Duroplaste kontrolliert verarbeiten

Gewichtskonstanz trotz schwankender Chargen

Bei der Verarbeitung von rieselfähigen Duroplasten erschweren Chargenschwankungen und hohe Fasergehalte die Schussgewichtskonstanz. Eine für diesen Werkstoff weiter entwickelte Maschinenfunktion soll korrigierend eingreifen.

Ölpumpenstellringe, hergestellt von Baumgarten Automotive Technics. © Krauss Maffei

Faserverstärkte Duroplaste eignen sich als Werkstoff für komplexe technische Bauteile, die hohen Temperaturen und aggressiven Medien ausgesetzt sind. Sie stellen aber auch besondere Ansprüche an die Verarbeitung. So muss ohne Rückstromsperre gearbeitet werden, weil die Vernetzung teilweise schon in der Schnecke stattfindet. Außerdem sind Chargenschwankungen ausgeprägter als bei Thermopolasten, was die Schussgewichtskonstanz stark schwanken lässt. Krauss Maffei hat die Maschinenfunktion APC plus (Adaptive Process Control) weiterentwickelt und bietet sie nun auch für Duroplaste an. Die Funktion misst unter Berücksichtigung von Materialeigenschaften, etwa der jeweiligen Kompressionskurve, die Viskosität der Masse und passt anhand eines prognostizierten Einspritzvolumens die Umschaltposition und die Nachdruckhöhe im aktuellen Schuss an.

Dies ist laut Hersteller besonders bei hohen Füllstoffgehalten bis 80 Prozent wichtig. Denn durch sie und die niedrigen Verarbeitungstemperaturen sind die Formmassen im Vergleich zu Thermoplasten kaum kompressibel. Minimale Abweichungen des Füllbeginns, die für das Bedienpersonal im Prozess nicht sichtbar sind, oder des Restmassepolsters schlagen sich direkt im eingespritzten Volumen nieder. Ohne automatisierte Korrekturmöglichkeit, so heißt es, stehe man dem machtlos gegenüber.

Anzeige
Das Projektteam für die Integration von APC plus in der Duroplast-Großserie (v.l.n.r.): Nicolina Topic (Krauss Maffei), Linus Schneider und Jan Hirz (beide Baumgarten) sowie Cordula Wieland (Krauss Maffei). © Krauss Maffei

Die Funktion hält die volumetrische Füllung der Kavität bei rieselfähigen Duroplasten und duroplastischen Polyesterformmassen (BMC/SMC) konstant. Steigt beispielsweise die Zylindertemperatur um 2 Kelvin, was bei einem driftenden Temperiergerät oder sommerlicher Hitze schnell der Fall sein kann, und wird der Kunststoff dadurch flüssiger, schaltet das Modul früher vom Einspritz- auf Nachdruck um. Außerdem wird die Nachdruckhöhe gesenkt. Beides geschieht, um eine Überfüllung des Bauteils zu vermeiden.

Der Krauss Maffei-Kunde Baumgarten Automotive Technics, der in die Entwicklung der Kontrollfunktion eingebunden war, fertigt damit seit einem Jahr Ölpumpenstellringe im kontinuierlichen Dreischichtbetrieb und konnte den Ausschuss nach eigenen Angaben signifikant verringern.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite