Spritzgießen großer Bauteile

Niedriger Energieverbrauch mit niedrigem Druck

Hohe Schussvolumina bei niedrigen Schließkräften realisieren
Rohmaterial für Bodenplatten sind beispielsweise hochwertige Reste von Weich-PVC aus der Kabel- oder Folienproduktion Produktion, die zu Regranulat aufbereitet werden.
Für die Herstellung von PVC- Bodenplatten mit zehn Litern Schussvolumen reicht eine Spritzgießmaschine mit nur 2000 kN statt der erwarteten 10.000 bis 17.000 kN. Das Geheimnis: Im Niederdruck arbeitend, spart die Maschine jede Menge Fläche und Energie.

Etwa vier Kilogramm wiegt jede der Bodenplatten, für deren Produktion eine geeignete Maschine gewählt werden sollte. Dabei war es wichtig, dass die Spritzgießmaschine höhere Schussvolumina von 10.000 cm³ verarbeiten kann und dennoch wenig Platz einnimmt“, erklärt René Nijenhuis, einer der beiden Gesellschafter des Kunststoffverarbeiters BTB Mouldings. Die Entscheidung fiel für eine Anlage von Ettlinger. Bei dieser Maschine Typ srm 200/10 sind die Schließkräfte aufgrund der Niederdrucktechnologie gering, die Werkzeuginnendrücke liegen nur zwischen 50 und 100 bar statt der üblichen 200 bar und mehr. In diesem Fall ergibt das Schließkräfte von lediglich 2000 kN für das maximale Schussvolumen von 10.000 cm3. Das führt zum Einsatz vergleichsweise kleiner Maschinen – auch im direkten Wortsinn: Geringere Abmessungen mit geringerem Energiebedarf und entsprechend kleinerer Fundamentierung. Trotzdem entsprechen die Zykluszeiten laut Anbieter denen einer üblichen Maschine mit mehrfacher Schließkraft. Nicht zuletzt entwickeln sich auch die Werkzeugkosten aufgrund der geringeren Drücke tendenziell günstig. In der Summe sollen die Betriebs- und damit die Teilekosten deutlich sinken.

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Zweistufige Spritzeinheiten für hohe Plastifizierleistung

Das Konzept der Maschinen wirke sich zudem positiv auf die Plastifizierungsleistung und das Schussvolumen aus: Die zweistufigen Spritzeinheiten bestehen aus einem mit Heiz- und Kühlzonen versehenen Extruder als Plastifiziereinheit, ein Zylinder mit Kolben bildet die Einspritzeinheit. So lassen sich neben Neuwaren auch Mischkunststoffe, die höhere Anforderungen an den Produktionsprozess stellen, verarbeiten. Die homogene Schmelze ermögliche ein besonders gleichmäßiges Ergebnis und das System lasse mehr Flexibilität bei der Auslegung der Plastifizierungsleistung und des Schussvolumens zu.

Recyclingware nutzen

Die installierte Gesamtleistung beträgt 76 kW und ist im Vergleich zu konventionellen Maschinen niedrig. Aufgrund der geringeren Forminnendrücke können kostengünstigere Werkzeuge aus Aluminium oder einer Aluminium-Stahl Kombination eingesetzt werden. Bei Verwendung von Aluminium ist eine Gewichts- und Kostenersparnis von 30 Prozent oder mehr möglich. Die gute Wärmeleitung des Aluminium kann, je nach Konstruktion der Form, die Kühldauer reduzieren, was die Prozesszeiten im Vergleich zu konventionellen Maschinen senkt.

Täglich produziert BTB rund 300 Bodenplatten, die in Industriegebäuden, Werkstätten, Lagern und Schulen als Belag eingesetzt werden. Das Material wird selbst erzeugt: Ausgangsprodukt sind hochwertige Reste von Weich-PVC, die beispielsweise bei der Produktion von Kabeln oder Folien anfallen. Das Unternehmen bereitet diese Reste selbst auf und verarbeitet sie zu Regranulat. Dieser Fertigungsprozess ist sehr transparent, was das Einhalten der Reach-Vorschriften für die chemische Industrie erleichtert. Zum anderen ist die Einfärbung des Granulats einfacher und flexibler möglich. „Neben der Qualität des Rohstoff ist vor allem auf die Einhaltung der Toleranzen zu achten“, erklärt Bertrik van de Kolk, ebenfalls Gesellschafter der BTB. Und um die Mengenvorgaben zu erfüllen, unser Tagespensum zu erfüllen, ist es zudem wichtig, dass das System bei Fehlermeldungen schnell wieder einsatzbereit ist. Bedient wird die Spritzgießmaschine über einen Farb-Touchscreen, der alle Funktionen und Fehlermeldungen‚ übersichtlich darstellt.
Manchmal ist weniger eben doch mehr – weniger Druck führt in dieser Anwendung zu sinkenden Kosten. Zudem ist die Nutzung von Recyclingmaterial problemlos möglich, was interessante Aspekte eröffnet.

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