Reinraum und Mikrofertigung

Kleiner und sauberer produzieren

Eines der wichtigsten Innovationsfelder der Kunststoffindustrie ist die Medizintechnik. Reine Kombination aus amerikanischer und deutscher Technologie soll die Messe MD&M West in Anaheim, USA, bieten. 

Polymer- und Draht-Coextrusion senkt die Kosten gegenüber sonst üblichen manuellen Verfahren. (Bild: Raumedic)

Ein Motto in nahezu allen Anwendungen der Medizintechnik ist „Think small“ – aber nicht nur hier. Dazu kommen regelmäßig Anforderungen wie hohe Kosteneffizienz. Beispiele dafür finden sich beispielsweise in multifunktionalen Schläuchen und Formteilen. Trotz der geringen Größe weisen sie mitunter eine beeindruckende Fülle von Funktionen bei geringen Toleranzen auf. Nur so sind beispielsweise minimalinvasive Verfahren weiterzuentwickeln. Dieser Aspekt fließt auch in das übergeordnete Ziel als Entwickler und Hersteller von Polymerlösungen ein: Verfahren, die patientenfreundlich sind und eine schnelle Heilung gewährleisten.

Raumedic beschränkt sich bei solchen Entwicklungen nicht auf Thermoplaste und Silikone. Metallkomponenten wie ultradünne Drähte und elektronische Komponenten, auch in Verbindung mit Hochleistungspolymeren, sind, so die Auskunft des Unternehmens, die zentralen Elemente von heute für die Medizintechnik von morgen.

Colpotransilluminator mit Vakuumschläuchen – die Komponenten werden in einem Werk produziert. (Bild: Raumedic)

Coextrusion – vielschichtiges Thema
Mehrschichtschläuche sind eine moderne, effektive und praktische Lösung für verschiedene medizinische Anwendungen. Diese Schläuche bieten eine Designlösung für medizinische Systeme, die inerte Materialien für Medikamentenapplikationssysteme oder verbundfähige Schlauchschichten erfordern.

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Eine Weiterentwicklung ist die Coextrusion zur Integration eines breiten Spektrums an Metalldrähten und Glasfasern innerhalb der Schlauchwände. So sei das Unternehmen in der Lage, Kupfer, Edelstahl, Nitinol, Platinlegierungen, vernickelte und versilberte Drähte in Kombination mit einer Vielzahl von Polymeren, darunter Polypropylen, Polyethylen, Nylon, Polyurethan und Silikon sowie Hochleistungskunststoffe (FEP, PEEK, PPSU, PEI und PTFE), zu extrudieren und zu verarbeiten.

Mikrospritzguss eines der wichtigsten Verfahren der Medizintechnik. (Bild: Raumedic)

In der Medizintechnikbranche müssen in vielen Produkten Drähte, Kabel und Spulen von Hand durch mehrlumige Schläuche gezogen werden – ein sehr arbeitsintensiver Vorgang. Mit den Coextrusionsverfahren für Drähte in Schlauchwände lassen sich die Kosten erheblich senken. In den coextrudierten Schläuchen können die Drähte eingebettet oder lose angeordnet sein, was zur Knickstabilität beitragen kann. Eine Vielzahl von Draht-Polymer-Kombinationen lässt sich je nach Anwendung entsprechend anpassen.

Colpotransilluminator mit Vakuumschlauch
Die verschiedenen Verarbeitungstechniken lassen sich am Beispiel das in der Gynäkologie verwendeten Colpotransilluminators mit Vakuumschlauch verdeutlichen. Dieses Schlauchset besteht aus unterschiedlichen Komponenten, die in mehreren Produktionsschritten hergestellt werden. Im ersten Schritt wird der Schlauch extrudiert. Im zweiten Schritt wird der Schlauch auf die richtige Länge gebracht und mit verschiedenen Anschlüssen versehen. Um sicherzugehen, dass Schlauch und Anschlüsse fest miteinander verbunden sind, wird eine 100prozentige Dichtheitsprüfung durchgeführt. Sämtliche Komponenten werden im eigenen Werk hergestellt, wo manuelle und spezialmaschinengestützte Verfahren wie Extrusion, Spritzguss und Montage zum Einsatz kommen.

Beschichtete Mikrokabel ermöglichen neue minimalinvasive Technologien. (Bild: Raumedic)

Eine einfache Steckverbindung des Colpotransilluminators mit dem Standard-Sauganschluss soll im Operationssaal die einfache Handhabung ermöglichen. Durch ein minimalinvasives Verfahren gewährleiste das Schlauchset eine für einen optimalen Heilungsverlauf maßgebliche hygienische und rückstandfreie Absaugung des Wundsekrets.

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