PC- und PMMA-Granulat wirtschaftlich sieben

Nur die guten ins Töpfchen

Granulat guter und gleichmäßiger Qualität ist die Voraussetzung, um aus Polycarbonat (PC) und Polymethylmethacrylat PMMA hochwertige Produkte zu fertigen. Bei dessen Herstellung kommt dem Trennen von Staub, Agglomeraten und Überlängen eine bedeutende Rolle zu. Dabei stellen die Eigenschaften der Kunststoffpellets hohe Anforderungen an die Siebtechnik, was den Einsatz spezieller Maschinen erfordert.
Granulatsiebmaschine

PC und PMMA sind in vielerlei optisch anspruchsvollen Produkten, von Brillengläsern über CDs und DVDs bis zu Verscheibungen und Leuchtmitteln. Bevor das Kunststoffgranulat lieferbereit vorliegt, werden in einem speziellen Siebverfahren an den Granulatkörnern anhaftende Staubartikel, Agglomerate und Überlängen ausgesiebt, um die gewünschte Korngröße und Qualität des Granulats zu erzielen. Problematisch dabei ist unter anderem die elektrostatische Aufladung, die das Abscheiden von Staub erschwert. Außerdem ist ein besonders produktschonender Siebprozess bei minimalem Abrieb erforderlich, um eine hohe Granulatqualität sicherzustellen.

Für diese spezifischen Anforderungen gibt es spezielle Anlagen wie die Granulatsiebmaschine von Engelsmann. Nach Herstellerangaben sorgt der Typ JEL für die vollständige Überlängentrennung bei allen gängigen Kunststoffgranulaten. Dazu ist die freischwingende Granulatsiebmaschine mit bis zu fünf Siebdecks und bis 20 Quadratmeter Siebfläche pro Deck sowie drei Ausläufen für Überlängen und Mehrlinge, Gut- und Feinware ausgestattet. Die in Stufen übereinander angeordneten Siebdecks sorgen für eine mehrfache Siebung des Granulats. Nach der Produktaufgabe werden die Granulatkörner auf den einzelnen Siebdecks von Fein nach Grob gesiebt und so werde eine hundert-prozentige Aussiebung von Überlängen erzielt. Dem Problem der elektrostatischen Aufladung lässt sich je nach Anforderung auf zwei Arten begegnen: Zum einen durch Einsatz antistatisch wirkender Zusätze, die die Leitfähigkeit erhöhen, oder durch Verwendung von Ionisatoren. Angeordnet in der Produktzuführung der Maschine beseitigen die Ionisatoren die elektrostatische Aufladung des Granulats zu einem großen Teil vor dem Siebvorgang, so dass es nahezu ladungsfrei in die Siebmaschine fällt. Um kontinuierlich hohe Durchsatzleistungen bis 20 Tonnen pro Stunde zu erreichen, ist unterhalb des Siebgewebes ein Kugelabreinigungssystem installiert. Damit bleibt das Maschengewebe während des Siebvorgangs gleichmäßig durchlässig, die Qualität des Siebvorgangs konstant. Ein veränderbarer Neigungswinkel des Siebdecks beeinflusst die Fließ-geschwindigkeit des Granulats und somit dessen Verweilzeit auf dem Siebgewebe, was eine Anpassung der Maschine an unterschiedliche Sieb- und Produktanforderungen ermöglicht.

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Baukastenprinzip und Schwungantrieb

Dank modularer Bauweise der Siebmaschine lassen sich nach dem Entfernen des Aluminium-Deckels m it wenigen Handgriffen die standardisierten, von Pressleisten arretierten Siebeinleger einzeln mit Hilfe von Schnellspannern wechseln, um sie auf andere Granulatfarben und -größen umzurüsten. Der freie Zugang zu den Siebeinlegern und deren einfache Demontage sollen die schnelle und rückstandslose Reinigung des Produktraums ermöglichen. Zudem können

Teile im Innenraum leicht erreicht und ausgetauscht werden. Die Schnellspanner verschließen den Siebtrog staubdicht mit den Deckelteilen und verhindern das Austreten von Staubpartikeln während des Siebvorgangs.

Für einen ressourcenschonenden Betrieb ist die Freischwinger-Granulatsiebmaschine mit einem speziell entwickelten Schwungantrieb ausgestattet. Die Schwungmasse ist auf die Masse des Siebtrogs abgestimmt. Ein Elektromotor treibt die Masse etwa 15 Sekunden zunächst mit vollem Nennstrom an und hält sie dann mit lediglich 10 bis 20 Prozent der Nennstromstärke in Betrieb. Die Maschine benötigt dank dieses Prinzips vergleichsweise geringe Antriebsleistung: Für eine Siebmaschine mit 20 Tonnen Durchsatz pro Stunde lediglich 7,5 Kilowatt. Im Gegensatz zu Siebmaschinen mit ölgeschmiertem Motorgetriebe unterliegt der Schwungantrieb laut Hersteller nur geringem Verschleiß, was wiederum einen niedrigen Materialeinsatz und Wartungsaufwand zur Folge habe.

Vielfältig einsetzbar

Engelsmann gibt für die Granulatsiebmaschine 110 Größenvarianten an. Die Maschine lasse sich einfach an kundenindividuelle Verfahrens- und Granulatspezifikationen anpassen wie zwei aktuelle Praxisbeispiele zeigen. So setzt ein Chemiekonzern in einem seiner Produktionsstandorte nahe Shanghai die Freischwinger Granulatsiebmaschine zum Absieben von Polycarbonat-Pellets ein, um während des Siebprozesses die Entstaubung und die Kühlung der Pellets gleich mit zu erledigen. Ein Luftstrom entgegen der Siebrichtung reißt die Staubpartikel mit in die nachgeschaltete Filteranlage und kühlt dabei die Pellets von 60 auf unter 40 Grad Celsius. Im zweiten Fall setzt ein Unternehmen die freischwingende Granulatsiebmaschine für die Entstaubung und Überkornabtrennung von PMMA ein, wobei die Entstaubung und die Abtrennung der Überlängen auf einem Siebdeck geschehen.

Bei beiden Projekten übernahmen die Auftraggeber die Montage und Inbetriebnahme der Granulatsiebmaschine, da hierfür weder Sonderwerkzeuge noch spezielle Einstellungen erforderlich sind.

Der Beitrag basiert auf einem Manuskripts von Manfred Bruckner.

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