Spritzgießbranche

Meinolf Droege,

Engel ist zurück auf Wachstumskurs

Im Rahmen einer Pressekonferenz gab Spritzgießmaschinenbauer und Systemanbieter Engel einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr. Aktuell ist demnach der Auftragsstand ist so hoch wie zuletzt im Jahr 2018 und es wird weiteres starkes Wachstum erwartet. Kritisch wird die Zuliefersituation bei Rohmaterialien und Komponenten gewertet.

Stefan Engleder: „…unsere Entwicklungsziele mit unverminderter Kraft verfolgt. Dies kommt uns nun für die digitale Transformation, besonders im Kontext unserer Nachhaltigkeitsbestrebungen, sehr zugute.“ © Engel

Im November 2020 habe sich das Blatt gewendet, auch die Nachfrage aus der Automobilindustrie habe nach zwei sehr schwierigen Jahren wieder angezogen. So entwickelte sich das Geschäftsjahr 2020-2021 (bis 31. März) einem guten Abschluss. Mit weltweit 6400 Mitarbeitern erwirtschaftete die Engel-Gruppe einen 1,1 Milliarden Euro Umsatz. Der ist im Vergleich zum Vorjahr mit einem Minus von 15 Prozent erneut gesunken, für das laufende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen aber wieder mit Wachstum. „Wenn sich der Aufwärtstrend festigt, ist ein Plus in der Größenordnung von bis zu 20 Prozent realistisch“, erwartet CSO Christoph Steger.

Die regionale Umsatzverteilung im abgeschlossenen Geschäftsjahr spiegelt die Auswirkungen der Krise wider. Europa trug mit 45 Prozent zum Gruppenumsatz (Vorjahr: 54 Prozent). Aus Amerika kamen 30 Prozent (Vorjahr: 25 Prozent), aus Asien 23 Prozent (Vorjahr: 20 Prozent). „In Amerika und Asien – und dort vor allem China – zog die Konjunktur als Erstes wieder an und das kräftig“, so Christoph Steger. „Inzwischen ist auch Europa wieder gut auf Kurs.“

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Christoph Steger: „Wenn sich der Aufwärtstrend festigt, ist ein Plus in der Größenordnung von bis zu 20 Prozent realistisch.“ (Bild: ) © Engel

Ebenso gibt es in der Umsatzverteilung nach Branchen Verschiebungen. Vor allem der Bereich Technical Moulding ist deutlich gewachsen. Zu Technical Moulding gehören unter anderem die Segmente Haushaltswaren, Sport, Spiel und Freizeit, die während der Corona-Pandemie weltweit eine verstärkte Nachfrage erfuhren. Auch stieg der Anteil der Business Unit Medical weiter.

Lieferfähigkeit gesichert

Unter anderem das Engel-Stammwerk im österreichischen Schwertberg meldet wieder volle Auslastung. © Engel

Die gute Auftragslage stimme optimistisch, dennoch bleibe eine gewisse Unsicherheit, die die Planung erschwere. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass die Märkte volatiler werden und von uns mehr Flexibilität abverlangen. Wir haben uns auf Krisen vorbereitet“, erklärt CEO Stefan Engleder. „Unser weltweites Produktionsnetzwerk und das dezentral gestärkte Know-how im Vertrieb, Service und in der Anwendungstechnik helfen uns, flexibel zu agieren.“ Die größte Herausforderung seien Lieferengpässe bei Rohmaterialien und Komponenten. Zwar könne Engel dank des internationalen Werkverbunds und die schon vor mehreren Jahren etablierte Dual-Sourcing-Strategie die weltweite Lieferfähigkeit sicherstellen, die Kostenschere gehe jedoch immer weiter auf. „Die Märkte sind überhitzt und die steigende Inflation verstärkt diesen Effekt“, sagte Stefan Engleder. „Dies wird auch im Maschinenbau Auswirkungen auf die Preise haben.“

Zu den Innovations- und zugleich Wachstumstreibern gehören aktuell vor allem die drei Themen Nachhaltigkeit, Digitalisierung und die Transformation des Automobils. Alle drei Bereiche sind eng miteinander verknüpft. Die Digitalisierung helfe, das volle Potenzial der Spritzgießmaschinen auszuschöpfen und damit effizienter und nachhaltiger zu produzieren. Stefan Engleder. „Wenn wir die Digitalisierung wirklich nutzen, erscheinen uns die CO2-Reduktionsziele, die uns von der Politik vorgegeben werden, auf einmal nicht mehr unmöglich.“ Nachhaltige Mobilität wiederum sei der Treiber für die Transformation in der Automobilindustrie. Unabhängig davon, welche alternative Antriebstechnologie sich langfristig durchsetzen wird, werde der Anteil an Kunststoffen im Automobil weiter steigen.

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