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Wincarat, KunststoffbrancheAlles aus einem Guss

ERP macht das Unternehmen transparent
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Wincarat, Kunststoffbranche: Alles aus einem Guss
Blasformen und Spritzgießen unter einem Dach und ein breites Produktspektrum – das verlangt ein flexibles Instrument zur schnellen und transparenten Steuerung des gesamten Unternehmens



Gerade in der Kunststoff verarbeitenden Industrie sind Geschäftsabläufe oft sehr vielfältig: Neben komplexen Produktionsprozessen und hoch getakteten Lieferketten müssen unterschiedliche Ressourcen geplant und verwaltet werden. Das Josef-Mawick-Kunststoff-Spritzgusswerk setzt auf ein integriertes ERP Gesamtkonzept als zentrales Steuerungssystem.

Das 1958 gegründete Familienunternehmen startete mit der Produktion von Zubehör für Camping und Garten. Ein Meilenstein war 1971 die Entwicklung und Produktion des ersten Autobatteriekastens aus Polypropylen. Heute fertigen die 280 Mitarbeiter unterschiedliche Artikel für die Automobil-, Elektro-, Haushaltswaren- und Kinderfahrzeugindustrie sowie für Garten und Landwirtschaft. Auf rund 50 Spritzgießmaschinen mit Schließkräften von 500 bis 15.000 kN und zwei Blasanlagen werden jährlich rund 8000 Tonnen Material verarbeitet. Ein ebenso wichtiger Abnehmerkreis sind Automobilzulieferer wie Johnson Controls und Hella. Um im immer komplexer werdenden Produktionsalltag die Übersicht zu behalten, setzte der Kunststoffverarbeiter schon sehr früh auf den Einsatz von Enterprise Resource Planning (ERP)-Systemen, seit 1999 auf Bäurer Wincarat.

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Lieferkette fest im Griff

Mit dem Supply Chain Management-Modul verfügt das Unternehmen über ein durchgängig transparentes System, das den verbesserten Informationsaustausch zwischen Zulieferern und Kunden sowie eine Kopplung aller relevanten Prozesse im Werk ermöglicht. Der gesamte Informationsfluss wie Lieferscheine, Rechnungs- oder Auftragsbelege läuft elektronisch und automatisch per Datenfernübertragung (DFÜ). Medienbrüche werden somit vermieden. Das senkt den Arbeitsaufwand und senkt das Fehlerrisiko. Beispielsweisen Feinabrufe nicht mehr umständlich eingepflegt werden, da das System sie automatisch übernimmt. Der komplette Bestellprozess läuft rein elektronisch. So ist der Zeitbedarf für das Erstellen einer Rechnung von rund 15 auf etwa 2 Minuten gesunken. Auch die Materialdisposition und -bereitstellung können schneller bearbeitet werden. Zykluszeiten werden dabei ebenso berücksichtigt wie die innerbetriebliche Logistik per Barcode und Funkscanner. Dies macht die innerbetrieblichen Prozesse effizienter, indem eine beinahe Null-Fehlerquote bei den Abläufen gewährleistet wird, unter anderem durch eine lückenlose Chargenverfolgung.

Mit dem Ziel der Rationalisierung wurden die die Betriebs- und Maschinendatenerfassung (BDE/MDE) des Anbieters Proses sowie die computergestützte Qualitätssicherung (CAQ) von Quipsy in das ERP-System integriert. Die BDE fungiert als Bindeglied zwischen der Produktion und ERP. Mit ihr können sowohl die organisatorischen Daten wie Auftrags- und Personaldaten, als auch die technischen Betriebsdaten, wie Maschinen- und Prozessdaten, überblickt werden. Besonders wichtig für den Kunststoffverarbeiter ist die Maschinendatenerfassung (MDE), also die Schnittstelle zwischen den Maschinen und der Informationsverarbeitung. Die CAQ dokumentiert und archiviert sämtliche qualitätsrelevanten Daten der Fertigungsprozesse durch stichpunktartige Messwerterfassungen. Dieser Vorgang hilft Unternehmen bei der Minimierung der Risiken nach dem Produkthaftungsgesetz. Zudem wird die Prozessfähigkeit von Produktionsprozessen, also wie stabil oder gut reproduzierbar sie sind, angezeigt. Die hohe Integrationstiefe der ERP-Lösung ermöglicht darüber hinaus den Anschluss weiterer Module und somit den Aufbau einer effizienten Software-Architektur nach der „Best-of-Breed“-Strategie. Mawick nutzt eine Finanzbuchhaltung, eine Personalzeiterfassung und -managementsoftware, eine Business Intelligence-Lösung sowie eine Konstruktionssoftware (CAD/CAM) im eigenen Werkzeugbau.

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