NC5 plus

Leistung abrufen

Steuerungstechnik als Optimierungswerkzeug
Die neue Funktion activeEcon bietet dem Anwender nicht nur eine integrierte Energiemessung und Energieverbrauchsanalyse sondern durch Berücksichtigung der Material- und Stromkosten sowie des Maschinenstundensatzes eine direkte Überwachung der Produktionskosten.
Antriebstechnik und Mechanik sowie die Automatisierungsperipherie bestimmen die Leistung und Energieeffizienz der Spritzgießmaschine. Die kann aber nur abgerufen werden, wenn die Bediener Zugang zu den Potenzialen der Maschine finden. Hier spielt die Steuerungstechnik eine entscheidende Rolle.

Ein komplexes Geflecht aus Parametern, die sich gegenseitig beeinflussen, definiert den Ausstoß der Spritzgießmaschine und die Qualität der produzierten Teile. Entsprechend viele Optionen bieten die Maschinen den Benutzern zur Optimierung der Prozesse an. Das stellt hohe Ansprüche an Bediener und Einrichter, denen damit ein guter Teil der Verantwortung für die Produktionseffizienz – damit für die Wirtschaftlichkeit des Spritzgießteils – zukommt.

Schnittstelle zwischen Maschine und Mensch – oder zwischen Intelligenz des Menschen und Leistungspotenzial der Technik – ist die Bedienoberfläche der Steuerung. Deren Funktionalitäten, aber auch die Zugänglichkeit, sprich der Bedienkomfort, müssen den Bediener bestmöglich unterstützen. Mit diesem Anspruch hat Sumitomo (SHI) Demag zur Fakuma die Steuerungsversion NC5 plus eingeführt. Sie sei im Vergleich zur Vorgängerversion NC5 keine neue Steuerung. Jedoch sei die visuelle Führung der Anwender deutlich verstärkt, das intuitive Begreifen stehe stärker im Vordergrund. Gleichzeitig sind eine Reihe neuer Funktionalitäten realisiert worden. Die „intuitive sowie in sich stimmige und konsistente Steuerungsversion eröffnet dem Anwender ohne Hürde die komplette Leistungsbandbreite seiner Maschine“, argumentiert der Hersteller. Auch der Trainingsaufwand lasse sich herunter schrauben. Die neue Steuerungsversion ist auch als Option zur Nachrüstung für bestehende NC5-Steuerungen geplant.

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Schnellwahl von Favoriten optimiert die Navigation

Wie bisher bieten die rund um die eigentliche Anzeige des Touch Screens positionierten Rahmenleisten verschiedene Funktionstasten, die Soft- und Hotkeys. Hinzugekommen sind Activekeys, mit denen der Benutzer eigenständig Favoriten definieren kann. Auf diese Weise kann er unter der Vielzahl an Bedienseiten bis zu fünf Seiten, mit denen er am häufigsten arbeitet, auf eine Schnellleiste am rechten Bildrand legen. Dazu stehen fünf frei definierbare Icons zur Verfügung.

Um darüber hinaus das schnelle Auffinden beliebiger Seiten zu gewährleisten, wurde konsequent eine Zwei-Klick-Strategie durchgesetzt: Der Anwender kann auf jede Seite über maximal zwei Klicks zugreifen. Eine für den Nutzer einfach anwendbare Suchfunktion ersetzt bisherige Sonderfunktionen sowie das umständliche Aufrufen von Bildseitenlisten mit anschließendem Scrollen, bis die gewünschte Seite gefunden ist. Damit muss sich der Benutzer nicht mehr zwingend Bildseitennummern merken. Die logische Aufteilung in Haupt- und Untergruppen sowie die hohe Konsistenz von der obersten bis zur untersten Ebene vereinfache die Bedienung und schaffe schnellere Abläufe.

In diesem Zusammenhang wurde auch die Softkey-Struktur einem Facelift unterzogen und optimiert. Wie bisher führen die an der unteren Bildleiste positionierten Softkeys den Bediener durch die Maschineneinstellung, in der neuen Version aber mit verstärkter Unterstützung, beispielsweise durch den gebündelten Zugriff auf alle mit einem Hauptbegriff verwandten Seiten. Wird beispielsweise die Softkey Prozessoptimierung gewählt, klappen sämtliche mit diesem Hauptbegriff logisch zusammenhängenden Bildschirmseiten ebenfalls als Softkey innerhalb einer kompletten Funktionsgruppe auf. Neben den auf der Hauptseite auf einen Blick visualisierten Parametern wie Geschwindigkeit, Position, Druck, Zeit und Werkzeuginnendruck öffnen sich auf diese Weise automatisch die zugeordneten Funktionen wie Dynamik Einspritzeinheit, Maschineneinstellwerte, Intrudieren und Verschlussdüsen, mit denen sich die Einstellungen verfeinern lassen.

