Mehrkomponenten-Spritzgießen

Meinolf Droege,

Aus Eins mach Zwei (Komponenten)

Als Spritzgießer schneller auf wechselnde Nachfragen aus dem Markt reagieren zu können ist auch eine Frage der Möglichkeit, entsprechende Anlagentechnik und Reserven vorhalten zu können. Statt in Mehrkomponententechnik zu investieren, die dann ein Teil der Produkte nicht benötigt, kann es sinnvoller sein, Zusatz-Spritzaggregate einzusetzen, die sich flexibel an verschiedene Maschinen andocken lassen.

Ein Zusatz-Spritzaggregat, hier seitlich am Werkzeug angebaut, ermöglich das 2K-Spritzgießen mit vergleichsweise geringen Kosten. © Christmann

Entgegen dem Branchentrend meldete das Unternehmen Christmann mit seiner Marke Babyplast einen Umsatzzuwachs. Rückgänge habe es zwar ebenfalls bei der Horizontal-Maschine gegeben – der sei aber mehr als ausgeglichen worden durch erhöhte Nachfrage bei Zusatz‐Spritzaggregaten. Das deutet darauf hin, dass Unternehmen schneller und konkurrenzfähig auf kurzfristige Veränderungen und Bedarfe des Markts reagieren wollen. Das Plug‐In Aggregat ermögliche es, Mehrkomponenten‐Anwendungen schnell und mit einfachen, aber effizienten Produktionskonzepten umzusetzen. Im Vergleich dazu ist die Anschaffung einer 2K‐Spritzgießmaschine mit hohen Investitionskosten verbunden. Zudem bedingt eine 2K-Maschine, auf denen einkomponentige Teile laufen, tendenziell höhere Teilekosten.

Auch die Kombination mehrerer Zusatz-Spritzaggregate ist möglich für die Mehrkomponenten-Verarbeitung auf 1K-Maschinen. © Christmann

Mit Hilfe der Zusatz‐Spritzaggregate lassen sich vorhandene 1K‐Spritzgießmaschinen in 2K-Maschinen umbauen. Das Aggregat kann dabei für beliebig viele 1K‐Spritzgießmaschinen verwendet werden und ist laut Anbieter unkompliziert umzurüsten. Diese flexible Anwendung in Verbindung mit der vergleichsweise kostengünstigen und schnellen Beschaffung – und dem daraus resultierenden geringeren unternehmerischen Risiko mache Zusatz‐Spritzaggregate zu einer attraktiven Produktionslösung.

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Auch unter beengten Platzverhältnissen ist häufig der Anbau eines Zusatzaggregats möglich. © Christmann

Stückzahlen und Absatzmengen im 2K‐Bereich seien im Vergleich zu den Vorjahren deutlich geringer – nicht nur bedingt durch die Corona Krise. Häufig sei unklar, wie lange ein 2K‐Auftrag produziert werden kann. Dazu kommt, dass bei einzelnen Produkten verstärkt mehrere Varianten hergestellt werden müssen, die sich in Details unterscheiden. Die rückläufigen Produktionsmengen verteilen sich somit zusätzlich auf die Varianten. Typische 2K‐Maschinen sind jedoch eher auf länger laufende Serien mit hohem Volumen hin konzipiert – auch hinsichtlich der Amortisation.

Aktuelle Neu‐Projekte haben jedoch nicht immer das Potential, eine solche 2K‐Maschine auszulasten. In solchen Fällen können Zusatz‐Spritzaggregate eine Lösung sein. Damit sollen sich schnell und kostengünstig die Produktion starten und auch kleinere Losgrößen mit geringerem ökonomischem Risiko produzieren lassen.

Komplettes, kompaktes System, um mit überschaubarem Aufwand 2K-Spritzgießteile zu produzieren. © Christmann

Auch Unternehmen, die bislang den Einstieg in die Mehrkomponenten‐Technik nicht gewagt haben, könnten mit dieser Technologie eine taugliche Einsteiger‐Lösung finden. Zusatz‐Spritzaggregate werden zudem häufiger direkt in komplexen In-line Automationsanlagen integriert. Hier ist gar keine Schließeinheit mehr beteiligt. Das Zusatz‐Spritzaggregat sitzt hier beispielsweise an einer Position am Rundtisch oder an der Förderstrecke und spritzt getaktet eine Kunststoffkomponente an einen Bauträger an.

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