Spritzgießmaschinen

Weiteres Wachstum bei Engel

Bereits zum vierten Mal in Folge konnte Spritzgießmaschinenbauer und Systemlöser Engel, mit Stammsitz in Schwertberg, Österreich, seinen Jahresumsatz steigern. Die Unternehmensgruppe schloss das Geschäftsjahr 2017/18 Ende März mit einem Umsatz von 1,51 Mrd. Euro ab und erzielte damit ein Plus von 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Engel in Shanghai hat sich für weiteres Wachstum gerüstet. Das neue Bürogebäude und die neue Fertigungshalle wurden im September 2017 eröffnet.

„Allein das Produktionswerk in Shanghai hat im Geschäftsjahr 2017/18 rund 20 Prozent mehr Maschinen verkauft als im Vorjahr“, berichtet Dr. Christoph Steger, CSO der Unternehmensgruppe, zu Beginn der Kunststoffmesse Chinaplas Ende April 2018 in Shanghai, wo Engel die internationale Fachpresse über das Geschäftsjahr 17/18 informierte. Die Märkte in Asien haben nach wie vor einen großen Anteil am Erfolg der Engel Gruppe, vor allem in China steigt die Nachfrage an. „Das Investitionsklima in China ist auf einem neuen Hoch“, so Steger.

„Die Nachfrage nach Großmaschinen ist in Asien im Geschäftsjahr 2017/18 deutlich gestiegen“, sagt Gero Willmeroth, Geschäftsführer Vertrieb und Service von Engel Machinery Shanghai.

Im Werk Shanghai baut Engel Großmaschinen der Zwei-Platten-Baureihe duo, die unter anderem in der Automobilindustrie Einsatz finden. „Die Automobilindustrie ist in China weiterhin der wichtigste Wachstums- und Innovationsmotor“, sagt Gero Willmeroth, Geschäftsführer Vertrieb und Service von Engel Machinery Shanghai, wobei Engel vor allem im Bereich Automotive Lighting überproportional zulege. „Unsere Kunden investieren verstärkt in innovative Prozesstechnologien, die ihnen eine höhere Effizienz, Produktivität und Qualität ermöglichen.“ Ein Beispiel hierfür ist die optimelt Technologie, die Engel auf seinem Messestand präsentiert. Bei der Herstellung von dickwandigen LED-Linsen reduziert das patentierte Mehrschichtverfahren mit externer Kühlung deutlich die Zykluszeit und gewährleistet gleichzeitig eine sehr hohe optische Qualität.

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Ob Linsen aus PMMA oder Verscheibungsteile aus Polycarbonat, geht es bei der Materialsubstitution im Fahrzeugbau nicht zuletzt um das Gewicht. Elektrofahrzeuge sind in China auf dem Vormarsch und mit ihnen innovative Leichtbautechnologien. Liegt der Fokus der Verarbeiter in China bislang auf der Substitution von Glas einerseits und dem Schaumspritzgießen andererseits, stehen Composite-Technologien erst am Anfang. „Unsere Kunden nutzen Fachmessen wie die Chinaplas, um sich über die Möglichkeiten eines breiteren Einsatzes von Verbundmaterialien im Automobilbau zu informieren und die Umsetzbarkeit neuer Composite-Verfahren für die automobile Großserie auszuloten“, so Willmeroth. „In China werden jetzt die Weichen gestellt; Engel ist hier vorne dabei. International gehört Engel beim Thema Leichtbau schon heute zu den bevorzugten Partnern der Automobilindustrie.“ 2012 gründete das Unternehmen ein eigenes Technologiezentrum für Leichtbau-Composites und konnte seither gemeinsam mit seinen Entwicklungspartnern mehrere bedeutende Meilensteine setzen. Auf der Chinaplas 2018 stellt das Unternehmen serienreife Technologien für die wirtschaftliche Produktion von Composite-Bauteilen vor und gewährt darüber hinaus Einblicke in laufende Forschungsprojekte.

Marktposition in Branchen weiter ausgebaut

„Mit der neuen Business-Unit-Struktur in Asien bauen wir unsere Marktposition in den fünf Geschäftsfeldern weiter aus“, berichtet Dr. Christoph Steger, CSO der Engel Unternehmensgruppe.

Aus einer Hand liefert Engel sowohl einzelne Spritzgießmaschinen als auch integrierte und automatisierte Systemlösungen, deren Anteil im Auftragseingang weltweit weiter zunimmt. Maßgeschneiderte Spritzgießlösungen zu entwickeln, setzt nicht nur ein besonders tiefes technologisches, sondern auch Branchenverständnis voraus, was das Unternehmen durch seine Business-Unit-Struktur sicherstellt. Für die Branchen Automotive, Technical Moulding, Teletronics, Packaging und Medical beschäftigt Engel jeweils eigene Teams – und das nicht nur am Stammsitz in Österreich. Im vergangenen Jahr wurde auch in Asien eine Business-Unit-Struktur mit eigenen regionalen Business-Unit-Leitern installiert. „Mit der neuen Struktur bauen wir unsere Marktposition in den fünf Geschäftsfeldern weiter aus“, berichtet Steger. „Das Feedback unserer Kunden ist sehr gut. Wir können vielfach noch schneller auf die Anforderungen und Wünsche reagieren und unsere Kunden beim Lösen ihrer ganz individuellen Herausforderungen noch zielgerichteter unterstützen.“

Neben Automotive hat der Bereich Medical in Asien im Umsatz zugelegt. Hier sind die Felder Healthcare und Diagnostik die Wachstumstreiber. Unter anderem liefert das Unternehmen für diese Anwendungen vollelektrische e-motion Spritzgießmaschinen sowie Hybridmaschinen der Baureihe e-victory, die für die asiatischen Märkte im Werk Korea produziert werden. „Wir sehen im Bereich Medical einen Trend zu Vielkavitäten-Werkzeugen, die größere Spritzgießmaschinen erfordern, um die Durchsätze zu steigern“, berichtet Willmeroth.

