Kunststoff Magazin Online - Fachportal für die Kunststoff Industrie
Home> Werkstoffe> Spezialcompounds>

Kunststoffe für die Medizintechnik - Krankenhauskeime wirksam bekämpfen

Kunststoffe für die MedizintechnikKrankenhauskeime wirksam bekämpfen

Zur Eindämmung von Krankenhausinfektionen werden immer aggressivere Desinfektionsmittel eingesetzt – mit teils erheblichen Auswirkungen auf medizinische Gerätschaften. Eine Alternative ist der Einsatz von Kunststoffen die Strapazierfähigkeit und Ästhetik der Geräteoberflächen auch bei intensiver Reinigung erhalten sollen.

sep
sep
sep
sep
Medizinische Geräte

Krankenhausinfektionen bleiben weltweit ein dringendes Anliegen. „Zu jedem Zeitpunkt ist etwa einer von 25 stationären Patienten mit Krankenhauskeimen infiziert“, so das Büro für Krankheitsprävention und Gesundheitsförderung (ODPHP) der Vereinigten Staaten. Erfreulicherweise werden nun zahlreiche Maßnahmen ergriffen, um das Risiko einzudämmen. Ein positiver Trend ist in den USA erkennbar: Zwischen 2008 und 2014 seien die Krankenhausinfektionen zurückgegangen. Ein Hauptgrund dafür sind Leitlinien der US-amerikanischen Zentren für Krankheitskontrolle (CDC), nach denen die Oberflächen von nichtkritischen medizinischen Geräten mit EPA-registrierten Desinfektionsmitteln von niedriger bis mittlerer Desinfektionsleistung zu behandeln sind, beispielsweise mit Isopropylalkohol, Bleichmittel, Phenole, Iodophore oder quartären Ammoniumverbindungen.

Anzeige

Die Oberflächen medizinischer Geräte sind also starken Desinfektions- und Reinigungsmitteln ausgesetzt. Intensivere Reinigungsverfahren, aggressivere Chemikalien und der Trend zu praktischen Wischtüchern für die häufigere Reinigung können zu bleibenden Gehäuseschäden führen.

Bedarf an chemikalienbeständigen Kunststoffen
Trotz dieser Entwicklungen hat sich bei den Materialien und der Konstruktion medizinischer Geräte laut Velox bislang wenig geändert. Umso größer sei der Bedarf an Kunststoffen, die selbst aggressiven Chemikalien standhalten. Hier sieht Trinseo mit seinen chemikalienbeständigen Harzen der Reihe Emerge 9000 Advanced Resins gute Lösungsmöglichkeiten um die Ansprüche der Medizintechnik einschließlich Strapazierfähigkeit und Ästhetik zu erfüllen. Sie sollen die gute Verarbeitbarkeit von Polycarbonaten (PC) mit ausgewählten Polymeren und Additiven wie ABS, PET oder Farbstoffen kombinieren. So entstehen Compounds und Blends mit ganz speziellen, anwendungsspezifischen Eigenschaften. Die unterschiedlichen Typen sind eigens für Oberflächen formuliert, die regelmäßig mit einer Vielzahl von aggressiven Chemikalien in Kontakt kommen, so auch Flächendesinfektions- und Reinigungsmitteln. Als Trinseos Vertriebspartner bietet Velox diese Werkstoffe für medizinische Gehäuse in ganz Europa an.

Ob für passive Gehäuse oder strombetriebene Geräte – für verschiedene Anwendungen stehen spezialisierte Materialtypen der Emerge-Reihe zur Verfügung. PC/PET 9100CR ist geeignet für passive Gehäuse. Seine hohe UV-Beständigkeit schützt vor Verfärbung, Glanzverlust und der Minderung wichtiger Materialeigenschaften. Die Entflammbarkeit des biokompatiblen Harzes ist als UL HB (bei 1 Millimeter Dicke) klassifiziert. Hingegen ist VariantePC/PET 9500 ein schwer entzündbarer Blend mit der UL-Klassifizierung V-1 bei 1,5 Millimeter, V-0 bei 2,0 Millimeter und 5 VA bei 2,5 Millimeter – ideal für strombetriebene Geräte, die in kritischen Umgebungen eingesetzt werden.

Typische Einsatzgebiete der Advanced Resins Serie sind Geräte zur Patientenüberwachung, bildgebende und diagnostische Geräte, Schrankteile und Einhausungen, häusliche Medizin- und Überwachungsgeräte, Pumpen, Oxygenatoren sowie zahnmedizinische Geräte.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Werkstoffe für medizintechnische Anwendungen

Bio-kompatible KunststoffeABS für die Gesundheit

Medizintechnische Anwendungen stellen besondere Anforderungen Werkstoffe und Werkstoffhersteller. Je nach Einsatz, ob sie in Geräten oder invasiven Produkten verarbeitet werden, unterliegen sie verschiedenen Regularien.

…mehr
Produktions-Cockpit

Produktions-Management mit Cockpit 4.0Medizintechnik-Hersteller generiert Business Intelligence

In vielen Unternehmen stehen große Mengen von Daten aus Unternehmensbereichen und Funktionen zur Verfügung. Die Medic AG führt diese Daten in einer Cockpitlösung zusammen, um effiziente Entscheidungsunterstützung im Sinne des BI zu bieten.

…mehr
IV-Verbindungen

Kunststoffe für die MedizintechnikMedikamente sachgerecht verabreichen

Kunststoffe für steigende Anforderungen der Medizintechnik. Neben hohen Anforderungen aus verschiedenen Zertifizierungen müssen Kunststoffe in medizintechnischen Systemen typischerweise eine Fülle spezieller Eigenschaften aufweisen.

…mehr
Prozess-FMEAS

Qualitätsmanagement bei MedizinproduktenDeadline im März 2019 für Konformität nach EN ISO 13485:2016

Medizinproduktehersteller sind dafür verantwortlich, dass auch Komponenten, die nicht in-house produziert werden, alle relevanten ISO-Richtlinien einhalten.

…mehr
Zahnsteinentferner

Zahnsteinentferner für den ProfiGewichtseinsparung und Sterilisierbarkeit

Ein leistungsfähiges Polyphenylsulfon wurde gewählt, um ein Gerät zur Entfernung von Zahnstein ergonomischer zu gestalten. Das Unternehmen Smaco suchte nach einem gewichtsparenden Material für das Griffstück, um das Gewicht bei der Nutzung zu reduzieren.

…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen