Technologielösungen für das Auto

Montagefreundliche Lösungen in Kunststoff

Dank klugem Einsatz von Kunststoffen lassen sich gerade bei Automotive-Anwendungen beträchtliche Kosten- und Gewichtseinsparungen erzielen – und montagefreundliche Lösungen erzielen. Unlängst wurden zwei besonders herausragende Bauteile ausgezeichnet.

Sensormodul von Continental, das über eine breiten Temperaturbereich enge Toleranzen einhalten muss. (Bild: EMS-Chemie)

FTE Automotive fertigt eine elektrische Schmierölpumpe aus den Hochtemperaturwerkstoffen Grivory HT1VS-5H und Grivory HTV-4H1 von EMS-Chemie. Verbaut wird diese energiesparende und kostengünstige Pumpe in den Siebengang-Doppelkupplungsgetrieben neuerer Audi-Typen. Das Bauteil ermöglicht eine bedarfsgerechte Ölschmierung. Dies führt nach Unternehmensangaben zu einer Senkung des Kraftstoffverbrauchs und dadurch zu einer Verminderung des CO2-Ausstoßes um bis zu 2 g/km. Dank der Grivory HT-Materialien zeichnet sich die Schmierölpumpe durch sehr gute Getriebeölbeständigkeit bis 150 °C, hohe Oberflächenqualität und Wärmeformbeständigkeit aus. Außerdem ist es gelungen, auf das Kunststoffgehäuse ein eigens entwickeltes Kautschukdichtungsmaterial aufzuspritzen und anschließend zu vulkanisieren.

Ein spezieller fertigungstechnischer Vorteil wurde aufgrund der Materialauswahl zusätzlich erreicht: Die Komponenten des Gehäuses lassen sich in einem Durchgang kostengünstig und prozesssicher mediendicht per Laser verschweißen.

Diese innovative Anwendung wurde gleich zwei Preisen ausgezeichnet. Die SPE-Juroren prämierten die Schmierölpumpe mit dem 3. Platz in der Kategorie Powertrain. Bereits im April 2016 war das Bauteil von der Zeitschrift Automotive News mit dem PACE Award 2016 ausgezeichnet worden. Diese seit mehr als 20 Jahren vergebene Auszeichnung wird laut Unternehmen weltweit als Benchmark der Automobilbranche für Innovation angesehen. Die Pace-Award-Jury sei besonders beeindruckt gewesen, da die Schmierölpumpe konsequenten Leichtbau mit hohem Wirkungsgrad, geringen Kosten und erstaunlich kleinem Einbauraum verbindet.

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Hochpräzises Sensortechnik

Der Automobilzulieferer Continental hat in Zusammenarbeit mit EMS aus dem Werkstoff Grivory GVX-5H ein Gehäuse für ein Sensormodul mit integrierter Kamera sowie einem Infrarot-Lidar (Light Detection and Ranging Sensor) entwickelt. Das dient der Hinderniserkennung auf der Fahrbahn und weist den Fahrer wenn nötig auf eine mögliche Kollision hin. Das Gehäuse dieses Sensormoduls trägt die optischen Elemente (Infrarotlaser und Kameralinse) und wird direkt hinter der Windschutzscheibe befestigt. Zudem wurde die Oberfläche durch spezielle Rillen so gestaltet, dass Reflexionen störender Lichtquellen vermieden werden. Diese maßgeschneiderte Oberflächenstruktur stellt hohe Anforderungen an den Spritzgießprozess und die Abformgenauigkeit des Kunststoffs. Des Weiteren müssen für hohe Präzision des Lasers und der Linse sehr enge Toleranzen über einen Temperaturbereich von -40 bis 80 °C eingehalten werden. Das eingesetzte Material bietet dank der Spezialglasfaser-Verstärkung eine deutlich verbesserte Faser-Matrix-Interaktion und besticht besonders durch Verzugsarmut, gute Fließfähigkeit und Torsionssteifigkeit.

Bei der SPE-Award-Night im Oktober 2016 zeichnete die Jury die Innovation mit dem 1. Platz in der Kategorie Electronical/Optical Part aus.

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