Förderung wird der Großteil des Dienstleistungsportfolios nur noch Mitgliedern des KNF angeboten. Die Ausbildungslandkarte steht auch weiterhin allen Unternehmen der Kunststoffbranche kostenlos zur Verfügung.

Interesse wecken, Interessenten generieren
Attraktive Ausbildungsplätze auf der einen Seite mit intelligenten Bewerbern auf der anderen Seite zusammenzubringen verlangt einige Ideen: Der direkte Kontakt zwischen Unternehmen und Schulen ist der erste Schritt, um überhaupt Interesse zu wecken und den Begriff Kunststoff mit seinen attraktiven Berufen ins Bewusstsein zu bringen. Einige gut gestaltete Handouts und vor allem eine Homepage, die alle relevanten Informationen zu einzelnen Berufen, zu ausbildenden Unternehmen, zu dualen Studiengängen und weitere relevante Informationen in verständlicher Form bereithält, unterstützen diese Maßnahmen.

Der einfach und übersichtlich aufgebaute, aber doch mit vielen Informationen gespickte Internetauftritt enthält Ideen wie die Ausbildungs-Landkarte, die mit einem oder wenigen Klicks zeigt, was man wo lernen kann. Videos vermitteln erste Eindrücke von den Tätigkeiten im Unternehmen, sie stellen zumeist das hohe Niveau der Arbeitsplätze und den vielfältigen Einsatz von Elektronik und IT-Technik in den Mittelpunkt.

Es muss nicht der Kraftfahrzeug-Mechatroniker sein – die Kunststoffbranche hält eine Fülle ausgesprochen attraktiver und zukunftsweiser Ausbildungsberufe bereit. Zudem sind hervorragende Aufstiegsmöglichkeiten gegeben – durch unternehmensinterne Weiterqualifikation oder diverse Studienmöglichkeiten, auch in Kombination mit dem Beruf. Nicht zuletzt bietet die weiter zunehmende Internationalisierung auch kleinerer und mittelständischer Unternehmen der Kunststoffbranche interessante Tätigkeitsfelder.

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