Technologietag Digitale Kunststoffkompetenz

Annina Schopen,

Werkstoff-Know-how mit Simulations-Kompetenz

Welche Möglichkeiten bietet die Digitalisierung für Werkstoffinformationen und die Konstruktion nachhaltiger Produkte? Darüber spricht Dr. Erwin Baur, Chief Material Scientist bei Altair, im Interview. Auch der Technologietag Digitale Kunststoffkompetenz bietet spannende Einblicke in das Thema.

Welche Möglichkeiten bieten die Digitalisierung für Werkstoffinformationen und die Konstruktion nachhaltiger Produkte? Der Technologietag Digitale Kunststoffkompetenz bietet spannende Einblicke in das Thema. © Altair

Im K-Jahr 2022 stehen Klimaschutz, Kreislaufwirtschaft und Digitalisierung im Fokus der Aufmerksamkeit. Sie sind mit Ihrer Firma M-Base vor knapp zwei Jahren zu Altair gekommen. Können Sie uns vor diesem Hintergrund sagen, welchen Stellenwert digitale Kunststoffkompetenz im Hinblick auf Materialdaten und Simulation im Produktlebenszyklus hat?
Also zunächst kann ich sagen, dass Werkstoffinformationen eine zentrale Bedeutung in allen Konstruktions- und Entscheidungsphasen darstellen. Im Zusammenhang mit der rasant zunehmenden Digitalisierung wurden Werkstoffe lange vernachlässigt. Dadurch, dass wir nun zu Altair gekommen sind, können wir in idealer Weise das Werkstoff-Know-how von M-Base mit der Kompetenz in Simulation und Berechnung bei Altair kombinieren und einen ganzheitlichen Ansatz für die Kunststoffindustrie anbieten. Das gilt für alle Aspekte und somit auch für die Frage nach der Konstruktion nachhaltiger Produkte. Wenn wir in Zukunft das Global Warming Potenzial reduzieren wollen, geht das nur mit dem entsprechenden Wissen über die Werkstoffe in Kombination mit simulationsgeführter Gestaltung.

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Dr. Erwin Baur © Altair

Was bedeutet nun Digitalisierung für die Kunststoff-Wertschöpfungskette?
Es geht um die Verknüpfung der verschiedenen an der Wertschöpfung beteiligten Disziplinen, zwischen den Silos einer Organisation und auch zwischen Firmen untereinander. Es beginnt mit den Werkstoffdaten, die sind ein wichtiger Schlüssel für eine nachhaltige Produktentwicklung. Wenn man die Werkstoffauswahl als integrierten kontinuierlichen Prozess versteht, können beginnend vom Produktmanagement über den Einkauf, Konstruktion und Produktion Nachhaltigkeitsaspekte einbezogen werden. Mit der geeigneten Datenbasis und Infrastruktur kann man bei der initialen Auswahl eine Optimierung des CO2-Footprints von Kunststoffprodukten erreichen. Effizientere Nutzung von Werkstoffdaten in der Entwicklung ermöglichen Konstruktionsalternativen, um Materialeinsparungen zu erreichen oder Materialsubstitutionen voranzutreiben, immer in Kombination mit geeigneten Simulations- und Berechnungstools. Ein großer Hebel wäre z. B., wenn man bei Projekten zur Materialsubstitution und -reduktion viel konsequenter als bisher eine Topologieoptimierung für ein materialgerechtes Rippenbild voranstellt.

Welche Synergien sehen Sie für die K-Industrie?
Altair verknüpft Materialhersteller, kunststoffverarbeitende OEMs und die Werkzeug- und Maschinenbauer auf eine einzigartige Weise und hilft der Industrie mit Materialdaten, Digitalisierungsinfrastruktur und simulationsgestütztem Design, nachhaltige Produkte zu entwickeln. Sowohl in der Produktentwicklung als auch in der Herstellung und Prozessoptimierung müssen verschiedene Welten zusammenkommen! Z. B. die Rheologie und die Struktur. Wir brauchen beide Perspektiven, um Produkte zu verbessern, oder wenn wir Werkzeuge und Prozesse absichern wollen. Und beide haben unterschiedliche Anforderungen an die Materialeigenschaften. Altair schafft hier die Verknüpfung.

Der Technologietag Digitale Kunststoffkompetenz beleuchtet, wie Nachhaltigkeits- und Klimaschutzziele durch die digitale Transformation bei der Entwicklung von Kunststoffbauteilen erreicht werden können. Hier gehts zur Anmeldung.

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