Recycling-Effizienzsteigern

Meinolf Droege,

Direkt vom Flake zum Spritzgießteil

Dank eines neuen Verfahrens werden Kunststoffabfälle direkt nach dem Vermahlen als Flakes im Spritzgießprozess verarbeitet. Da der Prozessschritt Granulierung entfällt, sollen die Kosten des Recyclings deutlich sinken. Auch bei der Produktion großer und dickwandiger Bauteile mit hohen Schussgewichten bringe das neue Verfahren Vorteile.

Ziel ist es, Kunststoffflakes, die zum Beispiel aus Post-Consumer-Sammlungen stammen, ohne Granulieren direkt im Spritzgießen zu verarbeiten. © Istock

Als Schlüssel für die Verkürzung des Recyclingprozesses nennt Engel das Aufteilen von Plastifizieren und Einspritzen in zwei voneinander unabhängige, aber gut aufeinander abgestimmte Prozessschritte. In der ersten Stufe wird das Rohmaterial, zum Beispiel Kunststoffflakes, die aus Post-Consumer-Sammlungen stammen, in einer herkömmlichen Plastifizierschnecke aufgeschmolzen. Die Schmelze wird an eine zweite Schnecke übergeben, um sie in der zweiten Prozessstufe in die Kavität einzuspritzen. Der zweistufige Prozess macht es möglich, auf der Spritzseite der Spritzgießmaschine einen Schmelzefilter und eine Entgasungseinheit zu integrieren, sodass auch aus verunreinigten Kunststoffflakes Produkte mit einer konstant hohen Qualität entstehen.

Mit der Innovation will Engel einen weiteren Beitrag zum Aufbau einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe leisten. Das Granulieren des Recycling-Mahlguts ist ein energieintensiver Prozess, der zudem in der Regel einen logistischen Aufwand verursacht. Kann dieser Schritt eingespart werden, wird die CO2-Bilanz verbessert, und zudem sinken deutlich die Recyclingkosten.

Anzeige

Alternativ zu einer Einspritzschnecke lässt sich die zum Aufschmelzen eingesetzte Plastifizierschnecke mit einem Kolbenaggregat kombinieren. In dieser Variation sei der Zwei-Stufen-Prozess auch für die Verarbeitung hoher Schussgewichte bis 160 Kilogramm mit einem vergleichsweise niedrigen Einspritzdruckbedarf sehr effizient. Dieser Prozess ermögliche ein kompakteres Anlagendesign und niedrigere Stückkosten als dies mit einem herkömmlichen einstufigen Plastifizier- und Einspritzprozess möglich ist.

Um die bislang üblichen Nachteile von Kolbenspritzaggregaten beim Materialwechsel zu eliminieren, wurde ein neues Kolbendesign entwickelt. Die rheologisch optimierte Kolbenspitze unterstützt die gleichmäßige Umspülung des Kolbens und macht somit einen schnellen Material- und Farbwechsel möglich. Typische Anwendungen sind Container, Paletten oder auch große Fittings. Bereits ab 20 Kilogramm Schussgewicht steigt die Verarbeitungseffizienz durch Aufteilen des Plastifizier- und Einspritzprozesses deutlich an.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige

Recycling

APK treibt die Expansion voran

APK plant neue Werke für das Recycling von Kunststoffen mit der APK Newcycling-Technologie. Susanne Küppers wird Mitglied des Vorstandes und Maik Pusch ergänzt das Team als Direktor Corporate Development.

mehr...
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite