Geschäumte Kunststoffe

Leichter(e) Auto(s) fahren

Dank geschäumter Werkstoffe soll die Mittelkonsole der neuen C-Klasse rund 20 Prozent leichter sein als bei Einsatz konventionell verarbeiteter Materialien.

Die Mittelkonsole der Mercedes-Benz C-Klasse (W205) enthält sechs geschäumte Einzelteile. (Quelle: Trexel)

Konsequentes Berücksichtigen der Möglichkeiten des physikalischen Schäumens bei der Bauteilauslegung hat nach Unternehmenangaben zur Gewichtsreduktion der von Grammer entwickelte Mittelkonsole der neuen Mercedes C-Klasse beigetragen. Die Konsole enthält sechs unterschiedliche Mucell-Formteile, die zum Teil zusättzlich in rechten und linken Ausführungen ausgeführt sind. Dabei sollen die dünnwandigen Bauteile hohe Qualitätsvorgaben besondere hinsichtlich Verzug und Einfallstellen erfüllen. Das sei ohne Einsatz des physikalischen Schäumens in dieser Konstruktion nicht erreichbar gewesen.

Je nach Anforderung sind verschiedene Standardmaterialien wie talkumverstärktes Polypropylen, Polyamid oder ABS/PC im Einsatz. Sichtteile wie die Seitenbeplankung sind dünnwandig mit einem Wanddicke/Rippen-Verhältnis von 1:1 ausgelegt und mit Folien kaschiert. Besonders beim Träger und Luftkanal der Mittelkonsole seien die Möglichkeiten der leichteren Füllung genutzt und lastabhängig topografisch ausgelegt worden. An mechanisch gering belasteten Stellen beträgt die Wanddicke 1,5 Millimeter, in steifigkeitsrelevanten Bereichen mehr. Die im Mucell-Verfahren hergestellten Teile werden in Montage- und Nachfolgeprozesse weiterverarbeitet, darunter das Kaschieren mit unterschiedlichen Oberflächenmaterialien und das Verschweißen mit anderen Bauteilen mit gängigen Verfahren.

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Gegenüber einer kompakten Bauteilvariante gibt der Hersteller den Gewichtsvorteil mit 20 Prozent an, wobei der auf den direkten Schäumgrad zurückzuführende Anteil weniger als die Hälfte dazu beitrage. Ein weiteres Plus ist die Tatsache, dass die Teile auf kleineren Spritzgießmaschinen mit geringerer Zuhaltekraft gefertigt werden können, was sich positiv auf der Waagschale der Wirtschaftlichkeit für das MuCell-Verfahren zu Buche schlägt.

Eine neue Geräteserie soll die Handhabung des verfahrens in der Produktion erleichtert. Die neue T-Serie verlange nur noch die Eingabe von zwei Parametern: Schußgewicht und SCF (Super Critical Fluid)-Anteil. Die kompakten Geräte enthalten eine automatisch geregelte SCF-Dosierung, sie sind für Stickstoffanwendungen (N2) optimiert und optional für Kohlendioxid (CO2) aufrüstbar. Die T-Serie ist als autarke Standardversion mit 15”-Touchscreen und grafischer Benutzeroberfläche oder als in die Maschinensteureung integrierte Version ohne Bildschirm verfügbar.

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