Bessere Energiebilanz mit vollelektrischer Maschine

Annina Schopen,

115 % mehr Ausstoß bei 35 % Energieeinsatz

Teko-plastic, ein Familienunternehmen in Preding bei Weiz, Österreich, hat sich Nachhaltigkeit und Energieeffizienz auf die Fahnen geheftet. Neben dem Einsatz von Rezyklaten in der Fertigung und Investitionen in erneuerbare Energie hat das Unternehmen im Februar dieses Jahres eine Maschine der Ecopower-Baureihe von Wittmann installiert und führte mit dieser Energiemessungen durch.

Ecopower 450/3300 mit Wittmann-Feedmax-basic-Fördergerät und W832-pro-Roboter, der gerade einen Eimer aus der Maschine entnimmt.Bild: Wittmann © Wittmann

Das von Theo Koblischek in der nunmehr dritten Generation geleitete Unternehmen Teko-plastic Kunststoffwerk E. Schröck wurde 1961 von Erich Schröck und Theo Koblischek gegründet. Der heutige Standort mit einer Fläche von 18.000 m² in Preding bei Weiz in der Steiermark wurde 1971 errichtet. Seit Anfang der 80er Jahre spezialisiert sich Teko-plastic auf die Herstellung von Haushaltsartikeln aus Kunststoff. Mit der Übernahme der Bekaform Kunststoffproduktion gelang der Sprung in den deutschen Markt.

Mehr als 80 % des Umsatzes erwirtschaftet das Unternehmen mit eigenen Produkten wie Schüsseln, Haushalts- und Küchenhilfen, Körben, Wannen, Boxen, Eimern, Kanistern, Frischhaltedosen und vielem mehr. Knappe 20 % entfallen auf die Lohnfertigung für österreichische Industriekunden. Neben den Hauptmärkten Österreich und Deutschland beliefert Teko-plastic auch regelmäßig Kunden in der Schweiz, in Holland, Belgien, Slowenien, der Tschechischen Republik, Schweden und Frankreich.

Das 48 Mitarbeiter zählende Unternehmen setzt für die Herstellung seiner Produkte 12 Battenfeld-Spritzgießmaschinen im Schließkraftbereich von 1.000 kN bis 8.000 kN ein. Verwendete Materialien sind Polypropylen und Polyethylen, wobei rund 25 % des verarbeiteten Materials aus Rezyklat bestehen. Dieses wird zum größten Teil in Österreich und Deutschland zugekauft beziehungsweise werden Angüsse und fehlerhafte Teile im Haus rezykliert und der Neuware beigemischt. Das ökologische Engagement von Theo Koblischek beschränkt sich aber nicht nur auf den Einsatz von Rezyklatmaterial in der Fertigung. Auch in die Verbesserung der Energiebilanz wird investiert, unter anderem durch Energierückgewinnung der Abwärme sowie Nutzung von Sonnenenergie. Derzeit werden 6.000 m² Dachfläche mit Solarzellen ausgestattet, die auf eine Leistung von 850.000 kWh pro Jahr ausgelegt sind. Davon will Teko-plastic 550.000 kWh für den Eigenbedarf nutzen, der Rest soll ins öffentliche Stromnetz eingespeist werden.

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Energiekosten im Fokus

Mit zunehmendem Anteil der Energiekosten an den Gesamtkosten der Produktion nahm Theo Koblischek naturgemäß auch die Spritzgießmaschinen genauer unter die Lupe. „Die Energiekosten haben sich im letzten Jahr praktisch verdoppelt“, so Theo Koblischek, „deshalb ist das Thema Energieeffizienz für uns hoch relevant.“ Im Februar dieses Jahres wurde bei Teko-plastic eine Maschine der vollelektrischen Ecopower-Serie mit einer Schließkraft von 4.500 kN installiert. Die Maschinen dieser Baureihe zeichnen sich laut Hersteller durch besondere Energieeffizienz aus, was zum einen auf die Verwendung moderner Servomotoren zurückzuführen sei, zum anderen auf die Energierückgewinnungs-Technologie Kers (Kinetic Energy Recovery System).

Teilansicht der Fertigung bei Teko-plastic. Für den Energievergleich mit der Ecopower wurde eine Battenfeld-TM-4500-Spritzgießmaschine herangezogen (im Bild vorn rechts). © Teko-plastic

Koblischek wollte nun möglichst exakt eruieren, was der Einsatz moderner Wittmann-Technologie letztlich bringt, und führte an der neuen Ecopower 450, die mit einer Schnecke von 85 mm Durchmesser ausgestattet ist, entsprechende Energiemessungen durch. Die Messergebnisse stellte er anschließend jenen gegenüber, die mit einer im Jahr 2001 installierten Spritzgießmaschine Battenfeld TM 4500, deren Schnecke einen Durchmesser von 100 mm aufweist, erzielt wurden. Auf beiden Maschinen wurde ein Eimer mit 10 Liter Volumen hergestellt. Der Unterschied zwischen den beiden Maschinen hinsichtlich Energieverbrauch erwies sich als enorm. Über eine Messdauer von acht Stunden wurde bei der TM ein Energieverbrauch von 68 kWh bei einer Zykluszeit von 16 Sekunden gemessen, bei der neuen Ecopower belief sich der Verbrauch auf lediglich 24 kWh bei einer Zykluszeit von etwa 13 Sekunden.

Niedrigerer Energieverbrauch, höherer Ausstoß

Theo Koblischek: „Unsere Messung zeigt, dass im Vergleich zur TM mit der neuen Ecopower 115 % Ausstoß möglich sind, bei nur 35 % Energieeinsatz. Bei gleichem Schneckendurchmesser würde sich der Wert für die aufzuwendende Energie noch weiter zugunsten der Ecopower verschieben. Darüber hinaus ist auch der Wasserverbrauch bei der Ecopower deutlich niedriger.“

Koblischek hat mittlerweile den Stromverbrauch sämtlicher schon länger im Unternehmen vorhandener Maschinen gemessen und die Werte den Verbrauchsangaben vergleichbarer Wittmann-Neumaschinen gegenübergestellt. Die Möglichkeit, Maschinen bis zu Schließkräften von 4.500 kN durch vollelektrische Maschinen zu ersetzen, eröffnet für diese Maschinengrößen ein Einsparungspotenzial, das 60 % übersteigt. Aber auch bei größeren Maschinen ist eine Energieeinsparung von etwa 40 % realisierbar. Theo Koblischek: „Wenn der Strompreis auf dem derzeitigen Niveau bleibt, würde sich ein Austausch unseres Maschinenparks in 10 Jahren vollständig amortisiert haben. Aufgrund des besonders hohen Einsparungspotenzials bei den kleineren, schnelllaufenden Maschinen, werden wir zuerst diese durch neue ersetzen.“

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