Spritzblasmaschinen der UMIB-Baureihe

Meerwasser in Plastik

Das Spritzblasen von Pharmabehältern
Optische Kontrollstation für die Artikel.
Zum Abfüllen von Meerwasserspray werden kleine Behälter benötigt, die aus PE oder auch PP im Spritzblasprozess gefertigt werden.

Bei der Firma Gaplast im bayerischen Saulgrub-Altenau, einem Spezialisten für die Herstellung polymerer Verpackungen im Bereich Pharmazie, Kosmetik und Medizintechnik, setzt man verstärkt auf das Spritzblasen. Nicht nur bei den Behältern für Meerwasser. Stephan Kneer, technischer Leiter bei Gaplast, sieht hier eine Nische und damit eine Chance für Diversifikation. Alternative Verfahren wie das Extrusionsblasen, bei dem Butzenabfall entsteht, oder das Thermoformen mit relativ großen Wandstärken, erreichen nach seiner Berechnung nicht die Wirtschaftlichkeit des Spritzblasens, bezogen auf die Fertigung von einschichtigen Behältern für wässrige Lösungen. Grund genug für die Bayern, neben ihren traditionellen Fertigungsfeldern Spritzgießen und Mono- bzw. Co-Extrusionsblasen sich durch eine Kapazitätsausweitung in der Spritzblastechnik am Markt zu positionieren.

Abgedeckt werde derzeit der Schließkraftbereich von 566 bis 600 Kilonewton mit drei modernen Fertigungszellen von der italienischen Firma Uniloy. Damit sei die Verfahrensbandbreite schon mal bemerkenswert. Aktuell werden 50 Prozent des Fertigungssortiments spritzgegossen, 35 Prozent entfallen auf die beiden Extrusionsblasprozesse; und das Spritzblasen rückt nun auf einen Anteil von 15 Prozent nach. Im Jahre 2005 stieg man in dieses Verfahren ein. Für 2008 wird die Ausbringungsmenge bei rund 25 Millionen Behältern liegen. 70 Prozent dieser Jahresmenge entfallen auf Behälter aus PE, die anderen 30 Prozent auf Behälter aus PP. Produziert werden derzeit im Spritzblasverfahren pharmazeutische Behälter für wässrige Lösungen in den Größen 10 bis 120 Milliliter.

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Arbeitsbereich ölfrei

Kernstücke der Anlagen in Saulgrub bilden Maschinen der UMIB-Baureihe von Uniloy (UMIB steht dabei für Uniloy Milacron Injection Blow). Charakteristisch für diesen Maschinentyp sei die Anordnung der hydraulischen Komponenten unter dem Drehtisch, so dass der Arbeitsbereich als ölfrei gelten kann. Zudem orderte man beim Hersteller mit Nickel beschichtete Oberflächen in diesem Arbeitsbereich. Das habe den Vorteil, dass Reinigungen mit dem Dampfstrahler vorgenommen werden können. Dies wiederum schütze vor Verunreinigungen der Teile und verhindere zuverlässig Korrosion an allen Werkzeugkomponenten. Sämtliche Anlagen wurden darüber hinaus mit einer Laminarflow-Kabine für die erforderliche Reinraumqualität ausgerüstet: So kann die Produktion im geschlossenen Kreislauf im „Reinen Raum“ (Partikelgröße unter 0,3 µm = Reinraumklasse 100.000) erfolgen. Das sei ein wichtiger Aspekt für den Prozessablauf, da die Behälter in der Fertigungszelle in zwei Beutel in Losgrößen von bis zu 400 Stück zum „Abfüller“ luftdicht verpackt gelangen sollen. Der Abfüller öffnet im Reinraum den Außenbeutel und befüllt die Behälter. Das ergebe einen geschlossenen Kreislauf bei der Produktion bis hin zum Abfüller.

Die eingesetzten hydraulischen Spritzblasmaschinen würden sich durch großzügige Werkzeugaufspannmaße auf dem Drehtisch auszeichnen. Dies erlaube beispielsweise Anwendungen mit Werkzeugen von zehn parallelen Nestern, abhängig von der Produktgröße. Im Arbeitsschritt 1 werden die zehn Kavitäten spritzgießtechnisch gefüllt – die sogenannten Preforms entstehen. An der zweiten Station werden die Preforms volumetrisch aufgeblasen – je nach Flaschengröße. Auf der Station 3 schließlich werden die fertigen Behälter über die Dorne abgekühlt und an die Automation übergeben.

Volle Kontrolle

Eine Besonderheit bei dem bayerischen Spritzblaser ist eine sich anschließende QS-Einheit von der Firma Apis, Spechtsbrunn. Das Unternehmen versorgte Gaplast mit einer umfassenden QS-Einheit: Aus dem Teilespeicher heraus – noch innerhalb der Fertigungszelle – werden je zwei Behälter in einen Drehteller eingeschleust. Auf diesem Drehteller finden dann nacheinander drei Tests statt, die in 0,8 Sekunden Prüfzeit takten:

1. Leckageprüfung (Druckabfallprüfung),

2. Rissprüfung mittels elektrischer Spannungsprüfung im Bodenbereich der Behälter und

3. eine optische Prüfung mit Kameras, die eine Oberflächeninspektion durchführen und auf Partikelfreiheit oder Verunreinigungen an den Behältern achten.

Sie sollten jetzt bitte darauf achten, worüber Sie genau informiert werden möchten: Zwei Möglichkeiten bieten sich an.

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