Kunststoff im Zahnlabor

Meinolf Droege,

Biokompatibilität und Verarbeitbarkeit sicherstellen

Die Fertigung von Zahnersatz ist eine komplexe Aufgabe. Sie verlangt vom Zahnarzt und vom Zahntechniker Präzision und Einfühlungsvermögen – von den eingesetzten Materialien hohe Qualität und Biokompatibilität. Copolymere auf Acrylat-Basis, die speziell für medizintechnische Anwendungen entwickelt wurden, sollen diese Anforderungen erfüllen.

Im Dentallabor klebt der Zahntechniker die am Patienten angefertigten Bissschablonen auf die Oberkiefer- und die Unterkieferplatte des ZPS. Später wird der ausmodellierte Abdruck in einen Artikulator eingespannt, um die Kieferbewegung zu simulieren. © Baumann Dental

Die von Röhm unter dem Produktnamen Cyrolite auf den Markt gebrachte Werkstofffamilie war beispielsweise für das Unternehmen Baumann Dental, international tätiger Hersteller von Dentalbedarf, die Basis, um im Spritzgießverfahren den Klassiker Zentrik-Platten-System (ZPS) neu aufzulegen. Dieses Utensil spielt eine entscheidende Rolle, damit Zahnersatz später maßgeschneidert und angenehm sitzt. Es besteht aus zwei dünnen Platten, einem Registrierplättchen und einer Zentrierschraube, die im Mund des Patienten als Medium zur Kieferrelationsbestimmung eingesetzt werden. Dabei wird der individuelle Bewegungsmechanismus zwischen Ober- und Unterkiefer ermittelt. Das sogenannte Zentrikregistrat wird im Dentallabor vorbereitet. Dort passt der Zahntechniker die Oberkiefer- und die Unterkieferplatte des ZPS durch Beschleifen an die Größe der zuvor am Patienten angefertigten Bissschablonen an und klebt diese auf die Platten.

Das ZPS besteht aus einer Oberkiefer- und einer Unterkieferplatte und einem Registrierplättchen aus Cyrolite G-20 sowie einer Zentrierschraube. © Baumann Dental

Daraus ergibt sich eine Reihe von Anforderungen an das Material der Platten. Dazu gehören die gute Verarbeitbarkeit im Spritzgießprozess und Zerspanbarkeit ohne zu schmieren oder zu verbrennen. Ein ausgewogenes Verhältnis von Stabilität und Flexibilität ist erforderlich, um Sprödbruch zu vermeiden, zumal in die Oberkieferplatte ein Gewinde für die Zentrierschraube eingeschnitten wird. Zudem soll sich das Plattenmaterial mit anderen Dentalkunststoffen verkleben beziehungsweise durch Kaltpolymerisation verbinden lassen. Und es muss beständig gegen viele Chemikalien sein, vor allem gegen viruzide Desinfektionsmittel. Eingesetzt wird hier die Varianten Cyrolite G-20.

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Der von Bisphenol A freie Werkstoffe habe beim Zytotoxizitätstest mit allen Eigenschaften überzeugt. Die biologische Prüfung ISO 10993-5 Tests for in vitro cytotoxicity sowie die 10993-10 Tests for irritation and skin sensitization seien erfolgreich absolviert worden. Entsprechende Datenblätter für die MPG-Dokumentation können bereitgestellt werden.

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