Neues Trainingszentrum in Shanghai

Insgesamt beschäftigt die Gruppe aktuell 950 Menschen in seinen asiatischen Produktionswerken und Niederlassungen und damit mehr als 20 Prozent mehr als vor einem Jahr. 490 Mitarbeiter zählt Engel Machinery Shanghai aktuell. Dort kamen im letzten Geschäftsjahr vor allem im Vertrieb, in den Business Units, im Service und Training neue Mitarbeiter hinzu. 

Im Zuge der im September 2017 abgeschlossenen Werkserweiterung, wurde in Shanghai ein neues, größeres Trainingszentrum errichtet und ein eigener Trainingsleiter eingestellt. Boris Wen baut gemeinsam mit einem Team an erfahrenen Trainern das Seminar- und Workshop-Angebot für die Kunden in China weiter aus.

6.600 Mitarbeiter weltweit

Weltweit beschäftigt die Gruppe zu Beginn des neuen Geschäftsjahres 6.600 Menschen – so viele wie zu zuvor. Mehr als die Hälfte davon (3.700) arbeitet in den drei österreichischen Werken.

In der Verteilung des weltweiten Umsatzes von 1,51 Mrd. Euro gibt es gegenüber dem Vorjahr eine kleine Verschiebung. Amerika hat um 2 Prozent auf 26 Prozent zugelegt. Europa macht mit aktuell 53 Prozent weiterhin den Löwenanteil aus. Asien liegt bei 20 Prozent.

Weltweit betrachtet, sind sowohl Nordamerika – USA, Kanada und Mexiko – als auch Asien derzeit die wichtigsten Wachstumstreiber, und auch Südamerika zieht an. In Europa bleibt Deutschland der umsatzstärkste Markt und zugleich der wichtigste Innovationstreiber.

Auf die Branchen bezogen, ist es in der weltweiten Betrachtung der Bereich Packaging, der am stärksten wächst, gefolgt von Technical Moulding.

Mehr Kapazität in den Maschinenwerken

Mit dem größten Investitionsprogramm in der Firmengeschichte stellt das Unternehmen sicher, das Wachstum in allen Regionen der Erde zu stemmen. Für insgesamt mehr als 375 Mio. Euro werden bis 2020 die weltweiten Produktionswerke modernisiert und die Kapazitäten ausgebaut.

Die Erweiterung von Engel Machinery Shanghai wurde pünktlich zum zehnjährigen Werksjubiläum im September 2017 fertig. Zum einen wurde das bestehende Bürogebäude verlängert, um zusätzliche 1.000 Quadratmeter Nutzfläche zu schaffen. Zum anderen wurde eine neue Fertigungshalle errichtet, die die Großmaschinenproduktion um 1.600 Quadratmeter ergänzt. Auch die Lehrwerkstätte befindet sich jetzt im Neubau. Allein für die Lehrwerkstätte investierte ENGEL knapp 1 Mio. Euro. Sie ist mit modernsten Maschinen ausgestattet, um die Lehrlinge optimal auf ihre spätere Tätigkeit vorzubereiten, und zudem deutlich größer als die vorherige, denn seit Beginn des Ausbildungsprogramms in China vor fünf Jahren ist die Zahl der Lehrlinge deutlich gestiegen. Derzeit werden in Shanghai 51 junge Menschen zu Mechatronikern, Zerspanungstechnikern und Kunststofftechnikern ausgebildet. Im Sommer letzten Jahres hatten die ersten Lehrlinge von Engel Machinery Shanghai mit durchweg sehr gutem Erfolg ihre Abschlussprüfungen abgelegt und wurden in ein festes Arbeitsverhältnis übernommen.

Noch bis zum Herbst wird am Stammsitz von Engel in Schwertberg gebaut. Der Neubauation erweitert die 2013 errichtete Fertigungshalle Nord. Über der Montage wird sich das neue Kundentechnikum befinden.

Die größten Bauprojekte befinden sich in Österreich. Am Stammsitz in Schwertberg werden bis zum Herbst dieses Jahres die 2013 errichtete Fertigungshalle Nord um 11.500 Quadratmeter erweitert und ein neues, deutlich größeres Kundentechnikum gebaut.

Im Sommer 2017 nahm das Großmaschinenwerk in St. Valentin, Österreich, eine neue, zusätzliche Montagehalle in Betrieb.

Mit einem Investitionsvolumen von insgesamt 160 Mio. Euro ist der Ausbau des Großmaschinenwerks in St. Valentin, Österreich, die mit Abstand größte Baumaßnahme. In einem ersten Schritt wurde im vergangenen Jahr ein zusätzliches Hallenschiff errichtet, das neben einigen Büros vollständig der Maschinenmontage dient. Vor wenigen Wochen begannen der Neubau des Verwaltungsgebäudes sowie der weitere Ausbau der Montagefläche inklusive Technikum. Im Zuge dieser Maßnahmen wird auch das Technologiezentrum für Leichtbau-Composites mehr Platz erhalten. kp

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