Kunststoff Magazin Online - Fachportal für die Kunststoff Industrie
Home> Produktion> Spritzgießen>

Spritzgieß-Automatisierung - Arbeitszelle im Zeichen von Industrie 4.0

Spritzgieß-AutomatisierungArbeitszelle im Zeichen von Industrie 4.0

Eine neue Vernetzungstechnologie soll bei Spritzgießern alle Forderungen hinsichtlich der lückenlosen Datendokumentation erfüllen und trotzdem hohe Flexibilität bei Zusammenstellung von Fertigungszellen gewährleisten.

sep
sep
sep
sep
Spritzgießmaschine

Basis von Industrie 4.0 ist die intelligente und digitale Vernetzung von Maschinen, Geräten, Sensoren, um die Kommunikation sämtlicher Teilnehmer über das Internet der Dinge zu ermöglichen. Ein Problem besteht für Spritzgießbetriebe darin, dass es sich bei neuen Teilnehmern im Internet der Dinge teilweise um mobil agierende Einheiten handelt, die ortsabhängige Funktionen durchführen. Während es für die Netzwerkadressierung keinen Unterschied macht, wo sich beispielsweise ein Temperiergerät oder ein Mobiltrockner gerade physisch in der Produktionshalle befinden, ist diese Information für die Datensammlung und -analyse essenziell. Die falsche Zuordnung von Peripheriegeräten zu Verarbeitungsmaschinen – und also die fehlerhafte Abbildung von Arbeitszellen –, führt jede Art der Datenauswertung ad absurdum.

Anzeige

Wittmann 4.0 soll die Antwort auf diese Fragestellung heißen. Damit lassen sich per Unilog B8-Spritzgießmaschinensteuerung auch die damit vernetzten Wittmann Roboter und Wittmann Peripheriegeräte bedienen. Dies ermöglicht eine gerätespezifische Interaktion zwischen den einzelnen Geräten. Darüber hinaus gestattet Wittmann 4.0 die Weiterleitung von Einstelldaten und Prozessparametern sämtlicher angeschlossener Geräte an ein übergeordnetes ERP- bzw. MES-System. Das muss nicht auf die tatsächlich physikalisch vorhandenen Geräte zugreifen, sondern – ganz im Sinn von Industrie 4.0 – nur auf cyberphysikalische Modelle der Teilnehmer einer Arbeitszelle, die die Geräte repräsentieren.

Vorteil dieses Systems ist, dass sich das MES-System und dessen Nutzer nicht mit Detailaspekten der Arbeitszelle auseinandersetzen muss. Die Spritzgießproduktion bringt es mit sich, dass Arbeitszellen je nach den Anforderungen, die an das Werkzeug und die Teile gestellt werden, umgebaut werden. Trotzdem ist es nun nicht mehr erforderlich, laufend Einstellungen im MES vorzunehmen, um exakt zu definieren, welche Geräte zu einem gegebenen Zeitpunkt eine Arbeitszelle bilden. Das senkt den Aufwand und die Fehleranfälligkeit nachhaltig.

Einen weiteren Grund für die Notwendigkeit von Flexibilität bei der Zusammenstellung von Arbeitszellen ist die Entkopplung der Wartungszyklen unterschiedlicher Geräte. Die kostspieligsten Komponenten einer Arbeitszelle sind üblicherweise entweder die Spritzgießmaschine oder das Werkzeug, und diese sollten im Regelfall den Wartungszyklus der gesamten Arbeitszelle definieren. Andernfalls würden jene Geräte einer Arbeitszelle, die den kürzesten Wartungszyklus aufweisen, die Effizienz der gesamten Arbeitszelle negativ beeinflussen. Entsprechend würden sich die Amortisationszeiten von Maschinen und Geräten verlängern, und die Sinnhaftigkeit der Implementierung von Industrie 4.0-Technologien wäre insgesamt in Frage zu stellen.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

PP-Sandwichbauteil

Wirtschaftlichkeit und RecyclingfähigkeitSandwichstrukturen automatisch verarbeiten

In der Luft- und Automobilindustrie (Stichwort: Elektromobilität) sind Leichtbaukonzepte gefragt. Denn geringeres Gewicht bedeutet weniger Energieverbrauch, was letztlich Kosten einspart und die Belastung der Umwelt reduziert.

…mehr
Pressure Blocks sollen die Steifigkeit der Aufspannplatte erhöhen und die Temperaturverteilung verbessern. (Bild: HRS)

Spritzgießen mit kompakteren WerkzeugenSchön schlank – und stabil

Geringere Nestabstände ermöglicht die neue Bauform einer bereits bekannten Heißkanaldüse, während Pressure Blocks bezeichnete Druckplatten für eine signifikante Versteifung des Werkzeugs und für das optimale Temperaturprofil über das gesamte Heißkanalsystem sorgen sollen.

…mehr
Notrufsystem, dass am Arm getragen wird

Schneller werden im FormenbauCAM-Einsatz beschleunigt die spanende Bearbeitung

Mit einer durchschnittlichen Losgröße von 100 stehen die Odenwälder Kunststoffwerke Gehäusesysteme (OKW) vor speziellen Anforderungen. Einen Teil der daraus resultierenden Probleme löst das Unternehmen mit Hilfe eines CAM-Systems.

…mehr
Thermomechanisches Modell

Formenbau effizienter gestaltenPräzise simulieren – Fehler vermeiden

Simulationswerkzeuge gehören in der Entwicklung ab einem bestimmten Komplexitätsgrad der Produkte fast zum Standard, um den Formenbau zu optimieren – hinsichtlich der Bauzeit, noch mehr aber, um die Konstruktion zu optimieren und Nacharbeiten zu minimieren.

…mehr
VDWF-Präsident Professor Thomas Seul (links) und VDWF-Geschäftsführer Ralf Dürrwächter freuen sich über die Auszeichnung als Finalist beim DGVM Innovation Award „Verband des Jahres 2018“. (Bild: VDFW)

Formen- und WerkzeugbauVDWF beim Wettbewerb „Verband des Jahres 2018“ ausgezeichnet

Nur knapp vorbei am ersten Platz – trotzdem zeigten sich Präsident Thomas Seul und Geschäftsführer Ralf Dürrwächter stolz und zufrieden, als sie am 12. März in Berlin während des 16. Deutschen Verbändekongresses der Deutschen Gesellschaft für Verbandsmanagement (DVGM) die Auszeichnung als zweiter Sieger im Wettbewerb „Verband des Jahres 2018“ entgegennehmen durften.

…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen