Materialversorgung in der Spritzgießfertigung

Materials Handling - das Beste aus zwei Welten

Seit mehreren Jahrzehnten – mit qualitativem und quantitativem Wachstum des Maschinenparks – hat Spritzgießer und Formenbauer Allgaier seine Systeme für das umfassende Materials Handling, immer wieder modernisiert und erweitert.

Sonderverfahren prägen die Spritzgießtechnik bei Allgaier, dementsprechend flexibel müssen die Anlagen für das Materials Handling sein. © Motan-Colortronic

Das Besondere: Es wurde trotz unterschiedlicher Gerätegenerationen und homogener Gerätepark erreicht.

Kontinuität in der Unternehmensentwicklung und in der Zusammenarbeit: Thomas Allgaier, Markus Schinabeck und Christoph Allgaier (v.l.). © Motan-Colortronic

Kontinuität ist eines der Erfolgsrezepte des Unternehmens Allgaier, dass bereits seit Anfang der 1970er Jahre im Bereich Spritzguss aktiv ist. Sukzessive wurden die Entwicklung hin zu komplexeren Produkten und das Unternehmenswachstum vorangetrieben. Inzwischen leitet mit Christoph und Thomas Allgaier die vierte Generation das Unternehmen. Auch wenn die Väter noch im Unternehmen sind, haben sie den Führungsstab vor drei Jahren an die beiden Cousins weitergegeben. Ein gelungener Wechsel, wie beide betonen. Tatsächlich seien es die reibungslosen Übergänge und Weiterentwicklungen, die das Unternehmen auszeichnen. Das zeige sich auch in der Zusammenarbeit mit Zulieferern und Ausrüstern wie sie in den vergangenen vierzig Jahren zunächst mit Colortronic, dann mit Motan und zuletzt mit Motan-Colortronic lief. Letztlich mündete das 2011 in ein Gesamtkonzept, das sich in den vergangenen fünf Jahren bewährt hat und immer wieder aufzeigt, wie Produkte und das Know-how zweier Unternehmen erfolgreich vereint werden können.

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Wie fühlt man sich denn so mit rund 115 Jahren Firmengeschichte auf den Schultern?

Thomas Allgaier: Jung. Doch Tradition, Konstanz und Verantwortungsgefühl haben eine hohe Bedeutung für uns. Das sind Werte, die unsere Einstellung gegenüber Kunden und Mitarbeitern prägen.

Ursprünglich war Ihr Unternehmen eine Schreinerei…

Christoph Allgaier: Richtig, das stimmt. Und das alte Gebäude steht sogar noch. Unmittelbar nach dem Krieg hat unser Großvater auch Segelflugzeuge aus Holz gebaut und war damit seiner Zeit voraus.

Thomas Allgaier: Erst Ende der sechziger Jahre erfolgte die Umstellung auf den Spritzguss und die Kunststoffverarbeitung. Zuerst verarbeiteten wir Polyurethan, bevor wir zunehmend auf das TSG-Verfahren setzten.

Wenn man sich Ihr heutiges Leistungsspektrum anschaut, fällt das hohe Maß an Spezialisierung auf. Ist es üblich, dass ein Betrieb so viele Sonderverfahren nebeneinander einsetzt?

Thomas Allgaier: Das liegt daran, dass wir über die Sonderverfahren erst zum Spritzgießer geworden sind. Wir haben uns immer an den Bedürfnissen des Kunden orientiert und Lösungen entwickelt, die für seine Anwendungen am besten geeignet waren.

Christoph Allgaier: …und daran hat sich bis heute nichts geändert. Neben TSG kommen bei uns Kompakt-, Verbund-, Sandwichspritzguss, Mucell und Spritzprägen zum Einsatz. Zu dieser Fertigungstiefe trägt auch unser hausinterner Werkzeugbau bei. So können wir unseren Kunden eine Flexibilität bieten, die für ein Unternehmen unserer Größe fast einzigartig ist.

Thomas Allgaier: Schon damals, beim Bau unserer Produktionshalle 1976, setzten wir auf Colortronic Produkte. Die Scheibendosierung war damals effektiver und exakter als jede Handanmischung mit Pulvern.

Seitdem sind Sie stetig gewachsen und haben auch die Produktion und Logistik beständig erweitert. Im Zuge dessen integrierten Sie Motan Systeme zu den bestehenden Colortronic Produkten. Wie kam es dazu?

Christoph Allgaier: Das Entscheidende war, dass wir keine Pulver mehr verwenden. Die Schneckendosierung hat bei unserem jetzigen Verfahren Handlingvorteile gegenüber einer Scheibendosierung. Auch der Einsatzbereich ist größer und die Dosiergenauigkeit ist für unsere Anwendungen sehr gut. Zudem bietet die neue Steuerung Volunet MC deutliche Vorteile hinsichtlich Bedienerfreundlichkeit und Rezepturspeicherung.

Thomas Allgaier: Wichtig war uns im Zuge der Umstellung natürlich auch ein Gesamtsystem – in das wir unsere bestehenden Colortronic Geräte integrieren konnten. Ab 2011 folgte die Umstellung der zentralen Materialversorgung. Dazu gehörte ferner die zentrale Trocknung mit Luxor A und eine zentrale Metronet Fördersteuerung. Zusätzlich wurden Minicolor V Dosier- und Mischgeräte, Metro Fördergeräte in Glasausführung sowie ein zentraler Kupplungsbahnhof zu den bestehenden Geräten von der Firma Allgaier erworben. Die damals 19 Spritzgießmaschinen wurden über drei Förderkreise mit Klauenpumpen versorgt. Im Laufe der Jahre erwarb Allgaier weitere Maschinen, wodurch aktuell 22 Maschinen (davon zwölf Zwei-Komponenten-Maschinen) über nun vier Förderkreise versorgt werden. Ebenfalls wurde die Trocknungskapazität durch einen mobilen Kompakttrockner Luxor S erweitert.

Thomas Allgaier: Auch hier zeigt sich wieder unsere Spezialisierung: Insgesamt 18 unserer 22 Spritzgießmaschinen sind auf Sonderverfahren ausgelegt. Gerade im Hinblick auf die Branchen, für die wir tätig sind, ist das unerlässlich – Weiße Ware, Rehatechnik, Fahrzeugausstattungen und Medizintechnik.

Materials Handling mit Colortronic und die Umstellung auf Motan – das klingt nach einer gelungenen Zusammenarbeit.

Christoph Allgaier: Rund 25 Jahre hatten wir mit Herrn Stapf den gleichen Berater und Betreuer seitens Colortronic. Und jetzt arbeiten wir bereits seit 2009 mit Markus Schinabeck zusammen. Also auch in dieser Hinsicht hohe Kontinuität.

Thomas Allgaier: Für uns eine Erfolgsgeschichte, denn so haben wir das Beste aus zwei Welten mitgenommen.

Fakuma: Halle B1, Stand 1111

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