Ebenso funktioniert dieses Prinzip bei der Eingabe des Werkzeug-Satzes. Hier müssen Geschwindigkeit, Position und Kraft für die Schließ- und Öffnungsbewegungen angegeben und darüber hinaus Ver- und Entriegelungspositionen definiert werden. Alle für das Einrichten des Werkzeugs erforderlichen Elemente wie Auswerfer, Kerne, pneumatische Ventile und Werkzeugschutz erscheinen direkt in der Softkey-Leiste und können ohne Umweg angewählt werden.

Von jeder Bildschirmseite aus lassen sich die Prozess-, Alarm- und Maschinendaten exportieren, also drucken, intern speichern oder auf einen USB-Stick speichern, ohne dazu die Bildschirmseite wechseln zu müssen.

Neu in der Version NC5 plus ist auch, dass der wegabhängige Verlauf des aktuellen Spritzdrucks in der Bildseite des Spritzprofils als Kurve eingeblendet wird. Damit lässt sich das Profil der Spritzdruckbegrenzung präzise an einen Referenzzyklus anpassen. Zusätzlich wird der Übergang des Spritzdrucks in den Nachdruck dargestellt, um eine Optimierung des Übergangs von Spritz- auf Nachdruck zu erleichtern.

Individuell anpassen und integrieren als Standard

Neben der optimierten Zugänglichkeit vorhandener Funktionen sollen neue Elemente die verschiedenen Ausstattungen der Maschinen unterstützen. Dazu gehören individuelle Einstellmöglichkeiten, der Werkzeugschutz beim Schließen und Öffnen, eine integrierte Energiemessung sowie die Integration von Peripheriesystemen in Fertigungszellen.

Unter dem Begriff Activeadjust sind individuelle Anpassungen möglich. So kann der Bediener per Schieberegler die Dynamik der Werkzeugbewegung applikationsindividuell steigern oder reduzieren. Die Funktion ist nicht nur auf die Werkzeugbewegung, sondern auf alle Maschinenbewegungen wie die der Auswerfer und das Umschalten von Spritzdruck auf Nachdruck anwendbar. Das bietet die Möglichkeit, die ab Werk für ein breites Anwendungsspektrum ausgelegte Spritzgießmaschine individuell und somit bestmöglich auf das Produkt und den Prozess einzustellen.

Gegenüber der Vorgängerversion NC5 wurde das aktive Werkzeugschutzsystem erweitert und auch für die Formöffnungssequenz realisiert: So wurde die Funktion Activeq, die bei ungewöhnlich erhöhter Verfahrkraft die Schließbewegung des Werkzeugs stoppt, um die Funktion Activeq+ für ein kontrolliertes Auffahren des Werkzeugs ergänzt. Das soll eine Beschädigung des Werkzeugs im Falle eines Verhakens der Spritzgussteile beim Öffnen verhindern.

Auch mit Blick auf die Energieeffizienz stehen dem Anwender individuelle Optimierungsmöglichkeiten zur Verfügung. Hierzu kommt die ebenfalls neue Funktion Activeecon zum Zuge: Mit detaillierten Messungen des Energieverbrauchs für Heizung und Antriebe sind gezielte Verbesserungen über alle Zyklusabschnitte möglich. Eine Besonderheit der Lösung sei, dass das Programm die Auswirkungen auf die Produktionskosten automatisch errechnet. So lassen sich die pro Schuss erfassten Energiewerte auf einen Produktionsauftrag hochrechnen und in die Stückkosten- bzw. Auftragskalkulation einbeziehen. Da der Anwender neben den Stromkosten auch die Materialkosten und den Maschinenstundensatz eingeben kann, lassen sich die aktuellen Produktionskosten auf einfache Weise überwachen.

Für die bessere Zusammenarbeit

Wie bei der Vorgängerversion NC5 lassen sich externe Geräte, die über einen Touch Screen verfügen, auch in die Bedienoberfläche der neuen Steuerung per Activeremote einfach einbinden. Leicht integrierbar sind beispielsweise Roboter für das Formteilhandling, Produktionsplanungssysteme (PPS) oder Leitrechnersysteme, Peripheriegeräte oder Systeme zur Prozessregelung und Qualitätssicherung.

Über Virtual Network Computing (VNC) werden die Steuerungsoberflächen dieser Peripheriegeräte und Partnersysteme in die Steuerung integriert und lassen sich dort ebenso bedienen wie die Maschine selbst.

Entsprechende Lösungen wurden zuletzt mit Wittmann Kunststoffgeräte, Sepro Robotique, Wemo, TIG, ONI Wärmetrafo, Kistler und Priamus System Technologies entwickelt. Die Implementierung weiterer Systeme sei bereits zusammen mit Partnerunternehmen in Vorbereitung. Damit sind die Anwender flexibel in der Zusammenarbeit mit weiteren Technologie- und Systempartnern.

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