Implantate

Kunststoff ersetzt Metall beim Knochenbruch

Lösungen aus Kunststoff sollen bei der „Reparatur“ von Knochenbrüchen Metalle ersetzen und damit die Behandlungskosten senken – bei einigen zusätzlichen medizinischen Vorteilen.

Metallfreie Trauma-Versorgung mit verschiedenen medizinischen Vorteilen. (Quelle: Invibio)

Laut Werkstoffentwickeler fordern Preisdruck und abnehmende Margen von Medizintechnikherstellern die Entwicklung neuer Lösungen, die die Behandlungsergebnisse bei Traumapatienten verbessern. Doch mit Innovationen sind üblicherweise Zeit und Investitionen verbunden. Diese können für die Hersteller durch den erheblichen Mehrwert, den Invibio im Hinblick auf Design, Produktion und Materialwissen bieten kann, reduziert werden.

In diesem Sinne sollen Traumaplatten von Invibio aus dem Composite Peek-Optima Ultra-Reinforced, für die laut Anbieter Produktzulassungen („predicate devices“) in den USA und Europa vorliegen, eingesetzt werden. Die anatomisch geformten Produkte könnten für Fälle mit schlechter Prognose, besondere bei Hochrisikopatienten, eingesetzt werden.

Der Kunststoff verbessere die Sichtbarkeit der Fraktur während der Operation und damit die Möglichkeit, die Reposition und Ausrichtung besser zu beurteilen. Erste Ergebnisse einer laufenden Studie zeigen demnach, dass über 80 Prozent der Chirurgen in der Lage sind, eine schlechte Ausrichtung der Fraktur zu erkennen, während es bei Metallen weniger als 30 Prozent sind. Die Erhebung basiere auf der Bewertung von Frakturfixierungen in den Bereichen proximaler Humerus und distaler Femur.

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Gemäß Literatur liege die Fehlerrate bei distalen Femurplatten bei 19 Prozent. Dabei seien sie die Herausforderungen bei der Behandlung durch zunehmende Komorbiditäten wie Übergewicht, Diabetes und Osteoporose gestiegen. Diese Faktoren, gepaart mit einer längeren Lebenserwartung und dem Wunsch nach Erhaltung der Lebensqualität, haben den Bedarf nach alternativen Biomaterialien für die Behandlung vorangetrieben.

Der hier eingesetzte Kunststoff soll die Leistungsdaten des Peek-Werkstoffs mit der zusätzlichen Festigkeit von Kohlefaserverstärkungen bieten. Es seien mit Metallplatten vergleichbare mechanische Festigkeiten – bei einer 50-mal höheren Ermüdungsfestigkeit produzierbar, die eine deutlich höhere Lebensdauer des Implantats ermöglichen. Wird das Implantat entfernt, seien weniger Komplikationen zu erwarten, da der Kohlefaser-Verbundstoff biologisch inert und die Gewebehaftung gering sei und keine Kaltverschweißung bei der Verschraubung auftritt.

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