Linear- und Rundtaktsysteme für die Hybridtechnik

Österreichischer Hybrid-Spritzgießspezialist expandiert: MMS zieht um und erweitert

Der niederösterreichische Hersteller von Anlagen der Metall-Kunststoff-Hybrid-Spritzgießtechnologie, MMS-Modular Molding Systems, hat zum 1. März 2013 den Betrieb von Wöllersdorf bei Wiener Neustadt in neue in den Industriepark Berndorf verlegt. Damit wurde fünf Jahre nach der Vorstellung des Hybrid-Maschinensystems die Fertigungskapazitäten ausgebaut.

Metall-/Kunststoff-Verbundteile werden seit vielen Jahren in großer Zahl und Variantenvielfalt in nahezu allen Industriezweigen eingesetzt.

Fokus und Geschäftsgrundlage der MMS ist ein Maschinensystem, das die Metallbandbearbeitung durch Stanzen, Biegen, Schweißen, Montieren und Prüfen mit dem Kunststoff-Spritzguss kombiniert und synchronisiert. MMS-Anlagen sind modular aufgebaut und werden entweder für eine lineare, oder - neu - kreisförmige Bearbeitungsabfolge geliefert. Die Bearbeitungsstationen sind eigenständige Module, die individuell miteinander kombiniert werden können. Jede Station arbeitet mit einem eigenen Servomotorantrieb, deren Synchronisation übernimmt die gemeinsame Anlagensteuerung. Das in das Systemraster passende Spritzgießmodul wurde neu entwickelt. Zielanwendungen sind vor allem mittlere bis große Serien kleiner bis mittelgroßer Mechatronik-Bauteile.

Das 2008 gegründete Unternehmen ist der Spin-off eines Stanztechnik-Unternehmens in Wöllersdorf. Aus dieser Verbindung heraus konnte auf ein vorhandenes Baukastensystem aus Bearbeitungsstationen für Metallband-Materialien zurückgegriffen werden. MMS hat dieses System um einen Modul für das Spritzgießen erweitert. Integriert wurde eine komplette vertikale Klein-Spritzgießmaschine mit Spritz- und Schließseite. Das Metallband kann ohne Ausheben nach jedem Spritzzyklus weiter geschoben werden. Dazu arbeitet das Schließsystem mit simultanen Hubbewegungen beider Formplatten. Damit wird der Stanzstreifen bei jedem Arbeitszyklus beidseitig freigegeben.

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Um die Zykluszeitunterschiede zwischen Metall- und Kunststoffverarbeitung zu überbrücken werden folgen jeweils nur so viele Stanzhübe wie die Fachzahl des Spritzgießwerkzeugs beträgt. Gestanzt wird nur in der Pause zwischen zwei Spritzgießzyklen mit Hochgeschwindigkeit auf Präzisions-Folgeschnitt-Werkzeugen. Das bearbeitete Metallband wird jeweils bei geöffnetem Spritzgießwerkzeug vorgeschoben. Nach dem Schließen des Spritzgießwerkzeugs steht die Stanzeinheit bis zur nächsten Entformung der Kunststoffteile still. Weitere Bearbeitungen vor und nach dem Spritzgießen, wie Schweißen, Biegen, Beschriften oder Montieren, sind zum Teil parallel zum Spritzgießzyklus möglich.

Möglich sind Spritzgewichte zwischen 1 und 16 Gramm. Bisher liegen laut Hersteller Erfahrungen mit technischen Kunststoffen und Hochleistungsthermoplasten, wie LCP, PPS oder PEI, vor. Neben der standardmäßigen Vertikalposition kann das Spritzaggregat optional auf zusätzlichen Anbaupositionen eingesetzt werden, beispielsweise horizontal für eine seitliche Anspritzung. Für Mehrkomponenten-Anwendungen sind zwei Spritzaggregate gleichzeitig einsetzbar. Um den dafür nötigen Einbauraum zu schaffen, wird an Stelle der Plattenrahmen-Schließeinheit ein 4-Säulen-Schließmodul, analog zu einer Stanzpresse, eingesetzt.

Zusätzlich zu den linear angeordneten Bearbeitungssystemen zur Ver- und Bearbeitung von Metallbandsystemen hat MMS in den letzten Jahren auch Rundtaktsysteme entwickelt. Diese sind auf die Verarbeitung von Platinen oder plattenförmigen Basismaterialen ausgelegt. Auch dabei besteht die Möglichkeit, Spritzgießstationen zu integrieren. Erste Systeme sollen noch dieses Jahr ausgeliefert werden - nicht zuletzt begünstigt durch die erweiterten Möglichkeiten der neuen Betriebsstätte.

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