Nachhaltige Kältetechnik

Spies Kunststoffe investiert in neue Kälteanlagen

Kunststoffverpackungen bilden den Schwerpunt der Produktion der Spies Kunststoffe. Mehr als eine Milliarde Verpackungen zum Beispiel für Eis, Joghurt, Margarine, Frischkäse und Fertigsalate verlassen jedes Jahr die Produktion. Nun hat das Unternehmen in die Modernisierung der Kühltechnik investiert.

Vier 300 kW-Kälteanlagen für die Werkzeug- und eine 470 kW-Anlage für die Hydraulikkühlung. Alle Anlagen sind mit dem HFO-Blend R 513 A befüllt. © L und R

Wenn es um die Investition in neue Maschinen und Anlagen geht, fühlt sich Spies nach eigenen Angaben der Nachhaltigkeit verpflichtet. Eine solche Investition stand 2018 mit der Anschaffung einer leistungsfähigeren Kälteanlage für die erweiterte Produktion im Stammhaus Melle an. Gewünscht war - im ersten Schritt - eine Anlage, die 600 Kilowatt Kühlleistung für die Werkzeugkühlung und 940 Kilowatt für die Hydraulikkühlung bereitstellt.

Nach der gemeinsamen Projektierungsarbeit mit Spies baute und installierte L und R zunächst eine Kälteanlage zur Versorgung der Werkzeugkreisläufe die in zwei Kältekreisläufen montiert wurde. Die Wassertemperatur im Vorlauf beträgt 14 Grad Celsius, im Rücklauf 16 Grad Celsius. Für die Hydraulikkühlung wurde eine Anlage mit zwei Freikühlern von je 470 Kilowatt installiert, die auf 30 Grad Celsius temperiertes Wasser bereitstellt. Einer der beiden Freikühler wird bei niedrigeren Temperaturen für die energetische Entlastung der Kältemaschine genutzt.

Im Mai 2019 folgten eine zweite Tandem-Anlage mit weiteren zwei mal 300 Kilowatt für die Werkzeugkühlung und drei weitere Freikühler mit je 470 Kilowatt Leistung. Damit liegt die Gesamtkühlleistung der Hydraulikkühlung bei 2,35 Megawatt. Der Großteil des Kältebedarfs wird im Winter fast "zum Nulltarif" und nahezu CO2-neutral aus der Umgebungskälte generiert.

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Die Winterentlastung durch vier Freikühler trägt zum geringeren Energiebedarf der Kälteanlagen bei. © L und R

Die vier Kälteanlagen der Ecopro 2.0-Serie sollen besonders effizient arbeiten. Dazu gehört beispielsweise die gleitende Kondensationsregelung Varikon. Sie passt die Kondensationstemperatur der aktuellen Außentemperatur an und führe damit zu beträchtlichen Energieeinsparungen. Die drehzahlgeregelten Pumpen arbeiten bedarfsgerecht und energieeffizient, ebenso die EC-Ventilatoren. Eine integrierte Wärmerückgewinnung mit 350 Kilowatt Heizleistung tragt ebenfalls zur Energieeinsparung bei.

Das Kältemittel R 513 A kommt aus der Klasse der HFO-Blends - eine Mischung konventionellen Kältefluids mit den neu entwickelten "Low GWP-Kältemittel" auf HFO (Hydrofluorolefin)-Basis. Es zeichne sich durch die Sicherheitsklassifizierung A1 sowie den niedrigen GWP-Wert (GWP = Global Warming Potential) von 631 aus. Es ist nicht brennbar und kann als Alternative zu R134a eingesetzt werden, das nach den Regelungen der F-Gase-Verordnung dem schrittweisen "Phase-Out" unterliegt. Die Summe dieser Maßnahmen und die Verwendung von R 513A führe dazu, das Spies die für den Spritzgießprozess benötigte Kälte sehr umweltschonend und auch kostengünstig erzeugte.

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